Dokumentation: "Gerhard Richter - Painting" [D 2011]

Dokumentation:
Wer ist Gerhard Richter? "Gerhard Richter – Painting" vermag darauf keine Antwort zu geben. Wie auch? Corinna Belz ist nicht an einem kunsttheoretischen Traktat interessiert, stellt gar, wenn sie sich darauf einlässt, meist lapidare Fragen, die von völligem Nichtverständnis gekennzeichnet sind, sondern an der bestialisch vertonten Alltäglichkeit des Schöpfungsaktes: Farben mischen (lassen), Ausstellungen organisieren, Motive finden. Und Gerhard Richter? Er spricht in Ellipsen, vereinzelte rausgepresste Satzteile sind das. Teile übergeordneter Strukturen. Er kann nicht ausdrücken, was seine Malerei "will". Er "weiß" das. Malerei, so Richter, sei ohnehin anderen Denklinien unterworfen, anderen als jene, die Ziele und Beweggründe verschriftlichen. Die Kunst Richters, elementare Modulationen von Wahrheit in unfertigen Naturabstraktionen, kann sich ebenfalls nicht "aussprechen", weil Richter nach Plan malt, der jäh stoppt, wenn das Bild in sich perfekt (oder "frei") ist. Belz' unnatürlich intime Dokumentation macht das Zerstören sichtbar, den reinen Augenblick der Brutalität – Richter zerreibt, zerkratzt, verteilt und matscht, und die Geräusche, die hierbei diesen prähistorischen Vorgang akzentuieren, dürfte man anderswo eher in einem Mastbetrieb vermuten, so fleischlich lebt und liebt Richter rastloses Malen. Zeitweise betrachtet, konkretisiert sich "Gerhard Richter – Painting" zur voyeuristischen Fortführung von Clouzots "Picasso"-Film. Das Denken sei der Sichtbarkeit der führenden Hand überlassen, das Endresultat ein Gedanke davon.
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