Doku Deutschland: Vom Tresen weg verhaftet

Doku Deutschland: Vom Tresen weg verhaftetWissense, ick hab mir jetzt ooch 'ne Selbsthilfegruppe jegründet. Dit iss nich so einfach, sein Leben als Komparse zu fristen. „Die Dirty Harrys“ nennwa uns. Iss englisch. Dunkel iss der Rede Sinn. Kennse ja. Und schmutzich. Ein Dreck war'nse wert, als Komparse. Und oft jenuch mußte man sich zum Harry machen. „Harry, laß schon mal den Wagen an.“ Sie vastehn. Ditt iss demütjend, wenn die Drehbuchautoren und Reschissöre uff diese Art ihrn Frust an een ablassen. Ditt nervt tierisch. Hab ick also die annonymen Komparsen jegründet.
So'ne Selbsthilfe iss ja nich von Übel. Dit hilft. Wenn schon nich selbst, dann andan. Nehmse ma die Rejierung. Da iss dit ooch so. Die Merkel sacht, kommste zu mir, haste jutet Auskommen, aba wehe, du muckst uff. Dann jehste zur UNO nach Nairobi oda ans Jötheinstitut in Südafrika. Strafvasetzt. Die machens eenen ja vor, wie man sich kümmat.
Wobei, janz so schlecht wart eijentlich nich, dit Leben bei olle Harry. Ick weeß noch, wie ick mich dit erste Mal als Wagenwegfahrer beworben hatte. Harry fuhr doch immer mit die riesen Schlitten ins Lokal und hat die Janoven vom Tresen weg vahaftet. Irgendwer muß ja dann den Schlitten wegfahrn, damit der Weg für die Kameras und so frei wird. Hat ick mir beworben, wurde aba nüscht. Die wollten 'ne Fahrerlizenz sehen, hat ick aba keene. Hammse 'n andan jenomm. Von wejen Freiheit unn so. Ohne Fahrerlizenz dafste inne Staaten nichma Autofahrn. Keene 5 Meter, denn so ville wärns jewesen.
Fülm iss nich so, wie sie denken. Sie ham noch janich richtich ausjepennt im Kino, da wernse schon uffjeweckt, weil sie die Leute übers Knie trampeln und nach Hause wolln. Nach Hause! Kennse ja, den Jammerspruch. Aba so iss dit nich am Fülm. Dit dauat allit viel länger. Und iss nervend.
Nehmwama „Dirty Harry“. Ha ick ja oft jenuch mitjespielt. Da kenn ick mir aus. Dit wan ja Faschofülme. Wurde hier jesacht. Wejen die Brutalität und Menschenvaachtung. Und weil doch der Herr Ostwald, wo den Inspektor jab, selber Fascho iss.
Wa aba nich. Da muß man dit Leben da drüben kenn. Hier, in deutsche Land, da jib's nur Demokraten. Der Rest iss Nazis. Deswejen will doch die Linke unbedingt demokratisch sein, damitse nich mit die Nazis vawechselt wird. Da drüben iss dit andas. Da jibt et Demokraten, die heißen aba nur so, und Republikaner. Die eenen sind keene Demokraten und die andan nich für de Republik. Aba Nazis, sind die ooch nich.
Doku Deutschland: Vom Tresen weg verhaftetHab ick mir also beworm für den Dirty Harry. Eijentlich 'n leichter Job. Eenmal über de Brücke in San Franzisco latschen wo der Herr Ostwald uff'n Bus ruffhopst. Da mußte um viere uffstehn, weilde nich weest, wann die Herrschaften jeneigt sind, die Szene zu drehn. Dit nervt. Sitzte 'n janzen Tach inne Sonne, wartest uff dein Ufftritt und nüscht passiert. Nach de Probefahrt mit den Bus is der Sprit alle. Müssen se erst neuen Sprit beschaffen. Dann stelln se fest, dit Dach könnte eventuell den kostbaren Schauspiela valetzen. Müssen Schweißa ran und dit vastärken. Und dann kommt dit schlümmste. Der Feiaamd.
Dit wissense jetzt so vielleicht nich. In Amerika iss allit bißchen anders. Uff uns Komparsen bezogen nobel. Jeda, der in so'n Film ma 'n Furz jelassen hat, der dürf im Abspann jenannt wern. Ham die Jewerkschafter ausjehandelt. Ergo biste druff bedacht, inne Produktion deine Duftmarke zu hintalassen, damitte am Schluß abjespannt bist. Uff de andan Seite sind die Studiobosse nich janz so doof. Die hatten die Schnauze voll vonne 20-Minuten-Abspänner und ham nu die Jewerkschaft wieda abjetrotzt, daß nur noch bis zur 10. Besetzungspostion jetickert werden muß. Also 1. Police Officer, 2. Police Officer, 1. Fahrer, 2. Fahrer usw. Nur die Frisöse und der Klamottendealer, die müssen imma jenannt wern.
Weil dit nu so iss, sitzte uff de Brücke in San Franzisco und übaleechst, watte nu machst. Wenn dit endlich losjehn würde, kannste ja schnell noch üba die Brücke latschen, dann schaffst it vielleicht jerade so zum Jewerkschaftsbüro. Oder du vapißt dich janz schnell, weil dit iss nich so einfach in Abspann zu komm. Da stehn zehn Tische oder so, hinter jedem schlanke Beene, dicke Titten und strenga Blick. Jetz mußte erst ma rauskriejen, welcha Tisch für dich zuständich iss und dann mußte noch so flink sein, unta die ersten zehne zu komm. Dann tun dir die Scriptgirls in ihre Liste eintragen. Biste ausm Schneida, zwar im Film nich zu sehn, aba im Abspann jenannt. Als 10. Fußjänga. Und nur ditt zählt.
Insofern is Fülm eijentlich langweilich. Sie vastehn? Hockst 'n janzen Tach inne Sonne und nüscht passiert. So ville Zeit hamse im Kino nich, da muß zwee Stunden später die Rolle wieda von vonne anfang. Deswejen wernse ja ooch rausjescheucht und ham die Abspänner nie zu Jesichte jekricht. Da jab it janz fiese. Wild Love. Könnse sich noch dran ainnan? Da hamse nach'n Abspann nochma Fülm inmoniert und die janzen 90 Minuten vorher jekippt. Wobei, dit jing uns Komparsen ja nüscht an.
Mit Herr Ostwald zu abeeten, dit war bodenständich. Der hat ja nie dit Trottoir valassen in seine Filme. Hatte vielleicht Höhenangst. Weeß man ja nich. Späta, woa dann selbst dit Handelsheft inne Finga jenomm hat, da bin ick jewechselt. Hat keen Spaß mehr jemacht. Der hat die Kamera uffbaun lassen, die Schaupiela jerufen, Szene abjedreht und fertich hatta jehabt. Langweilich. Der wollt keen Jeld mehr für schöne Locations ausjem, sondan Fülme fertich kriejen. Da haste als Komparse janz schlechte Karten.
Ha ick übaleecht, zun Costner zu wecheln. Der war nich übel. Zumindest in den Fülm mit die schwatte Problemfrau. Sie wissen schon, Houston, ick hab da 'n Problem. Hat die Presse späta jenau andersrum azählt und behauptet, Houston hat 'n Problem.
Wissense noch? Dit is, wo der dit Seidentuch hat von ein Samuraischwert hat zateiln lassen, ohne dit Schwert zu bewejen. Ha ick übaleecht, wat ick in die Szene als Komparse eijentlich soll. Waja keena im Bild zu sehn. Und dit Schwert wurde eh von een Samurei jehalten und bewacht. Hätt ick keene Schanze jehabt.
Uffe andan Seite hab ick die Magnum schmerzlich vamißt. Sie ham keene Ahnung wat ick meine? Na uff die Länge komms an. Beim Mann. Herr Ostwald hatte den längsten. Damals. Ein Magnum 44, so'n Argumentatiosnvastärka. Damit hatta doch so manche Info aus Jehirn vonne Leute rausainnat, wo se vorher behauptet hatten, sich an nüscht zu ainnan. Mit so'ne lange Tüte jing dit allit. Ick hat ja och so Magnum am Set, aba kleena. Meistens vons Kätering um die Ecke. Schmeckte scheußlich, war aba vatrachlich vorjeschriem.
Wie jesacht, ick bin dann doch jewechselt, nich zu Costner oder Stallone, zu dem Weltretter. Stirb langsam. Bruce Willis. Dit hat eijentlich ooch Spaß jemacht. Manchma. Ick hatma doch für die Sturmtruppe beworm. Nee, nich wat sie jetz denken. Reichstach. Ick bin ja nich bekloppt und mach mir die Finga schmutzich. Nee, in dit Hochhaus, wo janz oben die Juppies abfeiaten und von Jängstan belästicht wurn. Da wär ick jut rübajekomm uff de Leinwand. Endlich ma. Aba die nehm keene Rücksicht am Set. Also hieß dit imma Treppe ruff, Treppe runta, um die Jängsta den Jaraus zu machen. Ick wa schon nach die erste Probeklappe fix un alle, dabei hatten die doch Fastuhl in dit Haus einjebaut. Aba der war kaputt. Dann kam die entscheidende Klappe, allit flitzt wieda die Stufen hoch und ick hechel nur noch hintaher. War die Kamera längst zwee Etagen üba mir, wo dann im Film vawendet worden iss. Und diesma hatt ick ooch Pech mit'n Abspann, weil die janzen Etagen runta und zur Jewerkschaft hecheln, dit dauat. Da wann die Listen schon vatütet und uffn Weech zum Abspanner. Die meisten Komparsen ooch. Die wann im Abspanner. Oda spannen, wenn die Scriptgirls dabei warn.
Frustriernd, wenn se vastehn, wat ick meene. Sie hecheln sich die Lunge ausn Leib, machen action, daß die Leinwand zittert und dann nüscht. Wieda nich im Füln jelandet, aber blaue Flecken bis zum Abwinken. Na ja, 'n bißchen Entschädijung jab's schon. Bei Herr Ostwald, da durft'n ja höchstens 20 Platzpatronen und een Kanista Benzin vabraten wern. Damals warn die noch ökologisch. Logisch. Dit wa bei Bruce andas. Nich der Andas, wie sie jetz denken, diese Schlagalusche. Nee, die hamda richtig Vaträje mit die Knallaproduktjon jehabt. Da jing die Post ab, sa ick se. Fix und alle wie de von Hochhaussturm warst, haste dir dann unten hinjesetzt. Dan warn de Pyromanen dran. Richtje. Wat die abjefeuert ham, meine Herrn. Dit war'n keene Knallerbsen, sa ick se. Unn uffe Leinwand kommt dit übahaupt nich rüba. Dit iss, wie wenn se uns jetzt inne Sueddeutsche vaklickan wolln, wie schön die Silvestaballerei jewesen is. Dann klickan se und kriejen Kreuzschmerzen, aba wie schön dit Feuawerk war, dit wissense dann imma noch nich. Aba als Komparse, da wissense dit.
Hatt ick schon awähnt, daß ick mir jetzt ooch 'ne Selbsthilfegruppe jegründet hab? Anonyme Komparsen. Weil, dit iss nämlich so. Da bring die doch jetzt die janzen Dinger ins Fernsehn. Da haste seit 40 Jahrn jekämpft, daß de uffe Mattscheibe bist, oda wenichstens inn Abspann. Wenn den Schnittmaster deine Haartolle nich jefalln hat, schwupps warste raus.
Und nu dit Fernsehn. Weil die müssen da doch jetzt die Jugend schützen, also schnippeln die die janzen juten action-Dinger zusamm, daß nur noch heile Welt übrig bleibt. So war dit aba nich. Damals. Und denn müssense mit den Nuttendiesel aus ihre Chemiefabriken Jeld vadien und schnippseln den Abspann weg. Vastehnse? Da ackerste seit 40 Jahrn inne Action-Branche und wat kommt bei raus? Nüscht. Wirste rausjeschnippelt und abjespannt von die großen Jeldvadiena. Die Szene, wode jut rübakamst, die wurde nie jesendet. Und der Fülm, wode ma glücklich wast, unta die ersten zehn zu sein, da wird uff'n Abspann vazichtet, weil Nuttendiesel und Persil wichtja sind. Jeht eben nüscht üba die deutsche Reinheit.
Da biste stocksauer.
In diesem Sinne: Wir sehn uns.
Mit freundlicher Genehmigung Die Anmerkung/
Das ganze Deutschland halb als Doku in der kritischen PPQ-Reihe "Doku Deutschland"


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