Django Unchained

Der neueste Streifen von Quentin Tarantino entführt euch in die Zeit der Sklaverei

Django Unchained

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Dazu hat Tarantino ein tolles Ensemble an Schauspielern aufgefahren. Von Leonardo di Caprio über Ray-Schauspieler Jamie Fox bis hin zu Samuel Jackson finden sich Stars im Film. Auch Christoph Waltz (Inglorious Bastards) darf zum Gewehr greifen und dem Film seinen Glanz verleihen. Doch worum geht es? Django (mit stummem “D”) ist Sklave und soll verkauft werden, als Dr. Schultz autftaucht. Mit gewissen Argumenten schafft er es Django zu befreien. Dieser soll ihm 3 gesuchte Personen identifizieren, denn Dr. Schultz ist Kopfgeldjäger.

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Auf der nun folgenden turbulenten Reise kommt der Rassismus der Zeit wirklich gut rüber. Als Django auf einem Pferd in die Stadt reitet sehen ihn alle Bewohner der Stadt mit großen Augen an. Als er dann den Saloon betritt wird sofort der Sheriff gerufen. Wirklich jeder im Film ist rassistisch, Django selbst ist davon nicht ausgenommen. Er beschliesst beispielsweise Kopfgeldjäger zu werden um Weiße für Geld abzuknallen. Der wohl einzige Nicht-Rassist ist der Deutsche Dr.Schultz. Dieser ist zugleich auch der kultivierteste Mensch im Film. Nachdem Django und Schultz die 3 Männer erwischt haben sucht das Duo Djangos Frau Brounhilde, die sie auf der Farm von Calvin Candy (Leonardo di Caprio) finden. Dort versuchen Django und Schultz unerkannt einzudringen um sie zu retten.

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Wie das alles in den Film passen soll, ist eine gute Frage. Der Film beginnt gemächlich. Er findet erst ewig kein Ende und dann ist er zu schnell zu Ende. Ein Problem, dass dem Film etwas von seinem Zauber raubt. Der Film wirkt so als hätten es eigentlich 2 werden sollen, was dann aber leider nicht geschah. Offenbar haben die Produzenten dieses Mal Tarantino freie Hand gelassen. Bei Kill Bill hatten sie noch eingegriffen und 2 FIlme daraus gemacht, bei Django Unchained ist dem leider nicht der Fall. Hier hätte die Teilung in 2 Filme gut getan. Nicht weil man sich im FIlm langweilen würde, aber die Handlung leidet leider sehr unter dem plötzlichen Ende.
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Achtung, ab hier könnten Spoiler folgen, die den erstmaligen Filmgenuß beeinflußen könnten. Lesen auf eigene Gefahr!
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Django UnchainedEinige Szenen, bedürfen aber noch einiger kleiner Kommentare und damit meine ich nicht nur die Dumas-Szene, sondern auch von einigen anderen und auch über die verschiedenen Charaktere, von denen ich wohl am besten als erstes erzähle.

 

Charaktere:

 

Django – Django ist als Sklave von seinem Besitzer weggelaufen, weshalb er auch ein r als Brandzeichen trägt. Das r steht für ´runaway´. Seine Frau ist von Calvin Candy gekauft worden, während er auf dem Weg zum Sklavenarkt von Schultz gerettet wurde. Er wandelt sich erst noch zum Helden. Zu Anfang ist er ein wortkarger Fremder, der in einer Gesellschaft lebt, die ihn unterdrückt und hasst, doch er nimmt sein Schicksal in die Hand und rettet seine Frau. Traurig für Jamie Fox, erst nachdem Walz im Film abtritt kann er die Hauptrolle übernehmen. Insgesamt schafft es Django auf Candy´s Farm hart zu bleiben, während Schultz zu emotional reagiert.

Dr. King Schultz – Schultz reist mit einem Zahnarztwagen umher, ist aber Kopfgeldjäger und befreit Django aus der Sklaverei. Bevor dieser aber freigelassen werden kann, muss er Schultz helfen, was ihn wiederrum in eine Zwickmühle führt, was er gerne zugibt. Schultz ist als Kopfgeldjäger kaltblütig, aber als er auf Calvin Candy´s Ranch geht um einen Mandiko-Kämpfer zu kaufen wird es ihm flau im Magen. Ein schwieriger Spagat, der mit der Figur gemacht wird, der aber auch gelingt. Allgemein ist es wichtig auf die Details zu achten um die Figur Schultz wirklich zu verstehen. Er ist kultiviert, macht einen Job, den er mit dem Sklavenhandel vergleicht (sie handeln mit Leben, er mit dem Auslöschen derselben) und ist wohl der einzige Akteur im gesamten Film, der sich nach heutgen Grundsätzen verhält. Eine schwierige Rolle, die Walz aber meistert.

Calvin Candy – Calvin  ist ein reicher Rancher, dem es hauptsächlich um sein Vergnügen geht. Er ist nicht an Geschäften interessiert, sondern an neuen Attraktionen. Diese findet er in Django, der in der Rolle eines schwarzen Mandingoexperten versucht dessen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Calvin meint, dass “ein Nigger aus 10.000 eine unwahrscheinliche Intelligenz oder Begabung besitzen wird” und er hält auch Django für einen dieser aussergewöhnlichen “Nigger”. Candy geht es immer darum das “Spiel” zu gewinnen. Als ihm das gegen Schultz nicht gelingt wird er unglaublich wütend, denn wenn Candy eines nicht leiden kann, dann ist es zu verlieren.

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Stephen – Er ist der eigentliche Bösewicht und er wacht über die Ranch und seinen Herrn Calvin Candy. Er ist ein Schwarzer, der sich mit dem weißen Candy arrangiert hat. Ein solcher Mensch, wird von den Sklaven aber noch mehr gehasst, als ein Weißer. So ergeht es auch Django, der in dieselbe Rolle schlüpft, die auch Stephen (Samuel L. Jackson) inne hat. Doch trotzdem schafft es Stephen mit seinen Privilegien das gesamte Haus zu führen. Als Candy stirbt wird er zum neuen Chef der Ranch, was Djangos Aufgabe nicht gerade erleichert.

Situationen:

Saloon/Stadtszene – Django und Schulz reiten in eine Stadt im Süden der USA und jeder scheint die beiden verächtlich anzusehen. Als Schulz fragt, was denn los sei antwortet Django: “Die haben noch nie einen Nigger auf einem Pferd gesehen.”. Was nochmals zeigt, wie verfahren die Gesellschaft selbst 2 Jahre vor dem Bürgerkrieg noch ist.
Als Django dann auch noch mit in den Saloon geht kochen die Gemüter. Diese Szene zeigt insgesamt sehr gut wie sehr der Rassismus im Süden der USA vorherrschte. leichzeitig zeigen sich auch Schultz Arbeitsmaßnahmen und sein kluges Taktieren mit dem er sie beide hinterher wieder aus einer verzwickten Situation rettet.

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Die Maskeraden-Szene – Django soll Schultzs Diener spielen, das Kostüm das er dafür wählt sorgt nicht nur bei den Kinobesuchern für Erheiterung. Viel wichtiger aber, auf der Ranch, die er mt Schulz betritt sind die Sklaventreiber, die Schulz sucht und die den Rücken seiner Frau entstellten. Gleichzeitig sind die 3 auch noch gesuchte Verbrecher und Django lernt den “Spaß” am Beruf des Kopfgeldjägers.

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Klu-Klux-Klan-Szene – Eine komische Szene in der Django sein Talent als Schütze zeigt. Ausserdem wirklich witzig inszeniert. Kinobesucher die aufpassen können auch einen Schwarzen unter der weißen Maske entdecken.

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Djangos erstes Kopfgeld – Django steigt über den Winter ins Kopfgeldjägergeschäft ein und hilft Schulz beim Jagen von Verbrechern. Als er den ersten Gesuchten mit dem Gewehr zur Strecke bringen soll zögert er, denn der Junge des Mannes ist bei ihm. Schulz lässt ihn daraufhin nochmals die Verbrechen des Mannes lesen (ja Django kann inzwichen lesen) und erklärt ihm, dass dieser Mann nun sterben muss und Django drückt daraufhin ab. Diesen Vorfall hält Django Schulz später vor, als dieser meint, dass Django zu rücksichtslos mit anderen umgeht. Aber Django tut dies nur um seine Rolle zu erfüllen.

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Die Hundeszene – Eine recht heftige Szene, in der ein geflüchteter Sklave von Hunden zerfleischt wird (zum Glück ist dies nicht zu sehen), was nochmals die Brutalität dieser Zeit zeigt. Der Sklave gehörte Candy und war Mandigo-Kämpfer, der aber keine 5 Kämpfe durchstand, die Candy von ihm erwartete, sondern nur 3. Als der Sklave darum betellt nicht mehr kämpfen zu müssen besiegelt Candy dessen Schicksal und Schultz will das ganze nicht mitansehen.

Die Dumasszene: Hier gewinnt Schultz noch das Spiel, obwohl Candy dachte, dass er bereits gesiegt hatte. Doch dann kommt es dazu, dass Schulz die Hand von Candy schütteln soll und er beschliesst lieber diesen zu erschiessen, als seine Hand zu schütteln. Diese Handlung zeigt nochmals die Verachtung, die Schultz gegen Candy richtet. Vielleicht ist die Szene etwas zu konstruiert, denn sie hatten Djangos Frau ja schon in Sicherheit, doch durch diese Handlung zerstört er eigentlich wieder alles, was sie zuvor erreicht haben. Gleichzeitig ist es aber auch die Möglichkeit für Django zum Helden zu werden, der er dann auch am Ende ist.

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So, dass sollte jetzt erst einmal reichen, erzählt habe ich noch nicht von Tarantinos Gastauftritt und auch nicht von der beinahen Entmannung Djangos, aber ich will euch ja nicht alles abnehmen, sonst könnt ihr ja nichts mehr in die Kommentare schreiben.
Aber für Freunde des bewegten Bildes gibt es hier noch den Trailer: