Ding Dong die Hex ist tot

Weil nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Freudenstränen über den (diesmal bewiesenen) Tod eines Terroristen vergossen werden, kam mir spontan ein altes Kinderlied in den Sinn.

Nur noch einmal zur Erinnerung: Der gewaltsame, unfreiwilige Tod eines Menschen ist nie Anlass zur Freude! Mag er auch noch so böse gewesen sein! Vielmehr ist es traurig, dass er nicht für seine Taten mehr vor Gericht gestellt und verurteilt wird und dafür Buße tun kann.

Und die Gesellschaft kann diesem Menschen nicht mehr den Prozess machen und aus diesem Prozess Lehren ziehen für kommende Fälle, in denen Menschen solche und ähnliche Verbrechen begehen. Das hat man ja in der BRD gesehen, als die endlich und viel zu spät Alt-Nazis angeklagt und verurteilt haben. Erst da setzte eine Bewältigung "der Schuld" ein. Todesstrafe ist keine Bestrafung, sondern vermisst in allerhöchstem Maße Gerechtigkeit. (Die Gerechtigkeit mit der Strafe in einer Demokratie ist doch, dass von dem Individuum danach erwartet wird, dass es seinen Taten abschwört. Wie soll aber derjenige sich bessern, wenn er denn tot ist? Erklär mir das eine/r mal.)

Ding Dong die Hex ist totDing Dong wieder ein Fall für die Akten. Und in Libyen reißen sie sämtliche Gebäude ab, die an die Ghaddafi-Zeit erinnern damit vom Westen unterstützte Baufirmen da was Neues hinsetzen können. Anstatt die zu erhalten und sie umzuwidmen. Quasi dem Ghaddafi-Regime ein Leben lang die eigene Niederlage vorhalten zu können.

Der Palast der Republik - der beste Schauplatz einer deutschen Scheindemokratie - musste schließlich dann auch einer Wiese und nun später einem Einkaufszentrum weichen. So sieht Geschichtsbewältigung im Kapitalismus aus.

(Und stattdessen haben Sie den Reichstag erhalten. Den hat aber auch der Kaiser bauen lassen.)

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