Diese SPD-Politiker sagten die Wahrheit - aber zu früh

Oskar Lafontaine gleich mehrmals: Als Kanzlerkandidat 1990 sagte er, die deutsche Wiedervereinigung sei nicht ohne Steuererhöhungen finanzierbar. Sein Gegner Kohl bestritt dies, gewann die Wahl und führte den Solidaritätszuschlag ein. Als Finanzminister warnte er vor den immer mächtiger werden Finanzoligarchen, die außer Kontrolle zu geraten drohen. Er forderte u.a. die Finanztransaktionssteuer, die Frau Merkel vorige Woche, also 12 Jahre nach Lafontaine, zusammen mit Sarkozy gefordert hat. Lafontaine forderte auch seit 1986 ("Der andere Fortschritt") den Ausstieg aus der Atomenergie.

Franz Müntefering verglich 2005 das Gebaren anonymer Großinvestoren mit Heuschreckenplagen. Er dachte dabei vor allem an sog. Private Equity, auf deutsch: Gehebelte Übernahmegesellschaften, die gesunde Unternehmen übernehmen, ausschlachten und danach sich selbst überlassen (Beispiele: Grohe, Märklin). Er wurde für seinen Vergleich heftig von der FDP und Michael Wolffsohn kritisiert. Sein Vergleich gilt heute als Mainstream.

Kurt Beck schlug 2007 zur Lösung der Afghanistankrise Gespräche mit gemäßigten Taliban vor. Er erntete Hohn und Spott von der Union, insbesondere Verteidigungsminister Guttenberg, und der BILD Zeitung. Ende 2009 griff Außenminister Westerwelle Becks Vorschlag auf, als sei es seine eigene Idee gewesen.

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