Diese 4 Filme mit Johnny Depp solltet ihr zu HALLOWEEN schauen…

Erstellt am 27. Oktober 2015 von Denis Sasse @filmtogo

Zu HALLOWEEN sollte man einen der größten filmischen Verwandlungskünstler huldigen: Johnny Depp. Ja, man mag ihm vorwerfen, dass er sich hinter all seinen Gesichtsmasken und extravaganten Verkleidungen versteckt, er sich vielleicht nicht wohl in seiner eigenen Haut fühlt, wenn es um seine Leinwandpräsenz gibt. Aber gerade in frühen Verkleidungsfilmen Depps hat dieser Vorwurf noch keine Rolle gespielt, da hier die Filme einfach noch gut waren. Erst mit eher mageren Rollen à la DARK SHADOWS, LONE RANGER, TRANSCENDENCE oder MORTDECAI kam dieser Unwille auf, sich weiterhin Johnny Depp unter einer Gesichtsbemalung anzuschauen. Vor allem war es die Ansammlung einer ganzen Reihe von Flops, die zur übermäßigen Abneigung führten.

Aber dahinter darf man nun einmal nicht vergessen, dass Depp uns eine ganze Reihe von großartigen, wirklich GROßARTIGEN Figuren gegeben hat. Unabhängig wie wir als Einzelpersonen über die FLUCH DER KARIBIK-Reihe denken, zumindest der erste Teil hat einen gewissen Captain Jack Sparrow in das popkulturelle Langzeitgedächtnis gepackt. Als Trash-Regisseur ED WOOD hat er sich ganz tief in die Welt hinter der Kamera gestürzt und vergessen wir nicht seinen Ausflug nach Las Vegas, ein gemeinsamer Drogentrip mit seinem „Anwalt" Benicio Del Toro in FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS.

Zu HALLOWEEN kann es natürlich nicht um „normale" Rollen gehen, in denen Johnny immer wieder auch zu sehen ist, zuletzt in BLACK MASS, zwar ebenfalls gut maskiert, dennoch aber als Mafia-Thriller alles andere als einer seiner fantastischen Ausflüge in filmisch-absurde Welten. Eine „honorable Mention" gibt es für einen seiner frühesten Auftritte - nur ganz kurz - in FREDDYS FINALE - NIGHTMARE ON ELM STREET 6, wo er dem Klingenmörder Freddy Krueger recht schnell zum Opfer fällt und im Abspann nicht einmal als „Johnny Depp" genannt wird, sondern als „Oprah Noodlemantra"...ja, wirklich. Oprah Noodlemantra spielt den „Guy on TV" und ist in Wirklichkeit der spätere Hollywood-Superstar Johnny Depp.

Gerne dürft ihr euch den Film also zu HALLOWEEN anschauen, um in die richtige Stimmung zu kommen. Aber welche Johnny-Filme sind es wirklich Wert, zur gruseligsten aller Fake-Jahreszeiten gesehen zu werden?

Tim Burton / Johnny Depp #1

SLEEPY HOLLOW

Ein kopfloser Reiter tyrannisiert das be-schauerliche kleine Dorf Sleepy Hollow, in dem der ein oder andere Bewohner noch viel schauderhaftere Geheimnisse hegt. Johnny spielt unter der Regie von seinem Lieblings-Kollaborateur Tim Burton den Ermittler Ichabod Crane, der mit einer unschuldigen Naivität dem Reiter entgegentritt, der von einem wirklich angsteinflößenden Christopher Walken geradezu spitzzähnig und natürlich manchmal auch etwas kopflos verkörpert wird. Für mich ist SLEEPY HOLLOW bis heute noch die Perfektion einer Tim Burton/Johnny Depp-Zusammenarbeit, mit der düsteren Gothic-Märchenwelt und einem amüsanten Johnny Depp, der hier gegen den eigentlichen Schrecken antreten muss und ihn nicht selbst verkörpert.

Tim Burton / Johnny Depp #2

SWEENEY TODD

Ein schneidiger Barbier tyrannisiert das düster-viktorianische London, wobei er Hilfe von der ebenso sinistren Mrs. Lovett erhält, die für reichlich befleischte Kundschaft sorgt. Wenn es ein Trio für düstere Märchen in Hollywood gibt, dann sind es wohl Tim Burton, seine damalige Ehefrau Helena Bonham Carter (bis 2014) und Patenonkel ihrer Kinder, Johnny Depp. Auch in einer blutigen Musicalnummer wie SWEENEY TODD vergessen diese drei niemals, das auch etwas Humor zum erfolgreichen Hollywood-Konzept hinzu gehört, wenn auch in diesem Fall durchaus der makabren Sorte. Und hinzu kommt, dass sich London im viktorianischen Zeitalter schon seit jeher (z. B. Sherlock Holmes) für schaurige Mordgelüste geeignet hat.

Tim Burton / Johnny Depp #3

CORPSE BRIDE

Eine zerfledderte Leichenbraut tyrannisiert den schüchtern-verunsicherten Bräutigam, der eigentlich nur sein Ehegelöbnis üben wollte, aber in einer Zwangsheirat mit einer Toten gefangen wird. Ja, es sind "nur" Animationsfiguren, aber sie lassen sich deutlich als Johnny Depp und Helena Bonham Carter identifizieren, die hier erneut unter der Regie von Tim Burton ihre gruselige Stimmarbeit unter Beweis stellen durften. Johnny spricht den unbedarften Bräutigam Victor, der zur Probe sein Ehegelöbnis in einem finsteren Wald spricht, nur um damit die ungewollte Heirat mit einer Helena Bonham Carter-Leiche einzugehen, die aufersteht um sich als gute Ehefrau zu geben. Stop-Animation übt seit jeher einen weitaus größeren Erwachsenen-Charme aus, als es der übliche Hollywood-Animationsfilm tut. Und so birgt CORPSE BRIDE diese wunderschöne Geschichte in sich, die für Kinder eventuell schon zu finster sein könnte, für Erwachsene aber erneut genau richtig dosiert ist, um als typisches Burton-Horrormärchen durchzugehen.

Tim Burton / Johnny Depp #4

EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN

Ein grotesk-erschaffender künstlicher Mann mit spitzen Scherenhänden (nein, nicht der dämonische Barbier aus der Fleet Street) tyrannisiert ein kleines, beschauliches Vorstädtchen, in dem der Friede das höchste Gut ist. Oder ist es doch eher andersherum? Wer tyrannisiert hier eigentlich wen? Und wo ist Helena Bonham Carter? Hier mag eine wichtige Zutat fehlen, aber mit Winona Ryder ist der Ersatz für mich persönlich mehr als gut gelungen. Gerade in ihren jungen Jahren war Ryder für mich das, was heute vielleicht eine Anne Hathaway, Emma Watson oder Emma Stone verkörpern, nur weniger komödiantisch und mehr Tim Burtoneske (Wort ist natürlich erfunden) unterwegs, also melancholisch, nachdenklich, in sich gekehrt, aber als Jungschauspielerin auf dem aufsteigenden Ast. Dieser Ast ist leider irgendwann schlicht durchgebrochen und Ryder vom Baum gefallen, aber zumindest in SLEEPY HOLLOW zeigt sie noch, warum so viel Hoffnung auf ihr lag.

Johnny Depp spielt sich derweil als Abwandlung Frankensteins, von Burton selbst mit einer fackelschwingenden Kleinstadtmeute als solche Referenz filmisch gekennzeichnet. Selbst der großen Horrorfilm-Ikone Vincent Price hat er ein Denkmal gesetzt, ihn als Erschaffer, Meister, Vater von Edward in Szene gesetzt. Ein Märchen durch und durch, das mit seinem winterlichen Ambiente für zweierlei Stimmungen sorgt: es ist ein HALLOWEEN Klassiker für seine Thematik, ein Weihnachtsklassiker für seine Arbeiten mit Schnee. Eine Doppel-Festtagsstimmung zu erzeugen, dass gelang vielleicht nur noch NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS, nicht wirklich von Tim Burton, sondern Henry Selick, auch wenn es viele glauben mögen, und ebenso wenig mit Johnny Depp, auch wenn er hervorragend in die Rolle des Jack Skellington gepasst hätte.

Ich habe bewusst auf eine Rangliste dieser Filme verzichtet, da ich mich nicht wirklich entscheiden könnte, ob es hier einen besseren oder schlechteren Film als den anderen gibt. All diese aufgelisteten Filme sind auf ihre ganz eigene Art und Weise einfach horrorhaft-märchenhaft-schön anzusehen. Wie schaut es bei euch aus? Könnt ihr für euch einen Favoriten ausmachen oder habt ihr einen ganz anderen Johnny Depp-HALLOWEEN-Film auf dem Schirm? Schreibt eure Ideen und Meinungen einfach unten in die Kommentare.

Zum Ansporn gibt's zweimal die Blu-ray zu EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN von mir geschenkt. Einfach unten die Kommentarfunktion nutzen um euch dort mit eurer Meinung zum Thema zu verewigen. Die Deadline ist am Horrortag, dem 31. Oktober 2015, HALLOWEEN! Unter allen Kommentaren wird dann zweimal die Blu-ray EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN verschenkt, die jeweiligen Gewinner werden von mir kontaktiert.