Die Welt der Hydratisierer | Urea, Glycerin & Co.

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Vielen von euch wird der Begriff Humectant sicherlich schon bekannt sein. Doch was genau versteckt sich dahinter? Was muss man beachten und ist der bekannteste Inhaltsstoff namens Glyzerin tatsächlich so gefährlich für die Haut und trocknet dieses aus? Schluss mit den Gerüchten! Her mit der Wahrheit!

Was ist ein Humectant und was tut es?

Unter Humectants versteht man Feuchthaltemittel. Diese sind hygroskopisch (wasseranziehend) und zudem teilweise auch in unserer Haut vorhanden, welche sie feucht halten (NMF). Werden Feuchthaltemittel topisch aufgetragen, ziehen sie Wasser aus den unteren Hautschichten und der Umgebung (ab 80% Luftfeuchte), welches dann in die oberste Hautschicht transportiert und dort gespeichert wird. Außerdem erhöhen Humectants durch das Halten des Wassers die Haltbarkeit von Kosmetika.

Die bekanntesten Feuchthaltemittel

Urea

Dieser Inhaltsstoff ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut und wird nicht wie so oft angenommen aus Urin hergestellt, sondern synthetisch. Eine Schnelle Hydration erfolgt in einer Emulsion mit hohem Wasseranteil, nachhaltige in einer Zubereitung mit hohem Öl-Anteil. Ab einer Einsatzkonzentration von 2 – 5% wirkt Harnstoff hydratisierend und ab 10% juckreizstillend sowie schuppenlösend.

Allantoin

Ist eine Alternative zu Harnstoff, jedoch nicht so effektiv wie Urea. Hierbei entsprechen 0,2% Allantoin 10% Urea. Allantoin ist hautglättend und wundheilungsfördernd.

Hyaluronsäure und ihre Salze

Findet sich natürlicherweise in unserer Lederhaut und hat ein hohes Wasserbindungsvermögen. Sie ist jedoch sehr kostenintensiv und wird nur in geringen Konzentrationen eingesetzt.

Glyzerin

Ist eins der stärksten und besten Feuchthaltemittel. Die Kosmetikindustrie verwendet Konzentrationen bis zu 10%. Eine Kombination von Glyzerin und Urea hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen.

Hydroxysäuren

Diese sind nicht nur als chemische Peelings bekannt, sondern sind auch in der Lage Wasser zu speichern. Dazu zählen z.B. Glykolsäure, Milchsäure, aber auch Salicylsäure.

Zuckeralkohole

Gute Beispiele hierfür sind Sorbitol und Xylitol. Sie zeichnen sich durch ihre gute Verträglichkeit aus und werden in Konzentrationen bis zu 10% verwendet, sind jedoch nicht annähernd so effektiv wie Glyzerin. Bioderma verwendet sehr viele Zuckeralkohole in den eigenen Kosmetikprodukten.

Propylenglykol

Dieser Stoff ist nicht nur ein Humectant, sondern auch ein Okklusivum. Zudem besitzt es antimikrobielle und keratolytische Eigenschaften und fördert die Penetration anderer Substanzen. Es zählt jedoch auch zu den schwachen Allergenen.

Ectoin

Ectoin wird aus dem Bakterium Halomonas elongata isoliert und hat ein niedriges Molekulargewicht. Es zeichnet sich nicht nur durch seine hygroskopischen Eigenschaften aus, sondern vermag auch Schutz gegen extrinsische Stressfaktoren (Hitze, freie Radikale etc.) zu bieten.

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Harnstoff in seiner reinen Form

Was sollte man beachten?

Es macht definitiv Sinn, dass solche Stoffe in Kosmetika verwendet werden. So kann in der Haut die nötige Feuchtigkeit gespeichert werden, welche sich mittels okklusiven Substanzen einschließen lässt. Das ist vor allem im Winter wichtig, da die Luftfeuchte dementsprechend niedrig ist und diese hygroskopischen Inhaltsstoffe sich das Wasser dann eher aus den tieferen Hautschichten holen. Und wer eine Hautpflege verwendet, die hauptsächlich aus Feuchthaltemitteln zusammengesetzt ist z.B. Gele und wasserbasierte Seren, der sollte selbstverständlich auf Okklusiva zurückgreifen.

Entzieht Glyzerin der Haut Feuchtigkeit?

Theoretisch kann man sagen, dass es tatsächlich so ist. Glyzerin ist ein Humectant und zieht Wasser aus den unteren Schichten der Haut an. In der Praxis sieht das Ganze dann doch etwas anders aus, denn die meisten Kosmetikprodukte bestehen nicht aus purem Glyzerin. In einer Feuchtigkeitscreme finden wir auch okklusive Substanzen wie Petrolatum, Silikonöl oder pflanzliche Öle vor, welche die „angezogene“ Feuchtigkeit in unserer Haut einschließen sollen und somit vor deren Verdunstung schützen.

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Quellen: Dermatokosmetik von Martina Krescher, Cosmetic Dermatology Products and Procedures EDITED BY Zoe Diana Draelos MD, Glycerol replacement corrects defective skin hydration, elasticity, and barrier function in aquaporin-3-deficient mice, Körperpflegekunde- und Kosmetik von S. Ellsässer, Placebo-controlled, double-blind, randomized, prospective study of a glycerol-based emollient on eczematous skin in atopic dermatitis: biophysical and clinical evaluation., Pubchem


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