Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert | Joel Dicker

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert | Joel Dicker

Titel: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Autor: Joël Dicker

Übersetzerin: Carina von Enzenberg

Format: Hardcover

Preis: 22,99 €

Seitenzahl: 725 Seiten

Verlag: Piper Verlag

ISBN: 978-3-492-05600-7

Bewertung: 5 Sterne


Inhalt

Nach dreiunddreißig Jahren erschüttert das kleine amerikanische Städtchen Aurora wieder ein großer Skandal: die einst verschwundene 15jährige Nola taucht wieder auf. Als Skelett im Garten ihres ehemaligen Geliebten. Der berühmte aber eigenbrötlerische Schriftsteller Harry Quebert gerät plötzlich in dringenden Tatverdacht. Nur eine Person, scheint von seiner Unschuld überzeugt: Marcus Goldman, der ehemalige Student des Schriftstellers. Er reist nach Aurora um seinem Freund beizustehen und herauszufinden was im Sommer 1975 wirklich geschah.


Vor etwa einem Jahr kam die Serie zu „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ in Deutschland heraus und alle waren Feuer und Flamme. Ich habe schon etwas früher von dem Buch gehört und immer und immer wieder wurde es mir empfohlen. Aber erst letztes Jahr habe ich dann das Buch gekauft und wollte es eigentlich direkt lesen. Das hat, wie ihr jetzt seht, nicht so wirklich funktioniert. Doch im Februar war die Zeit für dieses Buch gekommen und ich habe es nicht bereut.

Der Einstieg in die Geschichte könnte nicht spannender sein. Man wird Zeuge eines Notrufs, der am 30. August 1975 eingeht: es wird berichtet, dass ein junges Mädchen, welches von einem Mann verfolgt wird, durch den Wald flüchtet. Anschließend wird man in den Oktober 2008 katapultiert. In diesem Monat hat Marcus Goldmann sein zweites Buch veröffentlicht, welches ein voller Erfolg wurde und in aller Munde ist. Und dann gelangen wir Leser*innen an den Ausgangspunkt der Geschichte: Anfang 2008. Marcus Goldmann ist von einer Schreibblockade geplagt und weiß nicht so recht wie er an seinen vorherigen Erfolg anknüpfen soll. Dann geschieht im Juni 2008 etwas unglaubliches. Im Garten von Goldmanns ehemaligem Professor und Mentor Harry Quebert wird die Leiche der 15jährigen Nola Kellergan gefunden. Sie verschwand im August 1975 spurlos und wurde nun zufällig entdeckt. Quebert gerät natürlich direkt in Verdacht, dem jungen Mädchen damals etwas angetan zu haben und für Marcus Goldmann steht fest: ich muss etwas tun, um Harrys Unschuld zu beweisen. Denn er ist felsenfest davon überzeugt, dass sein Mentor nichts damit zu tun haben kann.

Im Fokus des Buches steht die Klärung, was im Sommer 1975 geschehen ist. Was ist mit Nola passiert? Was hat Harry Quebert damit zu tun? Ist er wirklich so unschuldig, wie Marcus Goldmann glaubt? Das stellt sich sehr bald als nicht ganz richtig dar, denn der zurückgezogen lebende Schriftsteller lüftet schnell ein Geheimnis: im Sommer 1975 hatte er eine verbotene Beziehung zu der 15jährigen Nola. Harry war damals Mitte 30 und deshalb musste ihre Liebe ein Geheimnis bleiben. Doch laut Harry war sie echt, ehrlich und einzigartig. Für mich persönlich war es recht schwer, diese Beziehung greifen zu können. Die Beschreibungen von Nola waren für mich nicht komplett aussagekräftig. Ich habe ihre besondere Anziehungskraft, die scheinbar alle Männer in Aurora empfunden haben, nicht richtig nachvollziehen können. Sie war ein junges, zierliches Mädchen mit langem blondem Haar. Sie wurde als einfühlsam und liebenswürdig beschrieben, doch auf mich wirkte sie teilweise sehr störrisch und impulsiv. Gleichzeitig manchmal fast schon aufdringlich. Ihre Art war einfach nicht das, was ich mir von einem jungen Mädchen vorstellte, das everybodys Darling war. Dennoch war sie genau das in Aurora. Alle liebten die kleine Nola und alle waren höchst erschüttert darüber, dass sie einfach so verschwand. Als 2008 ihre Leiche gefunden wird ist für alle Bewohner von Aurora klar, dass Harry Quebert etwas damit zu tun haben muss, schließlich wurde sie in seinem Garten gefunden und sein Geständnis der Beziehung zwischen den beiden machte seine Situation nicht besser.
Doch einige Ungereimtheiten lassen nicht nur Marcus Goldmann zweifeln, sondern auch als Leser ist man hin und hergerissen. Ich habe recht schnell daran gezweifelt, dass Quebert wirklich Schuld an Nolas Tod haben soll. Auch wenn er sich nicht unbedingt unauffällig verhalten hat, so wirkte seine Verzweiflung ehrlich. Er war fix und fertig zu erfahren, dass Nola tatsächlich tot war. Da er in Untersuchungshaft sitzt nimmt sich Goldmann dem Fall an und versucht auf eigene Faust zu ermitteln, um herauszufinden, was wirklich geschah.

Durch diese Ermittlungen kommt nicht nur Harry Quebert zu Wort, denn Goldmann spricht mit allen möglichen Bewohnern von Aurora. Sie alle erzählen nach und nach was sich im Sommer 1975 zugetragen hat und es werden die unterschiedlichsten Entdeckungen gemacht. Fragen über Fragen werden aufgeworfen und man bekommt als Leser das Gefühl, alles und jeder könnte letztlich der Täter gewesen sein. Man möchte unbedingt herausfinden, was damals passiert ist und verfolgt deshalb mit großem Interesse, was Marcus herausfinden kann. Die Spannung in der Geschichte ist fast greifbar, Seite um Seite gibt es neue Entwicklungen und nach und nach werden Zusammenhänge klar, die man zuvor gar nicht gesehen hat. Es ist aufregend zu verfolgen, welche Informationen ans Tageslicht gelangen und welche Personen plötzlich in den Fokus geraten.

Der Aufbau des Buches trägt zusätzlich noch dazu bei, dass ich als Leserin an den Seiten gehangen habe, denn man befindet sich abwechselnd in den Jahren 1975, 2008 und auch während der Uni Zeiten von Marcus Goldmann in den frühen 2000er Jahren. Immer wieder werden Schreibtipps von Quebert in die Geschicht eingewoben, genauso wie Erinnerungsfetzen aus dem Jahr 1975 und auch Teile aus dem erfolgreichsten Buch von Quebert. Die Ermittlungsarbeit von Marcus, welche im Jahr 2008 stattfinden, nehmen jedoch einen Großteil ein und das alles zusammen macht aus dieser Geschichte nicht nur einen großartigen Roman, sondern einen unglaublichen Spannungsroman, den man kaum mehr aus der Hand legen will. Der Schreibstil tut sein Übriges dazu und ich kann euch nur ans Herz legen einmal ein Buch von Joel Dicker in die Hand zu nehmen.

Das Ende der Geschichte war eine wahre Verstrickung von Ereignissen und zeigt gleichzeitig auf, dass nichts genau so ist wie es scheint und alles, wirklich alles möglich ist. Bis zum Ende war diese Geschichte ein einziges Verwirrspiel, das unglaublich viel Spaß gemacht hat. Man begleitet nicht nur einen jungen Schriftsteller auf dem Weg zum großen Erfolg, sondern zwei und löst damit gleichzeitig auch noch einen der spannendsten Mordfälle einer fiktiven Kleinstadt der USA.

Fazit

„Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ war für mich eine Achterbahn der Gefühle. Von Ungläubigkeit, Verwunderung, Sprachlosigkeit bis hin zur kompletten Verwirrung war einfach alles dabei. Ich habe an den Seiten geklebt wie selten bei einem Buch und habe jede Information aufgesogen. Joel Dicker weiß, wie man seine Leser auf Trap hält und es ist ihm wirklich gelungen mich am Ende des Buches noch zu überraschen. Er hat mir gezeigt, dass man immer hinter die Fassade blicken sollte, um die ganze Geschichte zu erfahren. Dieses Buch ist eine klare Empfehlung!


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Rosa für alle!