"Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" / "The Incredible Shrinking Man" [USA 1957]


Paul Auster schwärmte in "Bericht aus dem Inneren" von einer seiner elementarsten Erfahrungen, er, der Filmeschwärmer, Wundersucher, Paul Auster, der, der mindestens genauso häufig Kino lebt wie Papier anhäuft. Auster erinnerte sich darin an einen Film, der sein Denken prägte, seine Persönlichkeit transzendierte – "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C". Was mag der Auslöser sein, welches Wunder mag Auster erkannt haben? Es ist das Wunder, klein zu sein, kleiner zu werden, winzig klein. Und alles nebenher, oben, unten, rechts, links, gilt es zu überwinden. So führt Scott Carey (groß: Grant Williams) angesichts der (medizinisch unerklärlichen) Auswirkungen einer Giftwolke, in die er hineingeriet, einen kosmischen Überlebenskampf – gegen seine Hauskatze, ein Streichholz, Kellerüberschwemmungen sowie gegen eine Spinne um Nahrung. Auf den zweiten Blick scheint Scott Carey wahrlich der letzte Mensch zu sein, erst verwissenschaftlicht, dann existenziell allein, geworfen in eine Situation, die die Dinge auf den Kopf stellt. Was Auster hierin fand, liegt nicht nur an der tricktechnisch aufopferungsvollen Materialverzerrung: Tiere und Gegenstände wachsen buchstäblich über sich hinaus, werden bedrohlich, hypnotisch gar. Scott Carey wächst ebenso über sich hinaus, und obwohl die Dinge verloren, vergessen, unbedeutend scheinen, erinnert uns die Erinnerung an sie trotzdem an deren Wert im Universum verlorener, vergessener, unbedeutender Sterne.
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