Die Top 10 der besten Filme aller Zeiten – laut Simon

Erstellt am 15. Juli 2011 von Filmfreek @Filmfreek


Gastbeitrag:
Die Tage habe ich eine Email von Simon bekommen, der gerne an unserer Aktion “Die Top 10 der besten Filme aller Zeiten” teilnehmen möchte – und dabei handelt es sich um eine wirklich ausführliche Email. Danke an Simon an dieser Stelle und nun viel Spaß mit den “Top 10 der besten Filme aller Zeiten – laut Simon”.

Ich denke, dass Top 10-Listen sich bei jedem einzelnen, der sie aufstellt, ändern können, und zwar tagtäglich. Und ich denke, dass das völlig normal ist. Filme zu bewerten – und Kunst überhaupt – ist subjektiv, auch wenn es immer wieder Leute gibt, die Kriterien für Kunst aufstellen wollen, um sie danach bewerten und beurteilen zu können. Aber selbst wenn ein “Filmkenner” auf Grundlage bestimmter Kriterien behauptet, “Der Pate” sei ein sehr guter Film, so hat jeder Mensch das Recht zu sagen: “Nein, für mich ist der Film nicht gut und zwar aus folgenden Gründen…”
Das ist Kunst und das Gute an ihr ist, dass man über sie diskutiert, sich ihr gegenüber positioniert und das in Kommunikation mit Anderen.

Und trotzdem gibt es viele Filme, von denen viele sagen, sie sind gut. Z.B. “Die Verurteilten” als bester Film in der imdb-Liste. Ich habe mir Gedanken gemacht, weil das – glaube ich – ein zentraler Punkt ist. Wie kann es sein, dass es keine allgemein gültigen Kriterien zur Bewertung von Kunst gibt. Gleichzeitig aber würden viele Menschen sagen, dass “Die Verurteilten” ein sehr guter Film ist. Auf der Grundlage welcher Kriterien tun sie das, wo es doch – wie gesagt – keine Grundlagenkriterien gibt? Auf welcher Grundlage überhaupt bewerten wir Kunst?

Ich glaube, darauf eine recht vage, aber doch interessante Antwort gefunden zu haben. Dafür möchte ich zwei fiktive Beispiele bringen. Ein Hollywood-Action-Film bekommt von einem Filmkritiker sehr gute Noten, weil er actionreich ist, sich selbst nicht zu Ernst nimmt, unerwartete Wendungen hat, möglicherweise etwas hölzerne Darsteller, aber dafür einen interessanten Plot, usw….
Gehen wir also von einem Actionfilm aus, der gut unterhalten will, mehr aber auch nicht. Und gehen wir davon aus, dieser Film wird mit beliebten Schauspielern gedreht, um aus dem Film einen Kassenschlager zu machen. Gehen wir davon aus, der Film ist im besten Sinne ein kapitalistisches Produkt, dass mit den Mitteln der Unterhaltung durch berühmte Schauspieler usw. richtig viel Kohle bringen soll.
Nehmen wir nun einen weiteren Film als zweites fiktives Beispiel. Es ist ein ambitionierter Film, der wichtige, für unsere Zukunft existenzielle Themen behandelt. Z.B. die Ausbeutung von Menschen, die in Entwicklungsländern unsere Produkte herstellen. Oder Hunger, oder Erneuerbare Energien, oder Klimaflüchtlinge. Ein Film also, der aufklären will, der Menschen zum Denken und Handeln anregen will, und der im besten Fall die Welt etwas besser machen will. Aus welchen Gründen auch immer zieht der Film aber nicht so richtig in seinen Bann. Möglicherweise ist er zuweilen langweilig und der Kameramann macht auch nicht die beste Arbeit. Der Filmkritiker gibt ihm, sagen wir, 2 von 5 Punkten, mit anderen Worten: Der Film ist enttäuschend, ein Kinobesuch wäre verlorene Zeit.
Wieso bekommt ein oberflächlicher Actionfilm Bestnoten und ein engagierter Independent-Film wird abgewatscht? Diese beiden Beispiele führen uns möglicherweise zu einer interessanten Antwort:
Ein Film ist dann gut, wenn er das gut macht, was er zu machen verspricht, bzw. das ist, was er sein will. Mit anderen Worten: Ein Actionfilm ist dann ein guter Film, wenn er gute Action liefert, unterhaltsam ist, intelligent ist usw. Kurz: all das gut macht, was ein Actionfilm gut können sollte. Der Independent-Film hingegen gibt vor, Interessantes, Neues, Aufklärerisches über ein bestimmtes Thema vorzustellen und enttäuscht letztlich, weil die Fakten langweilig und möglicherweise unlogisch zusammengekettet sind und letztendlich all die guten Ansätze im Sande verlaufen.

Wir erwarten von einem Zahnarzt, dass er unsere Zähne untersucht und behandelt, nicht, dass er, sagen wir, ein guter Vater ist. Genauso erwarte ich von einer Biografie, dass sie mir das fesselnde Leben einer Person vorstellt, nicht aber Fakten über einen Menschen der Vergangenheit aufzählt.

Also nocheinmal:
Ein Film ist dann gut, wenn er das gut macht, was er zu machen verspricht, bzw. das ist, was er sein will.

Auf Grundlage dieser Idee meine 10 “besten” Filme:

  • Big Fish
  • Avatar
  • Zwei glorreiche Halunken
  • Children of Men
  • Knockin on Heavens Door
  • Papillon
  • Braveheart
  • American Beauty
  • Pulp Fiction
  • Die Verurteilten
  • Viele Grüße
    Simon


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