Die Suche nach dem glücklichen Tod

Von Mark Petersen @der_aufschrei

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Vor kurzem fand die Polizei in Paris ein altes Ehepaar vor, das sich selber das Leben genommen hat. Fast romantisch wirkte es, als sie Hand in Hand aufgefunden wurden. Es war eine wunderbare Liebe bis in den Tod und der Selbstmord eine Anklage für mehr Selbstbestimmung im Leben.

Das Ehepaar Georgette und Bernhard Cases führten in Frankreich ein glückliches Leben. Während er lange Zeit als hoher Staatsbeamter arbeitete, verdiente sie ihr Geld als Literaturprofessorin und Schulbuchautorin. Sie waren gebildet, heiter, elegant und liebten sich bis in den Tod – zwei mündige Staatsbürger der westlichen Republik! Mit 86 Jahren haben sie ihrem Leben ein Ende gesetzt, unromantisch mit Plastiktüten über dem Kopf. Obwohl sich in Frankreich derzeit jährlich fast 3000 alte Menschen das Leben nehmen, ist dieser Fall besonders markant. Neben den beiden Leichen lag ein Brief an die Staatsanwaltschaft der Republik. In dieser Art Anklage plädiert das Ehepaar für eine generelle Selbstbestimmung in der Sterbehilfe.

Dieses Thema wurde auch in Deutschland immer wieder kontrovers diskutiert. Hat ein Mensch das Recht, das Leben heiter zu verlassen? Warum zwingt der Staat einen Bürger, der alle Pflichten für das Land erfüllt hat, sich selbst das Leben zu nehmen, bevor er krank und gebrechlich wird? Ist es nicht möglich, selbstbestimmt zu sterben, wenn man genug vom Leben hat? Viele Befürworter der Sterbehilfe sprechen vom respektlosen Verhalten des Staates gegenüber der Freiheit des Bürgers. Doch so leicht ist die Thematik nicht zu beschreiben!

Es geht um viel mehr, als nur um das Recht auf Sterbehilfe. Schließlich wird der Arzt in eine Ecke gedrängt, aus die er sich selber nicht befreien kann. Es geht über die schmerzlindernde Palliativmedizin für Schwerkranke hinaus, es ist die Forderung nach einer legalen Hilfe zur Selbsttötung, beruhend auf dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Darf man einem Artzt zumuten, tödliche Medikamente gesunden Menschen zu verschreiben? Viele Ärzte weigern sich und fordern, dass das religiöse Tötungsverbot respektiert wird. Die Mediziner haben ihren Beruf gewählt, um Menschen zu retten, nicht um zu töten.

Sicherlich ist in der heutigen Zeit der Wunsch ausgeprägt, als moderner Mensch ein anderes Sterben zu erleben. Die Selbstbestimmung in der Gesellschaft spiegelt den Wunsch wieder, dass der Tod vorhersehbar sein sollte und nicht nur in Schmerz und Leid endet. Doch sollte die Sterbehilfe hier nicht die Lösung sein! Sicherlich gibt es viel Altersarmut in Deutschland, die dem Wunsch nach einem erfüllten Leben gegenüber steht. Zudem wird fast jede zweite Ehe geschieden, das Leben vieler alter Menschen endet alleine. Ich bin gegen die Sterbehilfe, denn es liegt an unserer Gesellschaft, diese alten Menschen zu integrieren und in ein besseres Leben zu führen ….. alles ist besser als der Tod!

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Joern Petersen