Die Schnelligkeit des Scheins

Zu Weihnachten ein schickes teures superleichtes Rennrad geschenkt bekommen? An Sylvester brav gute Vorsätze gefasst, von wegen viel Bewegung im neuen Jahr? Und weniger Autofahren und mehr Klima schützen?
Prima. Glückwunsch. Für alle anderen sei folgende Meldung aus der weiten Welt der Wissenschaft:
Der britische Mediziner Jeremy Groves vom Chesterfield Royal Hospital hat einen aufschlussreichen Selbstversuch hinter sich. Er fuhr über Wochen hinweg 22 Kilometer zur Arbeit mit dem Rad. Nach dem Zufallsprinzip mal mit dem alten, für 60 Euro gebraucht gekauften Stahlrad, 13,5 Kilogramm schwer. Mal mit einem für 1180 Euro erstandenen Leichtfahrrad. Mit Karbonrahmen, windschnittig, ultramodern, ganze vier Kilo leichter als das Stahlross. Supercool eben.
Was erwartete Jeremy Groves? Mit dem neuen ultraleichten Karbonrädchen würde er zehn Prozent schneller unterwegs sein. Mindestens.
An einem sonnigen Morgen stellte der umweltfreundliche Pendler denn auch tatsächlich einen neuen Rekord auf und schaffte die hügeligen 22 Kilometer in 43 Minuten. Triumph!
Doch die Enttäuschung nach 53 Arbeitstagen: Für 28 Hin- und Rückfahrten mit dem Gebrauchtrad benötigte der Doktor im Schnitt eine Stunde, 47 Minuten und 48 Sekunden. Mit dem ein Drittel leichteren Luxusbike brauchte er eine Stunde, 47 Minuten, 21 Sekunden.
Ein Ergebnis, das völlig im Widerspruch steht zum schönen Schein, dass weniger Radgewicht mehr Geschwindigkeit bedeutet. Groves' Erkenntnis:
"Eine Gewichtsreduktion des Fahrers verspricht den größeren Nutzen." Bei geringeren Kosten.

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