Die RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN (1970) und die Atombombe

Erstellt am 29. November 2017 von Denis Sasse @filmtogo

In dem Sequel Rückkehr zum Planet der Affen ist Charlton Heston wortwörtlich vom Erdboden verschluckt worden, während sich der ebenfalls gebruchlandete Brent (James Franciscus) auf die Suche nach seinem Astronauten-Kollegen begibt. Dabei trifft er auf die weiterhin äußerst wortkarge Nova (Linda Harrison), die miterleben musste, wie ihr geliebter Brent hinter einer Feuerwand und Blitzen am Himmel vor ihren Augen in der Verbotenen Zone  verschwunden ist.

Natürlich macht James Franciscus auf seiner Suche nach Charlton Heston – vielleicht auch die Suche der Produzenten nach ihrem eigentlich gewünschten Hauptdarsteller – die Bekanntschaft der Affen-Bevölkerung dieses Planeten und wagt sich nach den Erzählungen der Schimpansen Cornelius (David Watson) und Zira (Kim Hunter) ebenfalls bis in die Verbotene Zone vor. Hier trifft er im Untergrund auf mutierte Menschen, die nicht nur über mentale Kräfte verfügen, sondern auch eine Atombombe anbeten.

Das reicht Regisseur Ted Post aber noch nicht an Problemen. Er hetzt seine Militär-Gorillas ebenfalls auf diese Verbotene Zone, die es als Neulandgewinnung zu erobern gilt. Unter dem Kommando des Gorilla-Generals Ursus (James Gregory) kann dieses Vorhaben nicht schnell genug vonstatten gehen, wo doch die berechtigten Einwänden des Orang-Utans Dr. Zaius (Maurice Evans) seinen Plan scheitern lassen könnte.

Rückkehr zum Planet der Affen

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Brent (James Franciscus, links) und Taylor (Charlton Heston, rechts)

Hier bringt der Film seine ganz eigene Gesellschaftskritik ein. Etwas banaler als noch die Dinge, die im ersten Planet der Affen diskutiert wurden, stellt Rückkehr zum Planet der Affen die demonstrierende 68er Generation in den Mittelpunkt. Die Schimpansen wandern mit Schildern durch die Straßen des kleinen Affen-Dorfes und rebellieren gegen die Kriegstreiberei der Gorillas, wie die Jugendlichen, die sich gegen Vietnam aufbäumten.

Die Wissenschaft ist auf einmal gar nicht mehr so böse, wenn Orang-Utan Dr. Zaius – Schurke des ersten Teils – Hilfe bei Cornelius und Zira sucht und sich auf ihre Seite schlägt. Die Militarisierung ist der größere Feind, gegen den es sich lohnt gemeinsam mobil zu machen.

Dieses politische Treiben im Affen-Dorf ist weitaus interessanter als die eigentliche Story des Films. Man hätte Charlton Heston ruhig in der Verbotenen Zone vergessen können, während Neu-Hauptdarsteller James Franciscus ohnehin keinen ordentlichen Ersatz abgibt. So hätte Rückkehr zum Planet der Affen auch ganz ohne menschliche Beteiligung allerhand Potential für eine sehenswerte Fortsetzung haben können.  

Immerhin dürfen wir erleben, wie Franciscus und Heston doch noch zueinander finden und die Astronauten gemeinsame Sache gegen die Mutanten-Menschen machen. Das Finale wird zum gigantischen Untergrund-Showdown erhoben, wenn dann auch noch die Gorillas die Priester der göttlich angehimmelten Bombe attackieren und es zum Tohuwabohu im tiefsten Inneren des Planet der Affen kommt.

Rückkehr zum Planet der Affen

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Gorilla-General Ursus (James Gregory) und Orang-Utan Dr. Zaius (Maurice Evans)

Hier im Untergrund, wo dieser spektakuläre Kampf mit WTF-Ende stattfindet, liegen außerdem weitere Hinweise auf eine frühere Zivilisation verborgen – etwas, dass Charlton Hestons Taylor bereits im ersten Film entdecken durfte und hier nun auch Brent den endgültigen Aufschluss über seinen Aufenthaltsort gibt.

Das Ende lässt eigentlich nicht allzu viele Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen, die aber dennoch stattfindet und das Franchise in eine Comicstrip-Abenteuer Richtung lenkt – was der erste Planet der Affen mit seiner schlichten, erschütternden Story noch umgehen konnte. Bereits in Rückkehr zum Planet der Affen finden wir diesen eher trashigen Pulp-Umgang mit der Sci-Fi, nicht zuletzt aufgrund der Mutanten-Priester, die via Gedankenkraft kommunizieren, ihre menschlichen Gesichter nur als Masken tragen und im Inneren des Planeten eine Atombombe anhimmeln.

Diese erste Fortsetzung macht dabei allerdings noch Spaß, wenn man sich auf die Absurditäten einlässt und einen Hauptdarsteller in Kauf nimmt, der sichtlich als günstige Charlton Heston-Kopie eingekauft worden ist.