Die Parrot Bebop 2 im Test

Von Francis & Bina (my-Road.de)

Die Parrot Bebop 2 ist ein Quadrocopter, mit dem du viel Spaß haben kannst. In diesem Artikel zeige ich dir, was die Drohne alles kann und ob sich der Kauf für dich lohnt.

Die Bebop 2 von Parrot ist eine schöne kleine Drohne, die auf eine beachtliche Flugzeit von bis zu 25 Minuten kommt. Damit hat sich die Flugzeit im Vergleich zum Vorgängermodell mehr als verdoppelt. Doch auch das restliche Flugverhalten der Parrot Bebop 2 hat mich positiv überrascht.

Wir haben die Parrot Bebop 2 getestet

Bei einem Gewicht von 500 Gramm hält der Copter seine Position auch bei kräftigen Windstößen. Das ermöglicht u.a. ein integriertes GPS-Modul. Mit der berechneten Position des Fluggerätes kann der Boardcomputer ungewollte Kursabweichungen ermitteln und korrigieren. Darüber hinaus verfügt die Parrot Bebop 2 über einen Ultraschall-Sensor an der Unterseite. In Bodennähe kann die Drohne den Abstand zum Boden messen und die Position ziemlich gut halten.

Bevor es losgeht: Die Montage der Rotoren

Vor deinem ersten Flug mit der Parrot Bebop 2 musst du die Propeller montieren. Die Propeller selbst lassen sich mit einem kleinen Werkzeug, das dem Lieferumfang beigelegt ist, festziehen. Dieser Schritt klingt zwar trivial, hat bei mir aber für einiges an Ärger gesorgt.

Bei einem Multicopter drehen sich die Rotoren immer abwechselnd in unterschiedliche Richtungen. Damit sich die Luftblätter nicht lösen können, musst du die Propeller auch abwechselnd nach links und nach rechts festziehen. Damit du nun weißt, welcher Rotor auf welchen Motor gehört, hat Parrot die einzelnen Motoren mit farbigen Schutzkappen bedeckt. Analog dazu sind die Propeller mit farbigen Stickern markiert, sodass sich die Propeller gut zu den Motoren zuordnen lassen. Bei der ersten Montage klappt das sicherlich sehr gut. Zudem sorgen die Schutzkappen dafür, dass kein Schmutz in die Motoren gelangen.

Probleme sehe ich allerdings nach dem ersten Flug. Denn die Sticker auf den Propellern musst du für die Montage abziehen. Somit weiß ich nicht mehr zweifelsfrei, welcher Aufkleber zu welchem Rotor gehört und es kann beim nächsten Flug dazu kommen, dass die Bebop 2 durch eine falsche Montage beim Startversuch einen Purzelbaum hinlegt.

Montieren des Propellers

Die Lösung von Parrot finde ich daher nicht sehr gelungen und sehe andere Hersteller in diesem Punkt als weit überlegen. Mit etwas nachdenken kannst du zwar leicht darauf kommen, wo welcher Rotor angebracht werden muss. In der Eile schleichen sich hier aber eben doch mal Fehler ein. 

Ready for Takeoff: Der erste Flug mit der Parrot Bebop 2

Nachdem du die Propeller befestigt und die Akkus geladen hast, kann es schon fast mit dem ersten Flug losgehen. Bitte denke auf jeden Fall daran, dass du deine neue Drohne versichern musst – und das vor dem ersten Flug! Hilfreiche Infos findest du dazu in dem verlinkten Artikel.

Die Parrot Bebop 2 wird mit einem Smartphone oder Tablett gesteuert. Nachdem du die oben genannten Schritte erledigt hast, lädst du dir die FreeFlight Pro App herunter (im Apple App Store und bei Google Play verfügbar). Mit dieser App steuerst du die Parrot Bebop 2. Zuvor muss über das Wifi eine Verbindung hergestellt werden. Eine Passworteingabe ist nicht erforderlich.

Wenn du soweit bist, suche dir am besten ein freies Feld für deinen ersten Flug aus. Hier kannst du dann experimentieren, wie schnell die Drohne auf deine Befehle reagiert und dich an die Flugeigenschaften gewöhnen.

Für die Steuerung der Parrot Bebop 2 gibt es drei Flugmodi:

Joypad
Mit dem Joypad Flugmodus erscheinen auf dem Display deines Smartphones zwei Steuerkreuze. Mit den Steuerkreuzen kannst du in der Freeflight Pro App wie bei einer klassischen Fernsteuerung die Drohne sehr präzise manövrieren.

Normal
Im Normal-Modus wird die Bebop 2 über die Neigung deines Smartphones oder Tablets gelenkt. Kippst du dein Mobilgerät nach vorn, so fliegt auch die Drohne nach vorn. Analog funktioniert das zu den beiden Seiten und nach hinten. Damit du nicht aus Versehen die Drohne auf die Reise schickst, musst du mit dem Daumen das Display berühren. Rotationen um die eigene Achse und das Ansteuern der Flughöhe wird weiterhin über ein Steuerkreuz auf dem Display realisiert.

ASS
Der ASS-Modus geht noch einen kleinen Schritt weiter und ermöglicht es, alle Steuerungsbefehle mit nur einer Hand zu geben. Die andere Hand ist dadurch frei, um die Neigung der Kamera einzustellen. Mit etwas Übung kannst du schöne Schwenks während deinen Kamerafahrten umsetzen.

Mit den drei Flugmodi hat Parrot eine schöne Bandbreite von Steuerungsmöglichkeiten erschaffen. Du solltest ruhig alle Varianten durchprobieren, um festzustellen, wie du deine Drohne am liebsten bedienst. Ich persönlich fühle mich im Joypad-Modus am sichersten. Jedoch liegt das in erster Linie daran, dass ich diesen Modus von anderen Drohnen gewohnt bin.

Die Kamera der Parrot Bebop 2

Bei der Parrot Bebop 2 liegt eindeutig die Freude am Fliegen im Vordergrund, denn die Kamera-Eigenschaften der Bebop 2 sind im Vergleich zu anderen Drohnen am Markt relativ dürftig. Die Bildstabilisierung findet nach wie vor nur digital statt und lässt Wünsche von professionellen Anwendern offen.

Die Kamera der Parrot Bebop 2

Videos werden bei der Bebop 2 in FullHD mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Die 14-Megapixel-Fotos erreichen eine Auflösung von 4096 x 3072 Pixeln. Gesichert werden die Luftaufnahmen auf dem internen 8 GB Flash-Speicher wahlweise in JPG, DNG oder RAW. Bilder wirkten in unseren Tests oft blass. 4K-Aufnahmen sind mit den Parrot-Drohnen nicht möglich.

Auch wenn die Kamera der Parrot Bebop 2 nicht perfekt ist, so ist sie doch für die meisten Hobby-Piloten ausreichend. Wenn du also vor allem Aufnahmen für dich selbst machen möchtest, um schöne Erinnerungen festzuhalten, dann wirst du bestimmt auch mit der Bebop 2 zufrieden sein. Anspruchsvolle Fotografen sollten allerdings einen Blick auf andere Modelle wie die DJI Phantom 4 Pro werfen.

Kleiner Künstler: Die Flugmanöver der Parrot Bebop 2

Seit dem neusten App-Update (v5.0) gibt es einige neue Features (Auto Shots), die dir dabei helfen professionelle Kamerafahrten zu erzeugen. Mit den folgenden Manövern kannst du deine Luftaufnahmen bequem per Knopfdruck starten:

  • 360°: Bei diesem Flugmodus dreht sich die Parrot Bebop 2 langsam um ihre eigene Achse. So erstellst du tolle Panorama-Aufnahmen ohne Verwacklungen.
  • Epic: Die Drohne entfernt sich gleichmäßig vom Startpunkt auf eine Entfernung von 60 Metern.
  • Rise: Die Bebop 2 steigt nach oben und schwenkt zeitgleich die Kamera nach oben
  • Reveal: Die Parrot Bebop 2 fliegt nach vorn und schwenkt zeitgleich die Kamera nach oben

Screenshot der FreeFlight Pro App

Für mich noch interessanter ist dagegen die neue Funktion, mit der du nun Objekte verfolgen lassen kannst (ähnlich wie die ActiveTrack Funktion bei der DJI Mavic Pro). Mit dem neuen Modi Cameraman kannst du ein Objekt markieren und die Bebop richtet sich dann immer so aus, dass dieses Motiv im Mittelpunkt des Bildes bleibt.

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Flugplan einzugeben, bei dem vorgegebene Wegepunkte automatisch abgeflogen werden. Schade ist jedoch, dass man diese sowie auch die „Follow Me –visuelle und GPS-Überwachung“-Funktionen zusätzlich kaufen muss und nicht kostenfrei mit in der App verfügbar sind.

Mit den neusten Update wurde auch die Looping-Funktion entfernt, mit der die Bebop 2 Überschläge in alle Richtungen machen konnte. Die Funktion hat schon für Spaß gesorgt, allerdings brauchst du die Funktion nicht wirklich. Vielleicht lassen sich aber in Zukunft nach Updates wieder Loopings mit der Parrot Bebop 2 durchführen.

Die Parrot Bebop 2 Power im FPV-Set

Viel Freude wirst du mit diesem Quadcopter haben, wenn du gleich das Parrot Bebop 2 FPV Set  oder die neue Bebop 2 Power bestellst.

Das FPV-Set besteht hauptsächlich aus drei Teilen als Ergänzung zum Quadrocopter:

  • Der Skycontroller (Fernsteuerung für die Bebop 2)
  • Smartphone-Halterung
  • Parrot Cockpitglasses (FPV-Brille)

Der Skycontroller ist eine Fernbedienung, mit der sich die Drohne leichter steuern lässt. Zu Beginn empfand ich die Form der Fernsteuerung als etwas gewöhnungsbedürftig, doch ich konnte mich sehr schnell mit dem Design anfreunden. Alle wichtigen Flugmanöver können mit den Knöpfen und Knüppeln über den Skycontroller angesteuert werden. Damit das funktioniert, muss der Skycontroller durch ein USB-Kabel mit deinem Mobilgerät (Smartphone oder Tablett) verbunden werden.

Steuerung der Parrot Bebop 2 per Skycontroller und FPV-Brille

Richtig viel Spaß macht das Fliegen mit den Parrot Cockpitglasses. Durch die FPV-Brille bekommst du das Gefühl, wirklich im Cockpit deiner Bebop 2 zu sitzen und kannst wie ein Vogel die Welt von oben entdecken. Dein Smartphone schließt du ganz normal an dem Skycontoller an, steckst es jedoch in die Cockpitglasses. Nun musst du nur noch in den FPV-Modus wechseln und kannst losfliegen.

Auch wenn ich nun schon eine ganze Weile mit Drohnen fliege, war es für mich noch mal etwas ganz Besonderes, direkt mit einer FPV-Brille die Welt von oben zu erkunden.

Es gibt aber einen kleinen Haken: Am Anfang wurde mir etwas schummrig. Schon nach wenigen Flügen hatte ich mich aber an die neue Perspektive gewöhnt und konnte die FPV-Brille im vollen Umfang genießen. Von daher empfehle ich dir, die Parrot Bebop 2 gleich mit den Cockpitglasses und dem Skycontroller im FPV-Set zu bestellen. Du wirst damit noch mal deutlich mehr Spaß haben!

Neu seit 2017: Die Parrot Bebop 2 Power

Im Herbst 2017 hat Parrot die neue Bebop 2 Power herausgebracht, die für meinen Geschmack ein wenig eleganter aussieht. Die reguläre Bebop 2 wirkt eher wie ein Spielzeug, wohingegen die Parrot Bebop 2 Power schon einen solideren Eindruck erweckt.

Im Lieferumfang der Bebop 2 Power sind der Skycontroller und die Cockpitglasses mit inbegriffen, sodass keine Zusatzkosten anfallen. Die mitgelieferten Akkus weisen eine verbesserte Leistung auf, sodass Flugzeiten bis zu 30 Minuten möglich werden.

Die Parrot Bebop 2 Power lässt sich direkt von der Handfläche aus starten, indem du den Copter in die Luft wirfst. Das kann bei unebenen Terrain von großem Vorteil sein. Dir bleibt aber auch die traditionelle Methode, bei der du die Bebop 2 Power vom Boden aus startest (Auto TakeOff).

Auch wenn die Verbesserungen nur gering sind; ich würde mich auf jeden Fall jetzt für die Parrot Bebop 2 Power entscheiden.

Mein Fazit zur Parrot Bebop 2 (Power)

Die Parrot Bebop 2 Power macht richtig viel Laune! Der Quadrocopter lässt sich schön fliegen und bietet mit den CockpitGlasses eine wunderbare Perspektive über das Gebiet, in dem du gerade fliegst. Als größten Nachteil des Copters sehe ich, dass die Bildstabilisierung nur digital erfolgt und kein mechanisches Gimbal angebracht ist. Wer jedoch den Flugspaß in den Mittelpunkt rückt und keine zu hohen Ansprüche an die Video-Qualität hat, der wird mit der Parrot Bebop 2 Power sehr zufrieden sein.

Parrot Bebop 2 Power

699.00 € 79

Bedienung

7/10

Kamera

3/10

Funktionen

8/10

Reisetauglichkeit

8/10

Flugverhalten

8/10

Preis-/Leistung

8/10

Vorteile

  • Zahlreiche Steuerungsmöglichkeiten zur Auswahl
  • Günstiges Einstiegsmodel mit hoher Reichweite
  • Einfacher Transport durch geringes Gewicht
  • Looping-Funktion für maximalen Flugspaß
  • Funktion zum automatischen Verfolgen von Objekten integriert

Nachteile

  • Montage der Propeller ist recht aufwändig
  • Bilder werden nur digital stabilisiert
  • Automatisierte Flugmanöver müssen über InApp-Käufe freigeschalten werden
  • Akku der Drohne und der Fernsteuerung können nur nacheinander geladen werden
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