die palladio-aldinen

Harmonisch und elegant: kaum einem anderen Architekten gelang eine so perfekte Symbiose von Zweckdienlichkeit und Ästhetik wie Andrea Palladio! Als erster „reiner“ Berufsarchitekt prägte er die Renaissance-Architektur Italiens mit weltweit bewunderten Villen, Brücken, Landsitzen, Theatern und Sakralbauten. Und auch wenn seine Ideen längst als überholt gelten, entdecken zahlreiche Kollegen sie heute wieder.

Vor mehr als 500 Jahren geboren, ist Palladios Erbe nach wie vor höchst lebendig: sein Gefühl für Proportionen setzte Maßstäbe und sein architektonisches Lehrbuch war damals schon eine Art „Baukasten“, aus dem sich junge Kollegen bedienen konnten, um eigene Lösungen zu finden und Palladios Kunst weiter zu entwickeln.

„Man sollte wieder Villen wie Palladio bauen“, seufzte vor Jahren ein Redakteur der Welt und tatsächlich wird Palladios klassische Baukunst nach wie vor auf der ganzen Welt kopiert und neu tradiert. Doch nicht nur Architekten feiern den Renaissance-Meister, auch Italien-Touristen geraten vor der Villa Rotonda in Vicenza oder vor der venedischen Votivkirche Il Retendore in Verzückung.

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Für Palladio-Fans und alle, die es werden wollen, hat Ulrike Eichhorn ein ganz besonderes Machwerk veröffentlicht: ihre Palladio-Aldinen sind Werkschau und Biografie in einem und ungewöhnlich, ansprechend gestaltet.

Jeder Band der aufwändig ausgestatteten Reihe behandelt einen anderen Schwerpunkt: der erste Band ist Palladios Entwicklung und Leben im Veneto gewidmet – in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, macht der gelernte Steinmetz und Baumeister seinen Weg in adlige Kreise und wird zum gefragtesten Architekt seiner Zeit.

Der zweite Band zeichnet Palladios Wirken in Rom nach, der dritte Band ist die Werkschau im eigentlichen Sinn und rückt vor allem einzelne Bauten Palladios in den Mittelpunkt.

Bei ihren Recherchen stöberte Autorin und Architektin Ulrike Eichhorn in Archiven, Museen und Sammlungen, studierte Stadtpläne, Schriften und natürlich Palladios Werke selbst. Und tatsächlich ist ihr mit den Palladio-Aldinen etwas Einzigartiges gelungen, denn wir Leser lernen nicht nur den Meister und seine Arbeit, sondern auch seine Familie, Freunde, Lehrmeister, Förderer, Auftraggeber und andere Zeitgenossen kennen.

Wir tauchen ein in die politisch-gesellschaftlichen Ereignisse italienischer Kultur-Zentren des 16. Jahrhunderts und erfahren in kurzen Zitaten und Aphorismen, was Vater und Sohn von Goethe auf ihren Italienreisen zu Palladio notiert haben.

„Das Leben und Wirken Palladios ist derart umfangreich und spannend, dass die historische Recherche wohl nie ganz abgeschlossen werden kann und immer wieder neue, unentdeckte Spuren auftauchen werden“, schreibt Ulrike Eichhorn im Vorwort des ersten Bandes – um so löblicher, dass sie sich an die ambitionierte, lebendig gestaltete und möglichst umfassenden Werkschau gemacht hat!

Auf ihrem Blog aktualisiert und ergänzt Ulrike Eichhorn ihre Informationen über Palladio, Leser sind ausdrücklich eingeladen, sich mit eigenen Hinweisen, Erlebnissen und Erkenntnissen zu beteiligen!

Die einzelnen Bände passen prima in jede Handtasche oder den Rucksack und sie sind unterhaltsam-interessante Begleiter für Lese-Mittage im Park und natürlich für Reisen und Besichtigungen vor Ort, zum Beispiel im Rahmen eines herbstlichen Italien-Kurztrips?

Personenverzeichnisse, Zeittafeln und Werksverzeichnisse im Anhang erleichtern die Orientierung, außerdem hat Ulrike Eichhorn eine digitale Landkarte erstellt, die überall mobil abgerufen werden kann.

Für einen möglichst vollständigen und tiefgehenden Einblick in Palladios Leben und Wirken empfehlen sich die gesamten drei Bände, aber auch jeder Band allein lässt mit dichter Recherche, zahlreichen Fotos, Abbildungen, Karten und Infos den Mensch Palladio und ein Stück Architektur-Geschichte lebendig werden.

Ulrike Eichhorn „Palladio-Aldinen“ | Vol. 1 „Palladio im Veneto“, 488 Seiten, 48 Euro | Vol. 2 „Palladio in Rom“, 304 Seiten, 36 Euro | Vol. 3 „Palladios Werkschau“, 508 Seiten, 48 Euro | broschiert, Edition Eichhorn


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