Die Motte erblickt das Licht der Welt…so hatte ich mir die Geburt nicht vorgestellt!

Heute möchte ich Euch mal ein bisschen von meiner Geburt mit der Motte erzählen. Ich habe auf so vielen Blogs bereits Geburtsgeschichten gelesen und da gerade im Moment das Thema “Zukunft der Geburtshilfe mit oder ohne Hebammen” sehr präsent ist, möchte ich heute berichten, welche Rolle unsere Hebamme bei der Geburt der kleinen Motte gespielt hat. Und da die liebe Alina vom Blog “Liebling ich blogge jetzt” gerade auch zu einer #Blogparade zu diesem Thema aufgerufen hat, schließe ich mich dort einfach mal an.

Gleich vorweg: im Vorfeld hatte ich eine unheimliche Angst vor der Geburt. Als dann an einem grauen Januar-Montagmorgen um 9.00 Uhr meine Fruchtblase platze war die Angst aber auf einmal wie weggeblasen. Nun sollte es also endlich losgehen. Die letzten Stunden zu zweit, dann dürfen wir sie endlich in unsere Arme schließen. So dachte ich.

Bereits am Wochenende hatte ich ein starkes Gefühl, dass es nun bald losgeht. Am Montagmorgen, als mein Mann aus dem Bett aufstand dachte ich noch: ” eigentlich kannst Du ihm sagen er muss nicht arbeiten gehen. Heute geht es los”. Aber man verwirft so einen Gedanken dann ja doch wieder. Also drehte ich mich nochmal im Bett rum und mein Mann fuhr zur Arbeit. Und dann platze die Fruchtblase. Ich noch total verschlafen in Schlafanzug und altem T-Shirt. Alles war nass. Nicht nur so ein bisschen – nein – ich lag in einem kleinen See…

Mein Handy liegt immer am Bett. Also rief ich meinen Mann an, er solle nach Hause kommen. Dann anschließend den Krankentransport, den uns unsere Hebamme aus dem Geburtsvorbereitungskurs genannt hatte. Aufstehen dürfte ich ja nicht mehr. Wehen hatte ich noch keine.

So schön hatte ich mir das vorgestellt. Frisch geduscht in den Kreißsaal wenn die ersten Wehen einsetzen. Oder zumindest angezogen. Aber so lag ich da auf dieser Krankentransportliege und sah aus wie ausgekotzt. Außerdem musste ich auf die Toilette. Wie verrückt. Und dürfte nicht. Gott sei Dank wurde ich im Krankenhaus angekommen schnell untersucht und dürfte dann – nach einem kurzen CTG – auch endlich auf die Toilette.

Da meine Wehen noch nicht eingesetzt hatten, wurde ich erst mal auf die Pränatalstation verlegt. Dort sollten wir warten, bis es losgeht. Und dann ging es los. Aber nicht sanft und in großen Abständen, die sich stetig verkürzen. Nein. Gegen 13.00 Uhr setzten die Wehen ein und kamen kurz und heftig im 2-Minuten-Takt. Also wurde ich schnurstracks in einen Kreißsaal verlegt und untersucht. Der Muttermund war kaum geöffnet. Aber mir wurde versichert, dass es wohl jetzt schnell geht, wenn die Wehen so kurz und heftig hintereinander kommen. Also lag ich da. Veratmete tapfer eine Wehe nach der anderen, mein Mann hielt meine Hand.

Zwischendurch kam eine Hebamme rein um nach uns zu schauen. Insgesamt wurden wir aber viel in Ruhe gelassen, was mir sehr entgegenkam. Nach 6 Stunden Wehen dann die ernüchternde Nachricht: der Muttermund war immer noch kaum geöffnet. Ich aber schon völlig am Ende. Ich hatte kaum noch Kraft die Wehen zu ertragen.

Mir wurde vorgeschlagen in die Wanne zu gehen. Tolle Idee dachte ich. Ich liebe Baden. Nicht an diesem Tag. Kaum saß ich drin, hatte ich Panik und fühlte mich überhaupt nicht wohl, musste unbedingt wieder raus. Also weiter Schmerzen ertragen.

Und dann in der Abendschicht kam sie: meine Hebamme. Ich nenne sie einfach mal so, weil sie diejenige war, die die Sache in die Hand genommen und unsere kleine Maus letztendlich auf die Welt begleitet hat. Eine etwas ältere, robuste kleine Frau, die sehr nett aber bestimmt auftrat und mir so gut tat. Hey, es war meine erste Geburt, man weiß ja nicht wie so was geht. Sie entschied also: ab an den Tropf – wehenförderndes Mittel und PDA. Die Ärzte rückten an, mit allen Gerätschaften für die PDA. Ich war verzweifelt, dachte, dass ich das nie schaffe still zu halten, während die PDA gelegt wird. Aber Hella, unsere Hebamme , hielt mich wunderbar sanft und trotzdem bestimmt fest. Meinen Kopf ruhte auf ihrer Brust und sie sagte mir genau, wann ich still halten musste. Und ruck zuck saß die PDA. Ich fühlte mich unheimlich sicher in ihrer Nähe. Sie wüsste schon, was zu tun war, ich vertraute ihr.

Nachdem die PDA gesetzt war, blieb mir Zeit zum Durchatmen. Ich konnte mich ein bisschen ausruhen von den Schmerzen, sogar für eine Stunde weg dösen. Der Wehentropf arbeitete währenddessen und endlich ging es voran. Der Muttermund öffnete sich. Gegen 05.00 Uhr in der Früh kamen die Presswehen. Und dann war sie wieder an meiner Seite. Obwohl Ihr Feierabend kurz bevor stand, blieb meine Hebamme so lange, bis meine Maus sicher in meinen Armen lag. Sie sagte mir genau, was ich tun muss, sprach mir Mut zu und gab mir das Gefühl, dass ich das schon schaffe. Dass ich stark bin und dieses Kind auf die Welt bringe.

Aber die Motte schaffte das letzte Stück durch den Geburtskanal nicht. Immer wieder rutschte das Köpfchen zurück. Die Hebamme und eine Ärztin lagen auf meinem Bauch und drückten. Es war schrecklich. Irgendwie hatte ich mir das alles anders vorgestellt. Letztlich half nur noch die Saugglocke.

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Aber dann: um 06.17 Uhr am Dienstagmorgen erblickte unsere Motte gesund und munter das Licht der Welt. Sie hatte viel Fruchtwasser geschluckt und war völlig erschöpft von der langen Geburt. Friedlich lag sie auf meiner Brust, fing sofort an zaghaft und dennoch kräftig zu saugen und blickt uns an aus ihren winzigen Äuglein. Und wir staunten und staunten. Und waren so glücklich.

Leider ließ die Nachgeburt auf sich warten. Mehrere Versuche blieben erfolglos. Ärzte kamen und bauten alles für eine Ausschabung auf. Doch dann sagte meine Hebamme: “nein, wir versuchen das noch ein letztes Mal”. Und: es klappte! Die Nachgeburt kam auf natürlichem Wege. Ich war so dankbar, dass mir nach 21 Stunden Strapaze eine Ausschabung erspart blieb.

Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite. Hat mit mir gelitten und mich unterstützt. Dafür danke ich ihm sehr. Auch wenn ich ihm während der Wehen deutlich gesagt habe, dass das alles eine “Scheiß-Idee” war, und obwohl ich während der ganzen Zeit sehr auf mich selbst konzentriert war, hat er alles getan, um die ewige Warterei und die schlimmen Schmerzen im Kreißsaal zu vertreiben.

Und obwohl wir als Frauen so eine Geburt nur ganz allein schaffen können, danke ich meiner Hebamme aus tiefstem Herzen dafür, dass sie immer da war, wenn ich sie brauchte. Dass sie mir die Unsicherheit genommen hat und mich darin bestärkt hat, dass ich dieses Kind zur Welt bringe. Dass ich das schaffe und genug Kraft habe. Eine Geburt ohne Hebamme? Für mich unvorstellbar!

Heute denke ich an die Geburt der Motte – trotz allen Strapazen und Schwierigkeiten – mit gutem Gefühl zurück. Es war ein gewaltiges, einschneidendes Erlebnis. Aber ich hatte mir das alles so ganz anders vorgestellt. Es lief nicht ideal. Aber es hat mir gezeigt, dass wir Frauen zu viel mehr in der Lage sind, als wir uns manchmal vorstellen können. Und darauf sollten wir stolz sein. Wir schaffen etwas einzigartiges. Wir bringen neues Leben zur Welt. Und das ist ein Wunder – immer wieder!

Und nun will ich von Euch wissen: lief Eure Geburt genauso ab, wie ihr Euch das vorgestellt / erhofft hattet? An was erinnert Ihr Euch gern? Was hätte anders sein können? Und könnt Ihr Euch eine Geburt ohne Hebamme vorstellen?


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