Die Macht der Papiertiger

Die Macht der PapiertigerAn allem ist selbstverständlich wie immer George W. Bush schuld. «Wir sind der Meinung, dass solche formalen Gespräche nichts bringen", ließ der verhasste US-Präsident seine Delegationsleiterin bei der UN-Klimakonferenz anno 2005 in Montreal sagen. Damals hatten alle ehrlichen Menschen noch gehofft, die Erwärmung der Welt und das Ansteigen der Meere könnten durch das rechtzeitige Abhalten von Konferenz aufgehalten werden. Schon 1997 waren vernünftige Politiker in vernünftigen Ländern wie Deutschland deshalb bereit gewesen, sich schriftlich zu verpflichten, bis 2012 rund fünf Prozent weniger Klimagase auszustossen als 1990. Nur Bushs Amerika verweigerte sich wenig später, die Verträge zu unterzeichnen. Mit dem Argument, Wirtschaftswachstum sei wichtiger als Klima, deshalb werde man keine Absichten bekunden, die man am Ende sowieso nicht einhalten werde.
Alle anderen Nationen sahen das anders. Wie ein Mann unterzeichneten sie das sogenannte Kyoto-Protokoll. Heimkehrende Politiker versprachen ihren Völkern dann, dass alles auf einem guten Weg sei, nur eben diese Amerikaner seien ein Problem, denn sie wollten nicht mitmachen bei der Rettung der Welt.
Wie alle anderen Nationen auch, so zeigen die Zahlen des Internationalen Wirtschaftsforums. Denen zufolge lagen die CO2-Emissionen 2010 bei rund 32 Mrd. Tonnen und damit fast ein Drittel höher als1990, dem Bezugsjahr für das Kyoto-Protokoll. Ursprünglich hatten die Unterzeichnerstaaten des Protokolls vereinbart, ihren CO2-Ausstoß gegenüber der Menge von 1990 um ein Fünftel zu senken.
Das hat nun nicht ganz geklappt. Zwar verminderte Europa seinen CO2-Ausstoß bis 2009 um 6,4 Prozent. Doch dazu trug vor allem die Verlagerung von Industrieproduktion nach Asien bei. Deutschland schaffte seine Vorhaben durch die Abschaltung der Altindustrie im Osten, der jetzt vom Westen aus mitversorgt wird.
Auch die Bilanz der übrigen Welt zeigt eindrucksvoll, wie unglaublich wirksam das Kyoto-Protokoll gewesen ist: Die USA, die es nicht unterzeichnet hat, erhöhte ihren CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 13,3 Prozent. Doch Kanada, das immer Feuer und Flamme für Kyoto war, steigerte seinen sogar um 24 Prozent. Lettland und die Ukraine schafften durch konsequente Stilllegungen in der Industrie fünfmal mehr weniger CO2 als vereinbart. Australien, lange Zeit ein Vorkämpfer für die Kyoto-Vereinbarungen, übertraf die ihm im Rahmen der Senkungsvereinbarungen zugestandene Möglichkeit einer leichten Erhöhung des Ausstoßes um das Dreifache.
Stilles Ende bei Heise


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