Die Liebe zum Wein entdeckt – vom Ursprung an

Von Kunterbuntweissblau @kunterbuntweiss

Dass ich gerne koche, backe und esse weiß der aufmerksame kunterbuntweissblau Leser ganz genau. Dem noch aufmerksameren Leser ist auch aufgefallen, dass ich immer öfter einen gute Tropfen zu meinen Gerichten empfehle. Es ist alles dabei, vom Riesling über den Grauburgunder zum Merlot zum Torilan. Meist von Weingütern aus dem Süden Deutschlands und den österreichischen Nachbarn.

Ich muss gestehen, Wein hat mich sehr lange nicht besonders interessiert. Klar, ein Gläschen zum guten Essen hab ich schon mal gerne getrunken, aber mehr auch nicht.

Aber im letzten Jahr hat sich das nun verändert und mein Interesse wurde geweckt. Zum einen durch gute Freunde die darüber bloggen, zum anderen durch den Liebsten, der durch seine Wohnortswahl der letzten zwei Jahre notgedrungen mit dem Thema Wein in Berührung kam.

So hatte es ihn beruflich in den Westen verschlagen, nahe der französischen Grenze. Für einen gebürtigen Oberbayern erscheint die Gegend dort nicht besonders spannend. Mir fehlten dort immer die Berge und naja, einfach das, was Bayern so ausmacht. Ich konnte mir nie vorstellen dort zu leben und war auch selten zu Besuch.
Nachdem die feierabendlichen Mountainbiketouren unweigerlich immer durch die Weinberge führten, begann er sich immer mehr für Wein zu interessieren. Weingüter wurden besucht, Freundschaften mit Winzern geschlossen und sich immer mehr mit dem Thema Wein auseinander gesetzt. Und dann wurde er angesteckt. Über Baden hinaus begann das Interesse auch für Wein aus Frankreich, Österreich und Italien. Mein Keller füllte sich immer mehr und ich hatte eben die Gelegenheit unterschiedlichste Tropfen zum Essen genießen und kombinieren zu dürfen.

Ich gebe zu, manchmal nervt mich das extreme Philosophieren über Rebsorten, Geschmacksnuancen und neue Trends wie Orange Wein, aber schlussendlich hat es mich auch gepackt.

Zum Abschluss der beruflichen Verpflichtung stattete ich Baden und dem Elsass dann im Oktober einen vorerst letzten Besuch ab. Noch einmal Bummeln durch Straßburg, eine zünftige Brotzeit in der Strauße und wandern durch die Weinberge hatte ich auf dem Plan.

Überrascht wurde ich dann, als ich frühmorgens wachgerüttelt wurde und es hieß, auf in den Weinberg liebe Amelie. „Ne, ich bin doch nicht doof! In meiner Zeitrechnung ist doch noch Nacht! Und dann da im nassen Gras rumturnen…“, sagte ich sehr mürrisch, ließ mich aber, warum auch immer, doch überreden.

Und ich kann nur sagen, das aus dem Bett schälen war es wert.

Es ist ein tolles Gefühl, am Ursprung zu sein. Früh morgens, wenn die Nebel über den Weinbergen liegen und sich eine Truppe motivierter Menschen trifft um fleißig die Kübel mit reifen Trauben zu füllen.

Die Jungs vom Weingut Enderle und Moll haben uns also eine Schere in die Hand gedrückt und los ging es. Rebe für Rebe fiel in die Eimer.

Nach drei Stunden gab es eine Brotzeit direkt im Weinberg bevor wir dann zum Hof fuhren und entrappt haben.

Entrappen Schritt für Schritt

3000 Liter Maische war das Ergebnis und ich bin schon ganz gespannt, wenn ich nächstes Jahr ein Fläschchen des eigens gepflückten und bearbeiteten Grauburgunders genießen kann. Ich werde berichten, wie er schmeckt!

Ein Blick in den Keller

Derweil darf ich verraten, dass mich eben mitunter durch dieses Erlebnis nun auch das Weinfieber gepackt hat und ich in nächster Zeit doch das ein oder andere Mal über guten Wein berichten werde. Ich freue mich, wenn ihr mich beim Kennenlernen und Entdecken begleitet!


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