Die letzte Chemo – Bye bye, Kevin, Teil 1

Heute hatte ich meine letzte Chemo.

6 Monate lang war ich erst alle 3 Wochen, später jede Woche für viele Stunden im Chemo-Raum. Eine lange Zeit – und es ist so viel passiert!

Die letzte Chemo

Im Nachhinein ist das letzte halbe Jahr doch ziemlich schnell vergangen. Trotz aller Tiefen gab es auch wunderschöne Momente – allen voran die Geburt der Mini-Prinzessin.
Die hat mich (zum Glück?) auch ziemlich auf Trab gehalten und mir in vielen Momenten gar keine Zeit gelassen, um mich zu sorgen und mir all zu viele Gedanken zu machen.

Jetzt habe ich die Chemo hinter mir und mit ihr den ersten Teil im Kampf gegen Kevin.

Im August folgt dann Teil 2: Die Operation. Dafür habe ich schon einen Gesprächstermin mit der Oberärztin des Brustzentrums, wo ich behandelt werde.
Wenn es soweit ist werde ich darüber nochmal etwas schreiben. Ich muss mich hier selbst noch ein wenig mehr informieren und Gespräche führen, aber so wie es momentan aussieht, plane ich, mir neben der betroffenen Brust auch gleich die andere prophylaktisch abnehmen zu lassen. Im besten Fall direkt mit Wiederaufbau.
Aber wie gesagt, mehr dazu demnächst!

Da ich weiterhin eine Antikörper-Therapie bekomme, muss ich noch immer alle 3 Wochen ins Krankenhaus fahren. Nun aber bloß noch, um mir eine Spritze abzuholen.

Irgendwie ist es ein komischers Gefühl, nun damit durch zu sein. Einerseits freue ich mich natürlich riesig – es war eine sehr anstrengende Zeit und es ging mir vor allem körperlich oft nicht gut.
Die Chemo werde ich definitiv nicht vermissen, so viel steht fest!

Aber es war nicht alles nur schlecht. Die Termine im Chemo-Raum hatten auch immer etwas Positives: Ich habe viele nette Menschen kennengelernt. Ich habe viel schöne Gespräche geführt, man hat mir oft Mut gemacht und manchmal konnte auch ich anderen Mut machen und helfen.
Das ist etwas, was ich sicherlich vermissen werde.

Deshalb habe ich mich heute für einen Kurs angemeldet, der für Patienten meines Brustzentrums kostenlos angeboten wird. Es ist eine Art Achtsamkeitstraining, das aber auch viele andere Elemente umfasst – gesunde Ernährung, Bewegung, Stressreduktion, etc. Der Kurs beginnt im September und dauert 11 Wochen. Darauf freue ich mich schon! Hierfür muss ich ganz besonders (mal wieder!) meiner Mutter danken, die sich bereit erklärt hat, an den Tagen, an denen der Kurs stattfindet, die Kinder zu hüten.

Ich bin sehr gespannt und auch ein bisschen nervös, was in den nächsten Wochen noch auf mich zukommen wird. Und ich hoffe und bete und wünsche mir einfach nur, dass ich am Ende dieser Reise sagen kann: Ich bin krebsfrei! Bye bye, Kevin!

Drückt mir die Daumen, ihr Lieben. Ich halte euch auf dem Laufenden!


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