Staub auf den Stiefeln, die Sonne brennt heiß, Frenchie reitet weiter, zahlt niemals den Preis. Ein Kuss kann verlocken, doch trau niemals zu sehr, denn manchmal spricht zuerst die Liebe und dann das Gewehr.

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" data-image-meta="{" width="637" data-comments-opened="1" loading="lazy" data-permalink="https://cleobe.wordpress.com/screenshot-90/" aperture="aperture" />Cover von Die Legende von Frenchie QueenFrenchie Queen folgt keinen Regeln und keinem Plan. Wer sich ihr in den Weg stellt, hat meist schon verloren.
Eine außergewöhnliche Frau in einer rauen Welt – Manchmal greift man zu einem Buch, das eigentlich überhaupt nicht dem eigenen Lieblingsgenre entspricht. Genau so ging es mir mit „Die Legende von Frenchie Queen: Ein Kuss, dann eine Kugel, besser zwei“ von Stefan Barth. Western gehören normalerweise nicht zu den Genres, nach denen ich gezielt greife. Die staubigen Straßen des Wilden Westens, Revolverduelle und Goldgräbergeschichten haben mich bisher eher selten angelockt. Doch manchmal gibt es Bücher, die allein durch ihre Figuren neugierig machen. Und Frenchie Queen ist genau so eine Figur.
Diese ungewöhnliche Frau versprach etwas anderes als die klassischen Heldengeschichten, die man oft erwartet und genau das habe ich auch bekommen. Schon nach wenigen Seiten war klar: Dieses Buch will nicht romantisieren. Es will den Wilden Westen zeigen, wie er vermutlich war – schmutzig, brutal, gefährlich und voller Menschen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen mussten. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann komm doch einfach mit in den wilden Westen. Auf geht’s…
Willkommen in Deadwood zwischen Goldgier und Gefahr – Stefan Barth entführt uns nach Dakota ins Jahr 1882 und mitten hinein in eine Welt, die von Goldrausch, Gewalt, Überlebenswillen und menschlichen Abgründen geprägt ist. Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, dass dieser Roman den Wilden Westen nicht verklärt, sondern ihn in all seiner Härte zeigt. Deadwood wirkt lebendig, laut und gefährlich. Man spürt den Staub der Straßen, die Anspannung in den Saloons und die ständige Unsicherheit einer Zeit, in der das Leben oft nur einen Augenblick vom Tod entfernt war.
Dabei dient die Kulisse nicht bloß als Hintergrund, sondern wird zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte. Die Suche nach Gold, die unterschiedlichen Interessen der Figuren und die Konflikte, die daraus entstehen, sorgen dafür, dass die Handlung jederzeit in Bewegung bleibt. Man merkt deutlich, dass Stefan Barth das Western-Genre liebt und dessen besondere Stimmung authentisch einzufangen weiß. Seine Leidenschaft für klassische und moderne Western ist deutlich spürbar und verleiht dem Roman eine Atmosphäre, die einen direkt in den Sattel setzt.
Frenchie Queen: unbequem, gefährlich und faszinierend – Das Herzstück der Geschichte ist ohne Zweifel Frenchie Queen. Sie ist keine klassische Heldin, die sofort Sympathien sammelt. Vielmehr begegnet man einer Frau, die trinkt, flucht, kämpft und ihre Ziele oft kompromisslos verfolgt. Sie handelt nicht immer richtig, denkt häufig zuerst an sich selbst und schreckt auch vor harten Entscheidungen nicht zurück. Gerade diese Eigenschaften machen sie jedoch so interessant.
Frenchie wirkt nicht wie eine perfekte Romanfigur, sondern wie ein Mensch, der von seiner Vergangenheit geprägt wurde. Hinter ihrer harten Schale verbirgt sich deutlich mehr, als man zunächst vermutet. Immer wieder werden kleine Risse in ihrer Fassade sichtbar und zeigen, dass auch sie Verletzungen und Narben mit sich trägt. Diese Mischung aus Stärke, Rücksichtslosigkeit und verborgener Verletzlichkeit hat mich positiv überrascht und der Figur deutlich mehr Tiefe verliehen, als ich zu Beginn erwartet hatte.
Die Menschen hinter der Geschichte – Neben Frenchie spielt auch das Lakota-Mädchen Chumani eine wichtige Rolle. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, bringt sie eine zusätzliche Ebene in die Handlung und sorgt dafür, dass die Geschichte mehr ist als ein reiner Action-Western. Auch die übrigen Figuren tragen dazu bei, dass die Handlung lebendig bleibt. Sie zeigen die unterschiedlichen Facetten einer Welt, in der Vertrauen selten und Eigennutz oft die stärkste Motivation ist. Dadurch entsteht ein glaubwürdiges Bild einer Zeit, die von Unsicherheit und ständigem Überlebenskampf geprägt war.
Action, Tempo und starke Bilder – Natürlich kommt die Action in diesem Roman nicht zu kurz. Schießereien, Kämpfe und gefährliche Situationen gehören fest zur Geschichte. Gleichzeitig bleibt die Handlung jedoch nicht bei bloßer Spannung stehen. Immer wieder geht es auch um menschliche Schwächen, um Gier, Macht und die Folgen eigener Entscheidungen. Viele Figuren überschätzen sich selbst oder verfolgen ihre Ziele ohne Rücksicht auf andere. Dadurch entsteht eine Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern auch die Schattenseiten ihrer Figuren sichtbar macht.
Der Schreibstil – Stefan Barth schreibt direkt, kraftvoll und ohne unnötige Umwege. Der Roman liest sich schnell und flüssig. Die Szenen besitzen Tempo und Dynamik, ohne dabei hektisch zu wirken. Besonders die Actionszenen entfalten eine starke Bildhaftigkeit, sodass man sich viele Momente wie Ausschnitte aus einem Westernfilm vorstellen kann. Gleichzeitig gelingt es dem Autor immer wieder, zwischen all der Action kleine Einblicke in die Figuren zu geben.
Dadurch bleibt die Geschichte nicht an der Oberfläche, sondern erhält immer wieder emotionale Momente, die den Charakteren zusätzliche Tiefe verleihen. Gerade solche Leser wie mich, die normalerweise keine Western lesen, könnten hier positiv überrascht werden. Denn die Geschichte funktioniert nicht nur über das Genre, sondern vor allem über ihre Figuren.
FAZIT: Eine Frau, die man nicht vergessen kann – Dieser Roman bekommt von mir eine 100%ige Leseempfehlung. Mit „Die Legende von Frenchie Queen: Ein Kuss, dann eine Kugel, besser zwei“ präsentiert Stefan Barth einen actionreichen und atmosphärischen Western, der vor allem durch seine außergewöhnliche Hauptfigur überzeugt. Frenchie Queen ist unbequem, eigensinnig und alles andere als perfekt. Gerade deshalb bleibt sie im Gedächtnis. Sie verleiht der Geschichte eine Tiefe, die weit über reine Schießereien und Abenteuer hinausgeht. Die Mischung aus rasantem Tempo, authentischem Western-Flair und einer Protagonistin mit vielen Ecken und Kanten hat mich sehr gut unterhalten und positiv überrascht. Auch wenn Western weiterhin nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören, hat dieses Buch genau das geliefert, was ich mir erhofft hatte: eine schnelle, spannende und schussreiche Geschichte mit einer starken Hauptfigur, die deutlich mehr Facetten besitzt, als man zunächst vermutet.
Mein persönliches Schlusswort: Mehr als nur ein Western – Wenn mir vor einigen Wochen jemand gesagt hätte, dass mich ausgerechnet eine Revolverheldin durch einen Western begleiten würde, hätte ich wahrscheinlich selbst überrascht gelacht. Doch genau das ist passiert. „Frenchie Queen“ hat es geschafft, mich für eine Geschichte zu begeistern, die eigentlich weit außerhalb meiner gewohnten Lesewelt liegt. Nicht weil sie besonders liebenswert ist, sondern weil sie sich echt anfühlt. Sie darf Fehler machen, sie darf unbequem sein und sie muss niemandem gefallen. Genau dadurch wirkt sie lebendig.
Nicht jede Figur muss sympathisch sein, um zu begeistern. „Frenchie Queen“ ist dafür das beste Beispiel. Sie ist laut, rücksichtslos und macht es ihren Mitmenschen oft nicht leicht. Für mich war dieses Buch eine gelungene Reise in ein Genre, das ich normalerweise eher selten lese (aber ab jetzt wohl öfter mal wieder). Wer Lust auf einen rasanten Western mit einer starken, unberechenbaren und faszinierenden Hauptfigur hat, sollte „Frenchie Queen“ definitiv eine Chance geben. Sie sorgt dafür, dass dieser Ritt durch den Wilden Westen lange in Erinnerung bleibt. Mir bleibt jetzt nur noch dir eine schöne Lesereise in den wilden Westen zu wünschen, denn manchmal muss man eben nur den Mut haben, in einen fremden Sattel zu steigen. Und Frenchie Queen sorgt dafür, dass dieser Ritt garantiert nicht langweilig wird.
Wieder lege ich ein sehr tolles und spannendes Buch beiseite und ja, es wird wohl ab jetzt öfter mal einen Western geben. Ich schau jetzt aber mal, was ich auf meinem Reader finde. Da warten noch einige tolle Bücher auf mich. Bleibt also neugierig und bis bald 
