Die kleine Schwester berichtet

Hallihallo an alle interessierten Leser,

ich, Helena, werde nun meinen Bruder vertreten, da dieser zu faul ist Bericht zu erstatten. Dafür hat er jetzt das Vergnügen, Bilder zu suchen, fertig zu machen und das alles gemeinsam auf hochzuladen :P . Seit 20.12. am Abend sind wir, ich und mein werter Herr Vater, in Nicaragua. Nach einigen Komplikationen, endlich! Todmüde von der langen Reise ließen wir uns nur noch vom Chauffeur ins Hotel fahren.

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Granadas Kathedrale

Am nächsten Tag liefen wir mit der Kirche ums Kreuz zu unserem Mietauto, und dann düsten wir schon los. Die ersten Minuten auf den Straßen waren gleich eine Umstellung; vor allem die vielen Hügeln, die zum langsamer fahren gedacht sind, wurden uns so manches Mal zur Material prüfenden Hürde.

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Der leider völlig unbenutzte Strand.

Die erste Station unserer Reise war Granada. Da irrten wir auch einige Zeit ohne Plan durch die Straßen. Ich als reiner Mitfahrer hatte viel zu schauen, die anderen zwei hatten viel zu denken, fluchen und zweifeln. Doch schließlich fanden wir unser Hotel, Hotel Con Corazon, was sich als sehr nett, einladend und gemütlich erwies. Ein Innenhof mit schönem Garten, Hängematten und Plastikchristbaum. Was gibt es schöneres? Wir, voller Tatendrang, liefen gleich in die Stadt um einen zweiten Eindruck von Nicaragua zu erlangen (ausgenommen Fabian natürlich).

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Die für Touristen geeignete Hauptstraße

Wie beschreibt man so eine Stadt? Die Straßen sind im Raster angelegt. Abseits der Routen für Touristen sind die Häuser sehr heruntergekommen und die Straßen nicht gerade gesäubert. Straßen wie wir sie kennen gibt es sowieso ganz selten.  Meistens sind es unbefestigte Schotterstraßen die mit Schlaglöchern versetzt sind. Es scheint als würde sich niemand darum kümmern wie es ausschaut, selbst in einer Touristenstadt wie Granada. Nur wenn eine Tür offen war und man hineinschauen konnte zeigte sich die wahre Pracht der Häuser: der Garten. Wie in unserem Hotel waren die Innenhöfe wunderschön grün und einladend, zumindest meistens. Granada liegt am Nicaraguasee. Er ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt und er wirkt tatsächlich wie ein Meer. Außerdem ist er der einzige Süßwassersee in dem Haie wohnen. Zumindest zurzeit. Diese wurden schon für Ausgestorben erklärt, inzwischen gibt es wieder ein paar. Nahe bei Granada ist außerdem ein Vulkan, der Mombacho (1344 m), der aber schon lange erloschen ist.

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Der Kaffee wird zum Trocknen in der Sonne ausgebreitet

Am Mittwoch, den 22.12., wollten wir den Mombacho besteigen und wir buchten einen Guide um geheime Fakten oder ähnliches zu erlangen. Tourstart: 9:00 Uhr. Startbereit um, zugegebenermaßen, 9:05 Uhr standen wir bei Anonymus (ich habe seinen Namen vergessen). Dieser meinte aber, dass wir erst um 12:00 Uhr starten könnten. Spontane Busplanänderung oder so. Der Plan, dass wir der größten Hitze entfliehen indem wir am Vormittag wandern, war somit zunichte gemacht. Um 12:00 Uhr starteten wir, dafür pünktlich, Richtung Markt. Wir benutzten den öffentlichen Bus. Ein Erlebnis für sich.

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Las Isletas - Granadas 365 Inseln

Nach einer Stunde im Bus wartend neben einer Menge an Straßenverkäufern die uns in den Bus folgten fuhren wir los. Aber dieser Plan wurde ebenso durchkreuzt. Diesmal von Taxifahrern, die die Nase voll haben von was-weiß-denn-ich. Sie organisierten eine Straßensperre. Sehr lustig. Wir gingen also durch die Straßensperre durch und stiegen auf der anderen Seite in einen anderen Bus ein. Bis die Nicaraguaner auf dieses System draufkamen dauerte es jedoch eine Weile. Schlussendlich funktionierte es doch und der Bus wurde wieder bis aufs letzte Eck vollgestopft. An jeder Kreuzung wurde noch jemand aufgegabelt und es war auch gar nicht heiß (sehr witzig). Beim Mombacho angelangt gingen wir 2km rauf bis wir zum „Eintritt“ kamen. Ab da fuhren wir mit Trucks weiter. Das war lustig. Die Wege kann man wirklich nicht als Straßen bezeichnen und so schaukelten wir steil nach oben und wunderten uns immer wieder wie so ein großes Ding das schaffte. Die ersten Affen wurden erblickt und diverse Vögelchen. Bei der Zwischenstation durften wir den Kaffee kosten der direkt dort angepflanzt und getrocknet wurde. Sehr lecker. Dann ging es weiter.  Und wenn ich gesagt habe, dass es im ersten Truck steil bergauf ging dann ist das kein Begriff für den zweiten Truck. Klar die 1344m müssen irgendwie bewältigt werden, aber das, liebe Leser und Leserinnen, war Achterbahn ohne Gurt. Oben angelangt wartete eine kurze Tour um den Krater des Vulkans auf uns, welcher einem Urwald gleicht (Stichwort: Nebelwald).

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Panorama vom Mombacho aus

Zurück in Granada wanderten wir eine Zeit lang durch den Markt, was wirklich erschütterte. Die Armut wurde nirgends stärker sichtbar als hier.

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Die Affeninsel. Bewohnt von Affen. Na was denn sonst?

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Dieser lustige Geselle stapft über Seerosenblätter

Am nächsten Tag, den 23.12., besuchten wir mit einem anderen Guide Las Isletas (zu Deutsch: Die Inselchen). Die Isletas sind der Stadt Granada vorgelagerte Inseln die bei einem Ausbruch des Vulkans Mombacho entstanden sind. Es sind 356 Inseln, eine für jeden Tag. Mit dem Motorboot ging es hinaus auf den See und wir begutachteten einige kleine oder größere Inseln vom Wasser aus. Einige sind der Wohnort für Bauern oder normale bis arme Nicaraguaner. Andere wiederum sind wahre Burgen des Reichtums mit wunderschönem Garten und allem Drum und Dran. Eine der kleinsten Inseln wird die Affeninsel genannt. Als wir näher zu ihr hinfuhren, hüpften die neugierigen Äffchen gleich zu uns, wahrscheinlich mit der Hoffnung etwas Essbares zu bekommen. Angreifen durften wir sie aber nicht, weil sie schon des Öfteren aggressiv wurden. Die Isletas waren wirklich sehenswert; so viele verschiedene Blumen und wunderschöne Bäume – aber der Gegensatz von Arm und Reich erschreckte uns.

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Ein Wochenendhaus für die absolute Oberliga

Nach 3-stündiger Autofahrt in den Norden kamen wir schlussendlich in Condega an, dem „Heimatort“ Fabians.

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"Das Haus" von der Straße aus gesehen

Das Haus kann man schwer erklären weil wir Eropäer so etwas nun mal nicht kennen. Ein Innenhof stellt sozusagen das Wohnzimmer dar und die Räume des Hauses werden nur verwendet wenn es sein muss. Kochen, essen, schlafen. Selbst das Waschbecken ist Freiluft, mit einem Wellblech abgedeckt. Es gibt nur kaltes Wasser und auf Schönheit wird wirklich nicht geachtet, was auch gar nichts macht. Nur sind wir das nun mal nicht gewohnt. Die Familie ist wirklich nett und gastfreundlich nur hindert uns die Sprachbarriere daran, Freundschaft zu schließen. Und so beschränkt sich unsere Unterhaltung auf „buen dia“, „buenas noches“ und „adiós“. Wenn es mehr zu sagen gibt dolmetscht Fabian, und das macht er gut. Nach anfänglicher Schüchternheit hat sich auch Eneri, die kleinste im Bunde, an uns gewöhnt und wir dürfen sogar auf ihre Puppe aufpassen. Aber am liebsten ist und bleibt ihr „Chaaaaaam“. Ursprünglich hieß er Pachan aber das war anscheinend zu lange. Wie sie von Fabian auf Cham  oder Pachan kommt ist mir ein Rätsel aber man muss nicht alles verstehen.

Soweit für den Anfang. Fortsetzung folgt im nächsten Jahr ;)



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