Die Jedi sind dann mal weg!

Der zweite Teil der Onderon Quadrologie – “Fronter Runners” – folgt genau dem Handbuch für den kleinen Drehbuchschreiber: ging es im ersten Teil primär um die Vorstellung der handelnden Figuren und ihrer Konflikte, so wird die Charakterentwicklung hier weitgehend in den Hintergrund gedrängt und man setzt mehr auf Action, um die Zuseher bei der Stange zu halten. Jedoch nicht zuviel Action, denn es muss ja noch Potential für die restlichen beiden Episoden übrig bleiben. Und man führt am Ende einen neuen Opponenten ein, der in der weiteren Geschichte noch wichtig werden wird (dazu kommen wir noch…).

 

Die Rebellen rund um Steela und Saw Gerrera (die beiden sind, wie man hier erfährt tatsächlich Geschwister, was in Anbetracht ihrer identischen Nachnamen jedoch keine wirkliche Überraschung darstellt) wenden gemeinsam mit Lux Bonteri, der immer noch um die Anerkennung von Saw und (mehr noch) von Steela kämpft und den Jedi eine Guerilla Taktik an, um die Separatisten von Onderon zu vertreiben: sie führen eine Reihe kleinerer Anschläge auf Droiden und Einrichtungen der Separatisten durch, in der Hoffnung, die Einwohner damit ebenfalls zur Auflehnung gegen die Invasoren bringen zu können.

Wobei der Eindruck entsteht, dass diese (die Einwohner nämlich, nicht die Invasoren) im Gegensatz zu den Twi’lek auf Ryloth aus der ersten Staffel zwar nicht wirklich mit ihrer Situation glücklich sind, aber auch nicht unter den Separatisten zu leiden haben. Vielleicht haben sich die Jedi auch deshalb nur recht halbherzig entschlossen, den Bewohnern zu helfen und statt einer ganzen Klonarmee nur einen einzigen Captain und drei Jedi geschickt, die den Rebellen zeigen sollen wie man Droiden verschrottet.

Und vielleicht ist das auch der Grund warum sich Rex, Anakin und Obi-Wan recht bald wieder aus dem Staub machen und Ahsoka mehr oder weniger freiwillig auf Onderon zurückbleibt. Aus einer out-of-universe Sicht macht diese Aktion natürlich absolut Sinn: die Schreiber dieser Geschichte wollen zeigen, dass Ahsoka mittlerweile durchaus in der Lage ist, kritische Missionen auch alleine zu Ende zu bringen (oder vielleicht auch nicht zu Ende zu bringen, doch das glaube ich weniger). Aus einer in-universe Perspektive hätte ich es jedoch ganz gut gefunden, wenn Anakin, Obi-Wan und Rex zu irgendeiner wichtigen Mission hätten aufbrechen müssen, anstelle einfach nur “Wir sind dann mal weg!” zu sagen.

Die Jedi sind dann mal weg!

Die körperliche Ahsoka und die virtuellen Meister

So aber bleibt Ahsoka alleine zurück und soll “beraten”. Dementsprechend verhält sie sich in den Kämpfen auch ziemlich defensiv: Anstelle voranzustürmen und Droiden reihenweise zu zerhacken beschränkt sie sich primär darauf, die Rebellen zu beschützen und dafür zu sorgen, dass Steela und Co ihre Nadelstichtaktik durchziehen können.

Und mit ihrem Jedi Umhang sieht sie nebenbei gesagt ziemlich wie eine Miezekatze aus.

Die Jedi sind dann mal weg!

Was für eine fesche Katze!

Zu Beginn der ersten Folge sah man kurz den neuen König von Onderon, den von Dookus Gnaden eingesetzte Sanjay Rash. Wobei vermutlich selbst der Graf zugeben muss, dass er in der Auswahl seiner Handlanger kein wirklich glückliches Händchen hat. Denn Rash ist zwar ein recht eitler Geck, scheint aber weder besonders intelligent noch verschlagen zu sein und schwankt zwischen “Ach was bin ich doch für ein armer Tropf!” und “Mit diesen blöden Droiden musste ja auch alles schiefgehen!”. Optisch erinnert der Gute mit seinem goldenen Lorbeerkranz (wobei es sich dabei garantiert nicht um Lorbeer handelt) an einen römischen Imperator, wie überhaupt ganz Iziz (der Name aus den Comics wird hier auch tatsächlich genannt) ziemlich an die Antike angelehnt ist.

Die Jedi sind dann mal weg!

Der König von Onderon – was für ein Bild von einem Mann!

Und weil der gute Rash so rumsudert stellt ihm Dooku am Ende Kalani zur Seite, in einer Szene, die mich stark an die Vorstellung von Darth Maul durch Sidious in Episode I erinnert.

Die Jedi sind dann mal weg!

Des Grafens neues Spielzeug

Kalani ist ein Super-taktischer-Droide und aus folgenden Gründen bemerkenswert: zum einen führt die Serie damit eine weitere Droidengattung (gibt es demnächst auch Super-Droidekas oder Super-Superdroiden?) ein, die es in ROTS nicht gibt, wobei ich es durchaus für möglich halte, dass Kalani der erste und einzige seiner Art ist und ich bin mir ziemlich sicher, dass er diese Geschichte nicht überstehen wird. Zum zweiten zieren die Brust des Droiden Ornamente, nicht einfach nur Farben und drittenn hat das Ding tatsächlich einen Namen und nicht nur eine Codebezeichnung. Außer Grievous fällt mir hier keine anderer Droide ein auf den das zuräfe (und ja, ich weiß, dass Grievous kein reiner Droide ist!).

Nun ja, jedenfalls wird Kalani den Rebellen in den kommenden beiden Folgen wohl noch ziemlichen Ärger machen, bevor er schließlich in Schutt und Asche gelegt wird.

Am Ende umarmen sich Steela und Lux, wobei das für mich immer noch mehr den Eindruck einer freundschaftlichen als einer verliebten Umarmung macht und Ahsoka ist ziemlich sauer. Interessant finde ich hier, dass Anakin offenbar sehr genau weiß, was in seiner Schülerin vorgeht und ihr sogar offen ins Gesicht sagt, dass er das tut, was die kleine Togruata doch überrascht. Ich bin gespannt, ob die Geschichte darauf noch einmal zurückkommen und Ahsoka Anakin auf seine Beziehung zu Padme ansprechend wird.

Alles in Allem macht es möglicherweise erst Sinn, die Geschichte zu bewerten, wenn man alle vier Teil gesehen hat, nach 50% davon muss ich jedoch sagen, dass ich alles andere als aus den Schuhen geworfen bin!

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Der Berater von König Rash ist von der gleichen Rasse, wie die Doktorin, die das Zillo Monster klonen soll (hören wird davon eigentlich noch irgendwann einmal etwas?) – ein Bivall
  • Als Saw mit der Steuerung des AAT kämpft habe ich fast erwartet, dass Steela sagt: “Hilft es vielleicht wenn ich aussteige und schiebe?”, stattdessen kam eine andere zynische Bemerkung
  • Ahsoka trägt eine Art Nachtsichtbrille, doch diese hat drei “Augen”, ist das vielleicht ein Universalmodell, das auch für Aliens gemacht ist.
  • In einer Szene isst Rash eine Frucht, die fatal an jene erinnert, die C-3PO und R2 in der dritten Staffel für Padmes Torte besorgen sollten – nach wie vor der absolute Tiefpunkt der Serie!
  • Die Holgramme von Anakin, Obi-Wan und Rex sehen ziemlich wie Machtgeister aus.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr-Seite.