Die Islamisten, die den Jungfern schmähten

Ich habe da schon ein paar Fragen. Kleinlich will ich ja nicht sein. Aber warum zum Teufel wollten diese Islamisten, die die Landstriche um Paris unsicher machten, nicht endlich zu ihren Jungfrauen? Ist das Paradies überfüllt? Hatten sie statt »Paris« »Paradies« gelesen und meinten daher, sie seien schon hinüber?
Die Islamisten, die den Jungfern schmähtenJetzt mal ernsthaft. Seit Jahrzehnten erzählt man dem westlichen Medienbetrachter wie so ein Islamist tickt. Beispiele gab es genug. In Palästina. World Trade Center. Selbstmordattentäter im Irak. Das Prinzip schien so einfach. Diese Kerle sind bis aufs Blut fanatisiert, wussten man uns zu berichten. Nicht nur bis auf das Blut ihrer Opfer, sondern auch bis auf ihr eigenes. Da sie bereit seien, für ihre Sache ihr Leben hinzugeben, müsste man sie als unberechenbar einstufen. Drüben im Märchenland warteten angeblich ja auch die Jungfern auf sie. Man muss schließlich Anreize schaffen. So ein Terrorist kommt auch nicht aus den Puschen, wenn man ihm nichts verspricht.

Alles schien so geordnet. Der islamistische Terrorist war ein Mörder und Selbstmörder und man wusste, wie die Welt funktioniert. Strukturen sind wichtig. Schwarz und weiß sind praktisch.
Und nun diese atypischen Islamisten, die man uns da in die Wohnzimmer newst. Erst schreien sie »Allahu akbar«, schießen auf Menschen und machen sich dann trotzdem aus dem Staub. Dämlich sind sie auch noch, lassen einen Personalausweis liegen und liefern sich mit der Polizei eine Verfolgungsjagd wie im Kino. Inklusive Geiseln. Der ganze Ablauf ist natürlich von Toten gepflastert. Aber das Motiv dahinter sagte uns etwas in großer Deutlichkeit: Die Kerle wollten leben. Sie waren durchaus nicht bereit für den Tod. Noch gab es was, was sie hielt. Sie wollten lieben und ficken und im Irdischen wühlen. Und das als Islamisten!
Das lässt mich zweifeln, ohne dass ich nun irgendwelche Verschwörungen wittern möchte. Aber da stimmt doch was nicht. Entweder sind das keine Islamisten. Und dann müsste ich fragen, wem der ganze Straßenkrieg von Nutzen ist. Und ich müsste an Überwachung denken, die sie uns jetzt wieder schmackhaft machen und an Le Pen. Oder aber es ist letztlich so, dass der islamistische Terrorist, wie er in westlichen Köpfen stattfindet, nur so ein Konstrukt ist, um uns harte Praktiken wie den finalen Rettungsschuss und Rasterfahndung bekömmlicher zu machen. Jedenfalls ist ein Gegner, der selbst um sein Leben fürchtet, weitaus weniger furchterregend als einer, dem alles scheißegal ist. Das ist irgendwie die gute Seite an der ganzen Schlechtigkeit.
So oder so. Richtig glaubensfest waren die Brüder scheinbar nicht. Nun sind sie doch tot. Jungfrauen gibt es keine. Sie wollten ja nicht zu ihnen. Pech. Für sie. Und für uns. Lebend hätte man vielleicht erfahren, wer sie wirklich waren. Jetzt sagen es uns die Rekonstrukteure. Da kommt nie etwas Gescheites dabei raus.
Was für eine Welt! Nicht mal das Stereotyp vom Fanatiker trifft mehr zu. Hey, ihr idiotischen Abendlandser, noch ein Wörtchen an euch. Ihr seid ja empört, weil die hiesigen Moslems nicht den Anstand zeigen, ein Zeichen gegen diesen Terror zu setzen. Ich habe keinen von euch gesehen, der sich für die IRA entschuldigt hätte. Aber hört mal ganz genau zu: Auch euer konstruiertes Stereotyp von der fünften Kolonne der Moslems im Abendland gilt nicht mehr: Einer der erschossenen Polizisten war Moslem. Ahmed hieß er. Hat sich der Mann genug distanziert? Überraschung, ihr Experten - »die Moslems« gibt es eben gar nicht. Die Welt ist eben nicht nur schwarz und weiß.


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