DIE IDEE VOM HIPPIEBUS

              DER PUDDINGSHOP IN ISTANBUL

DIE IDEE VOM HIPPIEBUS


http://www.puddingshop.com/Pudding_Shopx.html

                (Hier war mein "Hauptquartier!) Zu sehen bin ich auf der Pudding Shop Seite oben links.         
DIE IDEE VOM HIPPIEBUS
            Hier wieder einen BLICK IN MEIN BUCH       ....... ich saß im Pudding-Shop, wie immer und verzehrte meinen zweiten Reispudding. Ein Deutscher sprach mich an und wollte wissen, ob ich derjenige sei, der Autos überführte.Ich erklärte ihm, dass ich nur Fahrer sei und seit einigen Tagen ohne Führerschein, also keine Überführungen mehr. Er grinste nur und wollte wissen, ob ich, wenn ich einen Führerschein hätte, bereit wäre einen Omnibus nach Indien zu fahren.Dazu bräuchte ich aber einen Lastwagen-Führerschein und den hatte ich auch nicht.Ob ich wollte? Ja, war meine Antwort und schon schickte der Typ mich zu einem Fotografen, um einige Passfotos machen zu lassen. Auch musste ich ihm meine Personaldaten geben und sollte am nächsten Morgen hier im Shop sein. Ich würde einen Führerschein bekommen, mit dem ich berechtigt wäre, alles außer Panzer zu fahren. Mann, der legte los - das war kein Schwätzer, der nicht wusste, was er machte oder machen wollte.Dieser Typ gefiel mir und ich war am nächsten Morgen schon sehr früh im Pudding-Shop. Doch bis Mittag musste ich auf den Deutschen warten. Er entschuldigte sich und erklärte mir, dass das Führerschein machen doch etwas länger gedauert hatte. Er holte ein Kuvert hervor, entnahm ein Papier und reichte es mir. Da standen tatsächlich ganz deutlich mein Name und die Klasse der Berechtigung zum Führen eines Motorrades, eines Busses, einer Limousine und eines Lastwagens. Ich war Deutscher, aber mit einem Wohnsitz in Südafrika, in Kapstadt in der Werke Straat 123 und es war ein südafrikanischer Führerschein. Nun stellte er sich vor und ich erfuhr, dass er deutscher Jude sei und in Südafrika gelebt hatte. Bis er seine indische Frau kennengelernt hatte, und dann auswandern musste, weil die Apartheid es nicht erlaubte mit einer „Farbigen“ verheiratet zu sein.Sein Name war Martin und die hübsche Frau hieß Mala und kam ursprünglich aus Neu-Delhi. Die letzten Jahre hatten sie in Deutschland gelebt und seien nun auf dem Weg in eine neue Zukunft. Die drei Busse, die er gekauft hatte und nun nach Indien mussten, waren sein neues Gewerbe, was er in Indien machen wolle. Ein Busunternehmen wollte er aufbauen.Ein Fahrer hatte hier keine Lust mehr gehabt, ist zurück nach Deutschland und deswegen brauchte er einen neuen Fahrer. Die Blanko-Führerscheine hatte er schon lange bei sich und nun seien sie von Nutzen, was Martin sehr erfreute. Ich konnte ihm erst jetzt erklären, dass ich noch nie einen so langen und großen Bus gefahren hätte. Wenn ich es nicht könnte, würde ich es eben lernen. Bis spätestens Ankara könnte ich es oder er bräuchte einen neuen Bus und höchstwahrscheinlich auch einen neuen Fahrer. Martin nahm alles sehr locker. Er war ein schlauer Fuchs. Er hatte Tickets an Hippies verkauft, die nach Indien wollten. Schon zwei Busse waren mit Hippies belegt. Doch mein zu fahrender Bus blieb ohne Fahrgäste, was mir recht war. So brauchte ich mich nicht zu blamieren, wenn es beim Schalten krachte. Normal fuhren die Hippies mit dem „Magic- Bus“ oder sie nahmen lokale Busse von Stadt zu Stadt und auch von Land zu Land. Das Trampen als Mitfahrer war ab hier, im Orient, fast unmöglich.Doch die Mitfahrt in diesen Bussen war eine Gelegenheit, die viele nutzten. Hier hatte man die Möglichkeit von Istanbul bis Delhi auf demselben Platz zu sitzen und mit denselben Leuten zu reisen. Auch konnte man nachts im Bus schlafen - das war noch ein Vorteil. Zusammen waren es 60 Hippies, von denen jeder 70 Dollar bis Delhi bezahlt hatte. Das machte für Martin 60 x 70 = 4200 Amerikanische Dollar. Nicht schlecht, da die Busse sowieso nach Indien mussten. Mit Martin hatte ich ausgemacht, dass mein Honorar 300 Dollar sein sollte, plus Essen unterwegs und 100 Dollar für die Rückreise über Land. Vorausgesetzt, ich würde den Bus am Stück nach Delhi bringen - mit kleineren Beulen, rechnete Martin. Es würde schon schief gehen. Ich hätte dann in Delhi die 400 Dollar von Martin und die 1300 von meinem Mercedes-Verkauf, also 1700 Dollar. Damit könnte ich etwas Vernünftiges anfangen. Jetzt war die Welt doch wieder in Ordnung. Ich muss diesen Scheiß-Bus nur heile nach Indien bringen.Die ersten Kilometer vom Parkplatz vor der Hagia Sofia bis zur Fähre war schon ein Abenteuer.Nach dem ersten vergessenen Zwischenkuppeln und dem Getriebe-Zahnrad-Geheule wurde mir ganz komisch und ich dachte schon, dass es das Aus gewesen sei. Doch bald hatte ich raus, wie das lief:Hupen und fahren, Hupen und fahren, so wie die Türken das auch machten. Alle hielten nun einen respektablen Abstand zu meinem Bus, und jeder wusste, dass da jemand einen Bus durch Istanbul zu lenken versuchte, der keine Ahnung hatte, wo er hin wollte, oder wie er zu fahren hatte.Ich schaffte es auf die Fähre ohne das Getriebe zu ruinieren und ohne andere Autos anzufahren. Der Trick war ganz einfach: Ich klebte mich an Martins Stoßstange und ließ keinen Meter Platz, sodass niemand mehr dazwischen konnte. Und hinter mir fuhr der dritte Bus. So konnte ich nicht verloren gehen.Wie Martin sagte, bis Ankara hätte ich die Sache mit der Schaltung heraus. Es krachte auch nicht mehr. Das Gefühl für die Breite und Länge des Busses kam ganz langsam, aber es kam. Zuerst war ich immer, wenn mir ein Fahrzeug entgegen kam, zu weit nach rechts gefahren, weil ich Angst vor einem Frontalzusammenstoß hatte. Doch bald schon blieb ich in der Mitte der Fahrbahn und die Entgegenkommenden mussten bis fast in den Straßengraben auf ihrer Seite fahren. Schnell merkte ich, dass ich ja das größere Objekt hatte und den anderen damit feine Angst einjagen konnte - bis auf die Laster. Da war ich mir nicht ganz sicher, ob die auch in den Graben fahren würden, oder lieber einen Frontalzusammenstoß riskierten. Deswegen bremste ich erst einmal ab und fuhr etwas langsamer an diesen Kamikaze vorbei. Die Nachtfahrten wurden zu einer regelrechten Mutprobe.Das Abblendlicht war für viele eine völlig unnütze Sache, denn die meisten Autos hatten sowieso total verstellte Scheinwerfer. Somit war, egal wie sie einen blendeten, ob mit Abblenden oder ohne.Da ich an diesem Bus noch die von einem deutschen Kraftfahrzeugelektriker eingestellten Scheinwerfer hatte, blendete ich natürlich jeden, wenn ich nicht abblendete. Somit tat ich es und war immer im Nachteil, wenn ich dann in diese Dunkelheit hineinfuhr, nachdem der andere vorbei war.Jedes Mal, wenn ich mein volles Licht anhatte, machte der Entgegenkommende sein Licht auf Parklicht beziehungsweise Standlicht und ich konnte fantastisch an ihm vorbeisehen und feststellen, ob vor mir ein Hindernis war. Das Gleiche machte ich dann auch, denn damals war die Lichtanlage an den Zündschlüssel gekoppelt und man drehte mit dem Zündschlüssel die Lichter auf Parken oder Fahr Licht und das Fernlicht war mit dem Fuß zu betätigen. Also ließ ich das Fernlicht an und drehte nur den Zündschlüssel nach links oder rechts.Es klappte wunderbar. Einmal fuhr ich für einige Sekunden im Standlicht, dann wieder der mir Entgegenkommende, denn so sah man an dem anderen Fahrzeug vorbei und konnte erkennen, ob eventuell ein Hindernis auf der Straße war - man fuhr nicht in ein dunkles Loch. Hatte man sich einmal an das System gewöhnt, war es die sicherste Art nachts zu fahren. Abends, nach unserer Fahrt, saßen wir beisammen, tranken, aßen und palaverten.So bekam Martin schon sehr bald mit, dass ich mich auf der Strecke auskannte. Er kam dann mit Mala zu mir in den Bus und wir fuhren als Erste zusammen. Natürlich war das Amir Kabir - Hotel der richtige Übernachtungsplatz für uns und einige der Passagiere, die nicht im Bus schlafen wollten. Da Martin hier einen dreitägigen Stopp einlegte, war die Chance gegeben, sich um sein Visum für Afghanistan zu kümmern.  Erst in Kabul hatten wir wieder einen längeren Stopp von drei Tagen. Auch hier empfahl ich eine Unterkunft, das Mustafa Hotel, als Anlaufstelle. Natürlich wurden auch hier wieder noch fehlende Visa für Pakistan und Indien gemacht.Doch ich hatte anderes vor. Ich suchte die gewisse Werkstatt, wo mein Mercedes repariert worden war, und ich von den Franzosen den verseuchten 190er gekauft hatte.Doch diese Werkstatt suchte ich vergebens. Auch die Franzosen gab es nicht mehr.Doch die Ferhadis mussten doch wissen, was passiert war und könnten mir Näheres sagen. Also begab ich mich in das Café München und traf tatsächlich meinen alten Freund Dahoud, der die präparierten Schachbretter machte. Doch auch er hatte keine Ahnung, wo die Franzosen abgeblieben waren, so sagte er wenigstens. Seiner Meinung nach waren diese Leute ganz schlechte Menschen gewesen. Hier in Kabul seien sie im Gefängnis gewesen, aber irgendwelche Leute mit viel Geld hätten sie raus gekauft und sie ins Ausland gebracht. Gleichzeitig fragte mich Dahoud, ob ich nicht Interesse hätte, ein Geschäft mit ihm zu machen. Ganz höflich, aber bestimmt, lehnte ich es ab mit ihm ein Geschäft zu machen. Mit hm nicht und auch mit keinem anderen Afghanen. Vorläufig hatte ich die Nase voll mit irgendjemandem auch nur über ein Geschäft zu sprechen, geschweige denn eins zu machen. Dahoud erzählte ich meine Geschichte mit dem 190er Mercedes, den ich von den Franzosen gekauft hatte. Er war nicht überrascht, da er wusste, was die Franzosen machten, denn das Haschisch hatte er ihnen verkauft und auch für sie einbauen lassen.Die Weiterfahrt über den Khaiberpass nach Peshāwar und über Lahore zur pakistanisch- indischen Grenze verlief ohne bemerkenswerte Zwischenfälle. Auf der indischen Seite sah ich schon von weitem meinen kleinen Sardatschi mit seinem Turban der Sikh, mit dem ich das Visum-Problem hatte. Nach einer kurzen Begrüßung sollte ich sofort mit in sein Büro kommen. Während die Pässe und die Bus-Zoll-Formalitäten gemacht wurden, musste ich viel Tee trinken. Martin und Mala waren auch mit eingeladen worden. So hatte mein Freund, der unbestechliche Grenzbeamte, der Mala in seiner Sprache wohl die Geschichte erzählt und ab und zu auf mich gedeutet. Zum Schluss fragte er noch an mich gewandt, ob er Geld genommen hätte und ich sagte ganz laut und deutlich, sodass es auch jeder mitbekam, dass er der unbestechlichste Beamte sei, den ich auf meinen ganzen Reisen kennengelernt hätte! Das hatte gesessen! Der Kerl wuchs um einige Zentimeter und Mala erzählte wohl, dass sie einen Verwandten in der Regierung hätte. In einer Rekordzeit waren unsere Pässe und auch die Buspapiere fertig und wir konnten weiter fahren. In Neu-Delhi wurden die Busse in den Zoll hof gefahren und unsere Mission war zu Ende. Martin erzählte mir in den nächsten Tagen, wo auch immer wir uns trafen, dass das Bus-Geschäft eine schwierige Operation sei. Da mussten Genehmigungen, Importgenehmigung, Dokumente vom Ministerium für Finanzen, Tourismusministerium, Verkehrsministerium, Ministerium für Arbeit und Handel besorgt werden. Auch eine Bankverbindung mit einer gewissen Geldgarantie, Hinterlegungen, und vieles mehr musste in die Wege geleitet werden. Ist doch klar, jeder wollte an Martins neuem Unternehmen etwas verdienen. Hoffentlich waren die Busse mehr Wert, als die ganze Schmiergeldsache kosten würde. Ich wollte so schnell wie möglich aus Indien raus, denn ich hatte eine Idee. Mein kleiner Schweinehund gab mir Recht und bekräftigte mich in meinem Vorhaben mit guten Ratschlägen. Er war damit einverstanden, dass ich ganz schnell zurück nach Deutschland fliegen und mir einen gebrauchten Bus kaufen sollte, um Hippies nach Indien zu fahren!
SO SAHEN  DANN MEIN BUSSE AUS:
DIE IDEE VOM HIPPIEBUS
DIE IDEE VOM HIPPIEBUS
SCHADE HÄTTE EUCH GERNE MITGENOMMEN,
DOCH IHR WART NOCH NICHT SO WEIT....ODER NOCH NICHT AUF DER WELT!
 DOCH HIER KÖNNT IHR DIE REISEN NOCHMAL MITMACHEN:
http://www.amazon.de/Mein-Traum-frei-sein-Geschichten/dp/1482708205

EUER HIPPIEGURU.


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