Die Ich-bin-Mutter-Krise …

Obwohl schon Jahre her, ist die Serie “Die Ich-bin-Mutter-Krise” unverändert in den Ich-werde-immer-noch-gelesen-Top-Tens meines ersten Zwillingsblogs, gerade heute sogar auf Platz Eins.

Grund genug, findet Kolumnistin Mara Solanum, für eine zweite Auflage.

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Die Ich-bin-Mutter-Krise (Teil 1)

Überfordert macht krank. Unterfordert auch.

Dass Überforderung auf Dauer krank macht, weiß jeder. Dass permanente Unterforderung ebenfalls krank macht, ist dagegen weniger bekannt.

Dann wird frau Mutter und nicht selten entsteht ein Zustand, in dem beides zutrifft.

Wenn nicht nur das Baby brüllt …

Da ist zum einen die beständige Überforderung, wenn das Baby weint und sich nicht beruhigen lässt.

In meinem Fall äußerte sich das darin, dass ich mich nie so richtig entspannen konnte, denn das Baby oder später die zwei Babys konnten ja jederzeit wach werden. Hinzu kamen die Dienstreisen des Ehemannes, die mich keine Pause erkennen ließen.

Ich erinnere mich an eine viertägige Dienstreise, an deren Ende ich nicht mehr in der Lage war, mehr als ein halbes Auge auf die Krabbelkinder zu werfen. Als ich den Hausschlüssel im Schloss hörte, fiel ich in einen 24-stündigen Tiefschlaf.

In solchen Situationen können sich Gefühle zusammenballen, die man nie in sich vermutetet hätte, jedenfalls nicht in dieser Intensität. Einmal trat ich den Windeleimer zusammen. Eine blöde Bemerkung des Ehemannes hatte mich in meinem Erschöpfungszustand in rasende Wut gebracht.

Auch aggressive Gefühle gegen das eigene Kind sind durchaus normal. In solchen Fällen sollte man das Baby an einem sicheren Ort ablegen und das Weite suchen, um sich wieder zu beruhigen. Als der Mini-Riesensohn einmal solange zeterte, dass ich dachte, verrückt zu werden, legte ich ihn in sein Bett und schloss alle verfügbaren Türen zwischen uns. Es erschien mir wie ein Wunder, dass er dann alleine einschlief. Vielleicht hatte auch er einfach eine Pause von mir gebraucht.

Sicherlich gibt es auch ruhige Babys, die recht bald durchschlafen, wenig schreien, nicht besonders oft krank sind und überhaupt den retuschierten (Babyakne!) Wonneproppen aus der Windelwerbung recht ähnlich sind. Aber leider gibt es dann noch die Babys, die schreien und schreien und schreien …

Bis zu drei Stunden im Alter von sechs Wochen sind übrigens normal (Quelle; auf Seite 4 findet sich die “Schreikurve” von Neugeborenen).

Wenn das Grundbedürfnis zum Luxus wird. Ich will ins Bett …

Dann gibt es noch den teilweise brutalen Schlafmangel, den man bei nur einem Baby möglicherweise noch tagsüber nachholen kann. Mit einem Geschwisterkind oder einem festen Job geht das dann leider nicht mehr.

Zu einem Grundbedürfnis zähle ich all jene Bedürfnisse, auf die man nicht lange verzichten kann. Bei mir sind es ca. 3 Stunden Stille am Tag, einen Abend mit dem Ehemann verbringen und Sport. Was ist es bei dir, was du sooo gerne wieder einmal machen möchtest?

Unterforderung schlägt auf die Psyche.

Leider verpaart sich die Überforderung nicht selten mit der Unterforderung.

Ich dachte, es wäre entspannend, einige Monate nicht lernen zu müssen, keine Prüfungen zu machen und mich mit nichts anderem als dem ersehnten Kind zu beschäftigen. Nach einigen Wochen fiel mir die Decke auf den Kopf.

Im nächsten Semester stieg ich wieder ins Studium ein; für mich reichten zehn Stunden in der Woche, bei den einen ist es sicher mehr, bei anderen weniger. Die eigenen Psyche zu pflegen ist auch eine Babypflege.

Wie auch immer …

Natürlich muss nicht alles, was oben beschrieben ist, auch ein- und zutreffen. Schlimm wird es dann, wenn man das Gefühl hat, die einzige zu sein, der es so geht. Ich hatte das Glück, eine kleine Krabbelgruppe zu finden, in der die Mütter allesamt sehr ehrlich waren.

Und ein Satz ist mir noch im Ohr geblieben, nämlich “Alle Mütter sind überfordert.” Ab da fühlte ich mich gleich sehr viel normaler.

 



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