Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott

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Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott

1Drama

Ich wirke in allem, was ihr für ein Durcheinander haltet, zu eurem eigenen Besten“, sprach der Heilige Vater und wenn der das sagt, muss es ja stimmen.

Denn wie lehrt an anderer Stelle der Hauptcharakter (Sam Worthington) seine Kinder? „Es steht in der Bibel, also muss es wahr sein.“ Demnach ist Gott auch in Stuart Hazeldines Buchverfilmung. Nicht bloß verkörpert durch eine demonstrativ ethnisch vielfältige Darsteller-Dreifaltigkeit, bestehend aus Oscarpreisträgerin Ocatavia Spencer, dem israelischen TV-Star Avraham Aviv Alush und dem japanischen Modell Sumire, sondern im spirituellen Sinne. Letzter ist das alles beherrschende Motiv der didaktischen Religionsschnulze ohne jeden künstlerischen, intellektuellen oder unterhaltungstechnischen Mehrwert.

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Dafür liefert die Glaubenspropaganda einen gruseligen Einblick in die Mentalität der Zielgruppe. Die ruft vermutlich „Wir!“, wenn der nach der Ermordung seiner kleinen Tochter depressive Familienvater Mack fragt: „Wer wäre nicht skeptisch, wenn ein Mann sagt, er habe ein komplettes Wochenende mit Gott verbracht – in einer Hütte?“ Sie ist natürlich die Hütte des Titels, sowohl des Films als auch des zugrunde liegenden Bestsellers. Dessen Erfolgsstory klingt selbst wie ein kleines Wunder mit großer Finanzwirkung für den Autor. William P. Youngs im Selbstverlag publizierter Debütroman über Zweifel an Gottes Gerechtigkeit, die durch eine Weekend-Epiphanie weggefegt werden, verbrachte 70 Wochen auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste und verkaufte 10 Millionen Exemplare.

Alles dank der Mundpropaganda religiöser Gruppen und Medien, deren zuverlässige Kaufkraft auch die Kinoproduzenten beflügelte. Genau wie Pornos und andere Exploitation-Streifen zahlen sich die sogenannten „faith-based movies“ fast immer aus. Entschlossen, das goldene Eier legende Huhn zur Legebatterie aufstockend, verfasste Young den Quasi-Abklatsch Der Weg: Wenn Gott Dir eine zweite Chance gibt sowie den Zitat-Kalender Die Hütte für jeden Tag: 365 Meditationen und Gedanken zur Güte Gottes sowie Eva: Wie alles begann. Sie alle predigen zu den Bekehrten, so wie Hazeldines filmische Bibeldoppelstunde. Dramatik fehlt ebenso wie Differenziertheit oder gar Logik. Am Ende steht die gleiche Ignoranz wie zu Begann: „Aber es ist wahr – trotz allem.

Regie: Stuart Hazeldine, Drehbuch: John Fusco, Andrew Lanham, Destin Daniel Cretton, basierend auf dem Roman von William P. Young, Darsteller: Sam Worthington, Octavia Spencer, Tim McGraw, Radha Mitchell, Filmlänge: 133 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 17.08.2017, www.diehuette-film.de


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Autor

Lida Bach

 
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