die Heimreise

Irgendwann geht alles mal zu Ende und so verhaelt sich das leider auch immer mit dem Urlaub. Nach knapp sechs ereignisreichen Wochen war die Zeit des Abschieds gekommen und dies geschah mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite war ich froh, bald wieder alles Gewohnte um mich zu haben, meinen geregelten Tagesablauf, meine Arbeit und regelmaessige Einkuenfte, meine Freunde und einfach alles "Normale". Auf der anderen Seite tat es mir leid, mich von diesem tollen Land zu verabschieden, seinen extrem freundlichen Einwohnern und all das Erlebte der vergangenen Wochen hinter mir zu lassen. Begleiten werden mich die Eindruecke natuerlich fuer immer, schon allein wegen der vielen Fotos, die waehrend der letzten Wochen entstanden sind und natuerlich auch dank meines Blogs, dessen Beitraege ich mir gern bei Gelegenheit mal wieder durchlese. Aber den Wahnsinn des Strassenverkehrs kann man nicht in Bildern festhalten, das muss man einfach erlebt haben - das Zweifeln und Herzrasen, wenn man langsam die Strasse ueberquert und den Leuten auf den Motorraedern blindlinks vertrauen muss - mit seinem Leben! Vergessen werde ich dies nie, vermissen allerdings schon. Stellt Euch den Unterschied vor, von der Millionenmetropole von Hanoi mit seinen Millionen Motorraedern zurueck zu Milford Sound, wo nur eine Strasse durchfuehrt. Und obwohl diese Strasse eine knappe Million Touristen jaehrlich nach Milford bringt, ist es doch die meiste Zeit beschaulich ruhig bei uns und man kann sogar auf der Strasse laufen, ohne ueberfahren zu werden. Danach sehne ich mich nach all dem Laerm und der Unruhe hier.
Das Essen werde ich auf alle Faelle vermissen, hat es mir doch die Augen geoeffnet und unendlich viele Moeglichkeiten aufgezeigt, was man mit Essen alles anstellen kann. Vorallem mit Curry, vor dem ich vorher zu viel Respekt hatte und aus Angst, alles zu scharf essen zu muessen, nie als Zutat in Betracht gezogen hatte. Wieder in Neuseeland angekommen habe ich mir gleich sofort gruenen Curry zugelegt, der inzwischen - zusammen mit Kokusnussmilch - ein fester Bestandteil meiner Nahrung geworden ist.
Viele Urlauber sind immer total aus dem Haeuschen, wenn sie nach dem Urlaub feststellen, dass sie Gewicht verloren haben. Fuer mich ist das total logisch, schliesslich ist es dort wahnsinnig heiss und somit verschwitzt man sehr viel Wasser. Ja ich habe auch 3 Kilo abgenommen, wuerde mich aber nicht wundern, wenn ich 1 oder 2 davon in den naechsten Wochen wieder zulege, schon allein wegen der Temperaturunterschiede.
Dank meiner Fluglinie (Jetstar) hatte ich in Singapur dank einer Flugaenderung nochmal eine Uebernachtung und habe diese fuer ein wenig Sightseeing genutzt. Obwohl ich zur Feierabendzeit mitten in der Rushhour in der Stadt ankam, fuehlte ich mich in dem Stau richtig wohl: niemand hupte oder versuchte, den anderen von der Strasse zu draengen. Im Gegenteil, alles ging gesittet und wohl geordnet zu. Nachdem ich in den letzten Wochen einigen Herzattacken nur knapp entkommen war, fuehlte sich das toll an! Mein Flug nach Auckland ging erst am Abend und so hatte ich noch einige Zeit zum Totschlagen aber irgendwann wurde es mir einfach zu heiss und ich wollte einfach nur noch heim. Und so gings auf zum Flughafen, wo ich mit dem Blogschreiben begann: Entwuerfe per Hand in mein Tagebuch und dann gleich auf Blogger. Dies allerdings im 14 Minuten Takt, da die kostenlosen Rechner nach dieser Zeit die Internetverbindung unterbrechen um extrem lange Nutzung zu vermeiden.
Der Flug war ziemlich bescheiden und ich regte mich furchtbar ueber Jetstar auf. Erstmal finden die Sicherheitskontrollen in Singapur direkt vor dem Gate statt und nachdem man erstmal sein Wasser aufgegeben hat, kann man im Gate selber nichts mehr kaufen. Es gibt zwar einen Wasserspender, aber der sprueht sein Wasser nach oben und versuch da mal, eine Flasche ohne grosse Sauerei aufzufuellen! Im Flieger kann man natuerlich Wasser zu unerhoerten Preisen kaufen, aber ein kostenloses Wasser gibt es nicht (im Gegensatz zum Hinflug, da bekam ich ne ganze Flasche). Ich war so veraergert ueber diese Frechheit, dass ich aus Prinzip nichts kaufen wollte und spaeter fuellte ich meine Flasche am Wasserspender neben der Toilette auf. In Auckland angekommen hatte ich nicht viel Zeit fuers Gepaeck einsammeln, Stempel bei der Einwanderungsbehoerde holen und dann in 15 Minuten rueber zum Terminal fuer die Inlandsfluege zu hetzen. Und wie sollte es anders sein, das Gepaeck dauerte ewig und der Zoll interessierte sich fuer eines meiner Mitbringsel (okay, das war ne Schlange in einer Flasche Wein, ich sehe ein dass dies merkwuerdig ist). Dafuer durfte ich mich diesmal in der anderen Schlange fuer Kiwi und Australische Reisepaesse/Einwohner anstellen und dort ging die Einreise sehr fix. 'Welcome home' meinte der nette junge Mann und als ich endlich im Flieger nach Queenstown sass und die bekannte tolle Aussicht ueber die suedlichen Alpen geniessen konnte, fuehlte ich mich wirklich wieder zu Hause.  
Somit ging also ein toller Urlaub zu Ende, der abwechslungsreicher nicht haette sein koennen: von hunderten von Tempeln in verschiedenen Groessen und Zustaenden, zum Reiten auf Elefanten, staubschluckend durch den Verkehr auf tuk tuks, vorbei an Reisfeldern so weit wie das Auge reicht, Strassen die man zu Hause nicht mal fuer den oeffentlichen Verkehr freigeben wuerde, singenden Moenchen, bettelnden Kindern, auf deutsch zaehlende Kambodschanische Kinder, ein Meer aus Motorraedern, dem ganz normalen Wahnsinn des Strassenverkehrs, auf einem Boot in den Sonnenuntergang schippern, im Kayak durch stockdunkle Hoehlen paddeln, mit Strassenhaendlern ueber den Preis streiten und sich auf einem der vielen Maerkte im unendlichen Angebot an Brauchbaren und weniger Brauchbaren verlieren.
Danke Suedostasien fuer eine tolle Zeit und wahrscheinlich werde ich nicht wiederkommen. Nicht, weil ich die Zeit in Thailand, Kambodscha und Vietnam nicht genossen habe, sondern mehr aus Neugier und dem Drang, weitere Laender in der Region kennenzulernen. Mit diesem Urlaub konnte ich drei Laender auf meiner langen Liste abhacken, aber andere Laender wurden automatisch hinzugefuegt, weil man sich mit anderen Leuten unterhaelt, Broschueren sieht, Reisefuehrer liest usw. Die Welt ist gross und will entdeckt werden und ich setze mich noch lange nicht zur Ruhe!

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