Die Geschichte des Staubsaugers


Heutzutage ist er nicht mehr aus einem Haushalt wegzudenken: der Staubsauger. Dabei wird oft die Geschichte hinter dieser modernen Selbstverständlichkeit vernachlässigt. Diese ist jedoch nicht nur interessant, sondern dauert inzwischen auch schon ungefähr 150 Jahre an. Besonders wenn man Tiere zu Hause hält, ist ein Staubsauger unabdingbar. Wer aber vermutet, dass alle Modelle stets so leistungsstark waren wie zum Beispiel die heutigen Staubsauger von Dyson, der irrt gewaltig.

Die Anfänge

Vor etwa 150 Jahren wurde in den Vereinigten Staaten vermutlich der erste mechanische, mit einer Handkurbel betriebene Staubsauger patentiert, und zwar von Ives W. McGaffey aus Chicago Illinois. 1876 erfolgte dann die Patentierung des ersten funktionierenden Staubsaugers für Haus und Läden von Melville Bissell. Damals waren die Geräte noch riesig und eher unhandlich. Um einen Saugeffekt zu erzielen, mussten mehrere Männer einen großen, manuell zu bedienenden Blasebalg per Kurbel, Fußantritt und Hebel in Fahrt bringen. Durch den Aufwand und die Bedienung konnte sich dieser Apparat natürlich nicht auf dem Markt durchsetzen.

Weiterentwicklung und Effektivität

Familie beim Staubsaugerkauf

Familie beim Staubsaugerkauf
© Digital Vision/Thinkstock

Bis heute gilt der Londoner Brückenbauingenieur Hubert Cecil Booth als Erfinder des ersten motorbetriebenen Staubsaugers. Booth hatte beobachtet, wie Eisenbahnwaggons gereinigt wurden. Früher wurden Textilien wie Sitze von Schmutz befreit, indem dieser einfach weggeblasen wurde. Obwohl man damit eine komplette Reinigung durchführen konnte, wurde das Umfeld entsprechend beschmutzt. Nun hatte der Ingenieur die Idee, den Unrat anzusaugen und in einem Beutel zu sammeln. Einer von Booths Kollegen war gerade ebenfalls dabei, ein Konstrukt zu entwickeln, dass Dreck beseitigen sollte. Er erklärte den Einfall für Irrsinn. Der Brite ließ sich aber trotzdem nicht von seinem Vorhaben abbringen: Er startete einen Selbstversuch, indem er durch ein weißes Taschentuch an einem Sessel saugte und damit bewies, dass sich Schmutzpartikel auf diese Weise sammeln lassen. Allerdings war auch die Erfindung von Booth eher unpraktisch: Diese funktionierte zwar durch Motorkraft, musste aber trotzdem von Pferden gezogen werden und auf der Straße vor einem Haus parken, von wo anschließend meterlange Schläuche ins Haus getragen wurden, um dort zu saugen.

Etablierung in der Gesellschaft

Von der Gesellschaft akzeptiert und genutzt wurde der Staubsauger erst als Booth eine Reinigungsfirma gründete, in der nur Männer beschäftigt waren, die bereit waren, schicke Uniformen zu tragen. Dadurch wurde das Saugen zum Highlight auf jeder High-Society-Party, denn nur die besser betuchten Bürger Londons konnten diese Dienstleistung finanzieren. Heute ist das Staubsaugen in Europa selbstverständlich geworden und so wundert man sich eher über Bürger, die nicht über die nützliche Erfindung des Staubsaugers verfügen.