Die Gedichte: Messer | In stillen Nächten von Till Lindemann

Von Tialda @Schnoberschnute

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x Autor: Till Lindemann
x Zeichnungen: Matthias Matthies
x Titel: Die Gedichte: Messer | In stillen Nächten
x Genre: Lyrik
x Erscheinungsdatum: 05. März 2015
x bei KiWi
x 224 Seiten
x ISBN: 3462047779
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Klappentext:

So schön
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

Rezension:

Bei Till Lindesmanns “Die Gedichte: Messer | In stillen Nächten” handelt es sich um ein zusammengefasstes Werk seiner beiden Gedichtbände “Messer”, welches 2005 erstmals erschien, und “In stillen Nächten”, erstmals 2013 veröffentlicht. Obwohl ich vor allem die Texte seiner Band “Rammstein” sehr mag, war mir bisher nicht geläufig, dass er bereits 2 Gedichtbände herausgebrachte – ein perfekter Anlass, sich die zusammengefasste Ausgabe zuzulegen.

Unterteilt ist das Werk natürlich in die beiden ursprünglichen Bücher, die es beinhaltet – “Messer” mit 55 Gedichten, “In stillen Nächten” mit etwas mehr als 100, wobei die meisten davon, keine Seite füllen und sogar oft nur aus wenigen Zeilen bestehen. Abgerundet wird das Werk mit einfachen Zeichnungen in schwarz, welche Figuren in thematisch passenden Situationen darstellen und meist sehr roh dargestellt wurden – ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so viele selbstschädigende wie bizarre Handlungen sowie männliche Geschlechtsteile abgebildet sind.

Aber trotz der Rohheit, die sich auch in vielen der Gedichte wiederfindet, steckt mehr dahinter. Man sollte sich auf jeden Fall Zeit zum Lesen nehmen, da sich einem der Umfang der Bedeutung hinter den Sätzen teils erst nach mehrmaligem Lesen und ‘sacken lassen’ erschließt.

Leider kann ich mit dieser Art von Literatur weniger anfangen als erwartet. Ich mag zwar Anspielungen und tiefgründige Sätze, von denen man in den Texten der “Rammstein”-Songs unzählige findet, jedoch bekommt man hier eher ungeschliffene Diamanten vorgesetzt, die man sich selbst erst in Gedanken zurechtschleifen muss. Teilweise ist mir dies zwar gelungen, aber insgesamt ist es nicht so ganz mein Fall.

Wer also eingängige Texte erwartet und mit Lyrik ansonsten wenig anfangen kann, bleibt enttäuscht zurück. Dieses Buch wird aber definitiv auch Liebhaber finden.

Fazit:

Kunst, die den Leser ebenso gewalttätig wie tiefgründig ihr Herz offenbart – jedoch muss man für das Tiefgründige hinter der Gewalt selbst sein Herz öffnen.

Bewertung:

Über Autor und Zeichner (lt. Klappentext):

Till Lindemann wurde 1963 in Leipzig als Sohn des DDR-Kinderbuchautors und Schriftstellers Werner Lindemann und der Kulturjournalistin Brigitte Lindemann geboren. In der Jugend Leistungssportler (Schwimmen), nach einer Internatszeit Lehre als Tischler und tätig als Zimmermann, Korbflechter und Techniker. Seit 1994 Sänger und Texter von “Rammstein”. Lebt in Berlin.

Matthias Matthies, geboren 1969 in Leipzig. Aufgewachsen in Halle/Saale, Hohen Viecheln und Schwerin. Gelernter Schriftsetzer für Bleisatz. Wohnt und arbeitet in Schwerin und Berlin.