DIE FRAGEN LEBEN

"Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie (...) bitten (...), Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben (...). Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein." 
– R.M. Rilke "Briefe an einen jungen Dichter" Brief vom 16.07.1903
Die Tage habe ich immer mal wieder in diesen Briefen gelesen. Ich erwische mich oft dabei, wie ich in den Büchern heimlich Weisheiten für mein eigenes Leben suche. Eine Antwort, irgendeine, auf eine aktuelle Ungelöstheit. Oder die Beruhigung, dass irgendjemand dieses Gefühl, diese Lage schon einmal ähnlich erlebt hat. Dass all das, kleine oder große Spannung, okay und relativ und vergänglich ist und die Fragen ruhig erstmal offen bleiben dürfen.
DIE FRAGEN LEBENGestern fragte mich eine Bekannte, was denn nun meine Pläne seien. Wo ich mich dann bewerben möchte. Wann, warum. Da bleiben meine Antworten gerne nebulös, denn natürlich habe ich Ansätze von Plänen. Aber sie sind noch so zart, dass ich befürchte, sie verkümmern, sobald ich sie ausgesprochen habe. Eigentlich lebe ich ganz gut mit offenen Fragen und ich fühle mich beengt, wenn alles fest verplant und gesichert ist. Und dieser Alltag in Paris, zwischen Hin und Her, Endphase Studium, Job und anderem, lässt mir gerade (an Energie) auch nichts anderes übrig, als gegenwärtig zu sein anstatt mich in Zukunftsplanung zu verlieren. 
DIE FRAGEN LEBEN
DIE FRAGEN LEBEN
Was mir aus den letzten Tagen im Kopf geblieben ist ...
°°° Das spontane Treffen mit der lieben M., zwischen uns ein Brett mit Sushi, draußen der laute Boulevard. Neues, wenig Gutes, aus ihrem Land im Nahen Osten und Lachen beim Erinnern an letztes Jahr, als wir uns bei einem Praktikum kennengelernt haben.
°°° Eine nächtliche Metrofahrt, auf dem Nachhauseweg vom Babysitting, zu dem mich F. mal wieder begleitet hat. Ich döse an seiner Schulter, während junge Leute an den Stationen torkelnd ein- und aussteigen.
°°° Eine nachmittägliche Metrofahrt, während der ich begeistert ein Aha-Erlebnis nach dem anderen beim Lesen eines Fachbuches für die Masterarbeit habe. Das merkwürdige Gefühl der Dankbarkeit einem unbekannten Autoren gegenüber dafür, dass er dies so schön passend "nur für mich" aufgeschrieben hat.
DIE FRAGEN LEBEN
Dazwischen...
ziemlich windige Junitage, Stunden vor dem Bildschirm, die Suche nach mehr Energie, die zweisame Vorfreude auf den Urlaub, der Gedanke an liebe Menschen, denen ich schon länger nicht mehr geschrieben habe.
... und weiter gehts. In die offenen Fragen hineinleben!

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