Die Fettlöserin: Eine Anatomie des Abnehmens

Die Fettlöserin: Eine Anatomie des Abnehmens Titel: Die Fettlöserin: Eine Anatomie des Abnehmens
Autor: Nicole Jäger
Genre: Sachbuch/Erfahrung
Verlag: Rowohlt Verlag
Format: Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN: 978-3499631160

Als ich das Cover und den Titel sah dachte ich mir:
Die Frau ist dick.
Was soll eine dicke Frau übers Abnehmen schreiben, wo sie es scheinbar selbst nicht kann.
Guten Morgen Vorurteil, hab dich lange schon nicht mehr gesehen.
Es war dann wieder einmal die Neugier, dass ich zu dem Buch gegriffen habe, weil ich eben wissen wollte, was die dicke Frau über das Abnehmen weiß und Himmel, sie weiß eine ganze Menge!

Der Mensch geht nach Äußerlichkeiten, so ist er nun einmal und so bin ich. Als ich Nicole Jäger auf dem Cover sah, sah ich nur eine dicke Frau, dass diese dicke Frau allerdings noch dicker war und sich bereits halbiert hat, dass sah ich nicht auf den ersten flüchtigen Blick, dafür musste ich mir die Zeit nehmen und unter die Oberfläche schauen.

Nicole Jäger wog noch vor einigen Jahren 340 Kilo und wiegt nun knapp unter 170 Kilo. Die Abnahmeleistung ist großartig, sieht man nur leider nicht auf den ersten Blick. Das Buch beschreibt aber genau diesen Gang, wie es dazu kam, dass das Gewicht eskalierte, was es brauchte, um zu der Einsicht zu kommen, dass sich etwas ändern muss.
In jeder Buchhandlung gibt es ein eigenes Regal über Ernährung, dort findet man die wildesten Diäten und es gibt dann noch so Ratgeber, in denen der Autor schreibt: Sei motiviert! Liebe dich selbst! Sport macht Spaß! Abnehmen ist ein Kinderspiel! Ähm….nein. Abnehmen ist scheiße schwer, macht meistens nicht sonderlich viel Spaß und motiviert ist man eher, wenn man schon am Ziel ist, weil dann blendet man den Kampf meistens aus. Diese Ehrlichkeit bringt Nicole Jäger in ihrem Buch ans Licht – klar ist auf der Couch sitzen und Kekse essen für die meisten schöner, als eine Stunden laufen zu gehen, für mich zumindest definitiv. Dieses Buch, es bringt endlich einmal die Wahrheit ans Licht, das Abnehmen kein Spaß ist und es in Ordnung ist, mal nicht motiviert zu sein, mal durchzuhängen.

Wisst ihr, ich bin den anderen Weg gegangen. Ich habe irgendwann nichts mehr gegessen. Dauerhaft. Was übrigens eine ziemlich dumme Idee war, aber damals fand ich sie grandios und die ultimative Lösung, die Lösung für, naja, was bei Nicole Jäger das Essen war:
„Zu essen war mein Sport, meine Umarmung, meine Liebe, mein Sex, meine Antwort aufs Armeaufschneiden, mein Mich-schön-Fühlen, mein Trampolin, mein Wunsch nach allem, was mir fehlte.“ (Seite 43)
Statt zu fressen oder zu hungern, geht es letztlich darum, wieder essen zu lernen. Essen mit allen Sinnen und nicht, auf der Suche nach Gefühlen, die man irgendwie sonst nicht hätte. Klingt erstmal ziemlich absurd, aber doch total einleuchtend, für mich zumindest und sicherlich auch für alle, die schon mal Probleme damit hatten.
Diäten sind murks, weil sie nie dauerhaft gehen, sondern meist über einen bestimmten Zeitraum, nach dem Zeitraum ist man wieder alleine mit dem Essen und dann kommt Mister Jojo-Effekt und sagt hi. All diese Themen greift das Buch auf und gibt doch nicht wirklich Tipps. Keine Tipps?! Für was soll man dann das Buch bitte lesen?! – Um zu verstehen, warum es so ein Kampf ist mit den Kilos.

Warum ich das Buch gelesen habe, obwohl ich ja mit Übergewicht keine Probleme habe? Weil, was in vielen Ohren komischen klingen mag, in meinen auch (manchmal), zunehmen genauso schwer ist, wie abnehmen und es letztlich immer ein kleiner Kampf mit sich selbst ist, den man mit Nahrung führt, in welche Seite auch immer. Und außerdem ist Nicole Jäger verflucht lustig, prinzipiell sollte man das Buch alleine deswegen schon lesen.



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