Die Fabel vom Löwen und der Maus - Wie ein Kleinerer einem Größeren helfen kann!

Von Wernerbremen


"Nicht weil es so schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es so schwer."

Seneca

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Fabel von Äsop erzählen:
"Der Löwe schlief in seiner Höhle. Um ihn her spielte eine lustige Mäuseschar. Eine davon war eben auf einen hervorstehenden Felsen gekrochen, fiel herab und weckte den Löwen, der sie mit seiner gewaltigen Tatze festhielt.
"Ach", bat sie, "sei doch großmütig gegen mich armes, unbedeutendes Geschöpf. Ich habe dich nicht beleidigen wollen. Ich habe nur einen Fehltritt getan und bin vom Felsen herabgefallen. Was kann dir mein Tod nutzen? Schenke mir das Leben und ich will dir immer dankbar sein."
"Geh hin" sagte der Löwe großmütig und ließ das Mäuschen springen. Bei sich aber dachte er:
Nun, das möchte ich doch sehen, wie sich ein Mäuschen einem Löwen dankbar erweisen könnte.
Kurze Zeit darauf suchte das Mäuschen im Walde Nüsse. Da hörte es ein klägliches Gebrüll. "Das ist der Löwe", sprach es zu sich selbst, "er ist gewiß in Gefahr." Mit diesen Worten lief es der Stelle zu, von wo das Gebrüll ertönte.
Da sah es den Löwen, der sich in einem Netze gefangen hatte. Die Stricke waren so stark, daß er sie nicht zerreißen konnte.
"Warte nur, mein Freund", sagte das Mäuschen, "da kann ich dir helfen" Es lief hinzu und zernagte die Stricke, die seine Vordertatzen gefesselt hielten. Als diese frei waren, zerriß der Löwe das übrige Netz mit Leichtigkeit. So ward er durch die Hilfe des Mäuschens wieder frei."
Ihr Lieben,

diese Fabel veranschaulicht auf eine sehr feine humorvolle Weise, das auch ein Kleinerer einem Größeren durchaus helfen kann. Hätte der Löwe nicht der Maus das Leben geschenkt, wäre er aus der Falle, dem großen Netz aus festen Stricken, nicht entkommen.
Ich war in meiner Kindheit und Jugend häufig dieser kleinen Maus sehr ähnlich, jedenfalls kam es mir so vor, denn ich fühlte mich klein, erbärmlich und verachtenswert.
Erstaunlicherweise aber durfte ich feststellen, dass ich trotzdem in der Lage war, anderen Menschen zu helfen. Und darin liegt auch die Botschaft dieser Fabel:

Wir sollten, auch wenn wir uns klein und hilflos fühlen und meinen, gegen das Elend und die Not in der Welt nichts oder nur wenig ausrichten zu können, und NIEMALS entmutigen lassen und dennoch unseren Teil dazu beitragen, diese Welt freundlicher, wärmer, menschlicher und heller zu machen.

Ich habe ja schon viel von meinem Jugendfreund Hans Christoph erzählt und was er alles für mich getan hat.
Aber bei all dem Wunderbaren, das er für mich tat, indem er mir beibrachte, NIEMALS AUFZUGEBEN, durfte ich auch etwas für ihn tun:
Wenn er aufgrund seiner sehr schweren Asthmaerkrankung nicht in der Lage war, selbst Rad zu fahren, dann setzte ich ihn in einen großen Bollerwagen und brachte ihn unter Anstrengung aller meiner Kräfte in die von ihm geliebte Natur, wo er glücklich war und wenigstens stundenweise seine schwere Krankheit ein wenig vergaß.

So konnte ich auch etwas für ihn tun.
Ihr Lieben,

Mag unsere Kraft auch gering sein, wir wollen aber NIEMALS AUFGEBEN und uns immer für eine bessere und freundlichere und menschlicher Welt einsetzen.


Ich wünsche Euch heute einen fröhlichen Tag und grüße Euch herzklich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt