Die ethisch neutrale Drohnenwaffe für die Bundeswehr ist Fortschritt in den Augen nekrophiler Gierhälse

Unser christdemokratischer Verteidigungsminister de Maizière nennt die modernen unbemannten Flugdrohnen “ethisch neutrale Waffen”, was wohl darauf hinweisen soll, dass es darauf ankommt, wer und aus welchen Grund diese als so präzise titulierte Killermaschinen einsetzt. Da das westliche Bündnis unter der Führung, der sich als moralisch, kulturell und theologisch überlegen fühlenden USA im schlichten Weltbild neo – konservativer Politiker und Ideologen die einzig gute Seite ist, und der Rest der Welt demnach kommunistisch, islamistisch und antikapitalistisch, also schlecht ist,  ergibt sich für die deutsche Bundeswehr keine unnötig problematische Moralfragen.

Die Regierung hat längst beschlossen, die Truppen mit eigenen Drohnen zu bewaffnen. Ob diese aus den Beständen der israelischen Armee oder den  US-amerikanischen Streitkräften kommen soll, ist noch offen. Jedenfalls hat die Bundeswehr während des Afghanistaneinsatzes schon seit längerem positive Erfahrungen mit der israelischen Heron Aufklärungsdrohne machen können, die erst mal unbewaffnet auf Scout Mission geschickt worden war. De Maizierère sieht allerdings eine unumwindbare Notwendigkeit, in Zukunft auch bewaffnete Drohnen einzusetzen. Die vorteile liegen auf der Hand, so der christliche Menschenfreund: präzises und steriles Töten, ohne lange Vorbereitungszeit; und das alles ohne die eigenen Soldaten zu gefährden, was im Zweifelsfall zu negativen innenpolitischen Reaktionen führen könnte.

Feigheit – zweifach

Kaum fällt ein Soldat oder 2 oder vielleicht auch 1000, kritisiert das dumme Volk den heroischen Einsatz, und missversteht die Absichten, die man doch tagtäglich über die fügsamen und gleichgeschalteten Systemmedien herausposaunt: wir setzen uns für Frieden und Demokratie ein, wir sind die Befreier, und selbst redend wird auch das Christentum beschützt. Öl, Bodenschätze, militärtrategische Lage  – aber nicht doch, das spielt doch keine Rolle. Deutschlands Wirtschaft wird am Hindukush verteidigt, Amerikas Öl und Waffenlobby wird weltweit mit Drohnenangriffen geschützt. Wir wissen es, und begehren dennoch als Bürger nicht dagegen auf, wohl deswegen, weil uns das bestehende System Wohlstand sichert? Dabei schert sich Obama – der Friedensfürst mit einschlägigen Nobelpreis – einen Dreck um staatliche Souveränitätsrechte, wenn er mal wieder den Tötungsbefehl für eine verdächtig aussehende Gruppe von bartträgern in Pakistan befiehlt.

Unlängst hat SPON (Spiegel – online ) in einem Artikel berichtet, dass die Bundeswehr in Afghanistan den Einsatz US-amerikanischer Drohnen befohlen hatte.

Es ist zu lesen: Demnach kam es am 11. November 2010 “auf Anforderung deutscher Isaf-Kräfte” zum Einsatz einer Kampf-Drohne der US-Streitkräfte im Distrikt Chahar Darreh. Im Rahmen eines “Close Air Support”, der Unterstützung von Bodentruppen aus der Luft, “wurden vermutlich vier Angehörige der regierungsfeindlichen Kräfte getötet”, schreibt Kossendey. 2009 hatte die Bundeswehr erstmals den Einsatz einer bewaffneten Drohne angefordert. Damals wurde in der Provinz Kunduz eine Sprengfalle aus der Luft zerstört.

Lug und Trug. Die Wirklichkeit wird uminterpretiert mit Neusprech

Wenn die Wafe doch so präzise und human ist, weil sie keine Kollateralschäden verursacht, dann fragt man sich doch, warum dann nur geschätzt wurde, dass sa vielleicht 4 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Diese Formulierung könnte man als Zynismus und Menschenverachtung pur interpretieren – oder sind wir hier nur überempfindlich, und werden von den knallharten Realisten wieder als softe “Gutmenschen” verunglimpft, die überhaupt keine Ahnung haben und sich laufend nur beschweren. Für was eigentlich? Wir leben im Vergleich zu anderen Ländern doch so gut und beschützt in unserem Kokon. Feind ist, wer daran rütteln mag und nach Veränderung schreit.

Verkommene ethische Systeme verfallen der Gier

Das Christentum, so will es mir als Gutmensch scheinen, hat längst moralisch abgewirtschaftet in den kapitalistischen Staaten, weil es den (puritanischen) Gedanken der göttlichen Erwählung an den wirtschaftlichen Erfolg koppelt. Wer gut glaubt, wird erfolgreich, reich und mächtig. Der Mammon ist nun der eigentliche Gott, der die Gier, die Versklavung und Ausbeutung von Mensch und Natur als ethische Eckpfeiler festmacht. Das Neusprech dazu findet sich in Worten wie: Eigenverantwortung (hilf dir selbst und nutze nicht den Staat aus), Leistungsgerechtigkeit (= viel Geld für wenig oder gar keine produktive Leistung, wohl aber Kohle für Beziehungen, Zockereien und Unterschlagungen), Ein Euro Job, Fordern und Fördern, Hartz 4, Soziale Hängematte, Sozialschmarotzer, Wirtschaftsflüchtlinge. Die Opfer werden zu Tätern und Schmarotzer umgedeutet, die eigentlichen Verbrecher zu “Leistungsträgern” und systemrelevanten Strukturen.

Sie sind alternativlos und systemrelevant: die Ausbeutung und Unterdrückung durch den neuen Wirtschafts – Feudalismus

Globaler Wettbewerb, der nichts anderes darstellt als Lohndumping, Ausbeutung und Entrechtung, um den maximalen Profit für einige wenige zu generieren, wird als unveränderbare Realität erklärt, der man sich Binnenwirtschaftlich mit Lohnkürzungen, Rationalisierungen und Rentenkappung entgegenstellen muss. Bullshit. Wir als Mehrheit verändern die Bedingungen zum Guten, wenn wir denn nur wollten. Aber das setzt Aufklärung und Verstand vorraus, und es verlangt Offenheit. Weg von diesem bipolaren Denken. Wer heute von Gerechtigkeit, Mescnehnwürde, Naturschutz und Klimaschutz spricht, der muss kein Kommunist sein, oder Antichrist, wie die Neokonservativen dies uns immer wieder zu suggerieren suchen.  Als Spezis Mensch werden wir nur überleben, wenn wir die Phase der Gier und des ungehemmten Materialismus ablegen, und zu einer Lebensweise des Seins im Menschsein ersetzen. Wir verlieren nichts, wenn wir uns verändern, aber wir gewinnen dazu.

gedankensindfreier meldet sich nach langer Pause zurück


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