Die Entscheidung für (m)ein Baby

Da ich ja zu diesem Thema eine eigene Blogparade gestartet habe (sie läuft noch bis zum 31. März!!) - Danke nochmal, an alle Teilnehmer - möchte ich nun natürlich noch meine eigene Geschichte dazu liefern.
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Bei uns war alles ungeplant - meinen jetzigen Mann kannte ich, als ich schwanger wurde, gerade erst einmal ein halbes Jahr. Man könnte also sagen - ach du Sch...!!! Das war dann auch meine erste Reaktion darauf. Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment. Ich hatte an einem Sonntag so ein komisches Gefühl, auch weil meine Periode ausgeblieben war, allerdings gar nicht so lange, das es mich hätte besonders beunruhigen müssen. Am Montag ging ich also auf Arbeit und besorgte mir gleich einen Test - der war positiv! Es war ein krasses Gefühl, ich ging irgendwie wie auf Wolken zurück an meinen Arbeitsplatz, ließ mir aber nichts anmerken. Ich dachte nur die ganze Zeit "in dir schwimmt jetzt ein kleines Etwas rum und wächst mit jeder Minute - wow!".
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Am Abend sagte ich es dann meinem (damals noch) Freund, als wir uns in meiner Wohnung trafen. Er wollte mir es erst gar nicht glauben, weil ich, ohne es zu wollen, einen längeren Lachanfall bekam. Irgendwie war diese Situation so irre für mich. Schließlich war er aber gleich ganz begeistert davon, er wollte es unbedingt. Ich war mir aber noch unsicher. Gerade erst hatte ich meinen ersten Job angefangen und wir waren doch erst so kurz zusammen, wie sollte das alles funktionieren? Außerdem hatte er einen Job, in dem ein normales Familienleben mit einer gleichberechtigte Rolle als Vater, so nicht möglich gewesen wäre war. Das war mir aber sehr wichtig! Denn ich wusste, dass ich mit der Rolle einer nur Mutter oder Hausfrau nicht glücklich werden würde. Ich wollte mir unbedingt auch weiter eine berufliche Zukunft aufbauen. So bat ich mir noch Bedenkzeit aus. Für mich kam es auch in Betracht, diese Schwangerschaft noch abzubrechen, denn ich hatte nicht jahrelang studiert um jetzt nur noch am Herd vor mich hinzuvegetieren.
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So ging der normale Alltag weiter. Wir gingen zur Arbeit und ich überlegte hin- und her. Letztlich war es aber - wie bei allen wichtigen Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe - ein Bauchgefühl. Ich hatte das Gefühl, obwohl vielleicht einige "Fakten" dagegen sprachen, das musst du jetzt machen, das wird ein großes Abenteuer. Auch was meinen Freund anging hatte ich einfach ein sehr gutes Gefühl. Ich wusste er hatte sich "ausgetobt", war verantwortungsvoll und wir hatten den gleichen Humor. So sagte ich also "Ja, ich will" (ein Baby bekommen).
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Ich stellte allerdings die Bedingung, dass er auch seinen Teil leisten müsse. Auch wollte ich mindestens einmal in der Woche einen Abend für mich haben. Das klingt sehr kleinlich, aber ich wusste ja nicht, das es in dieser Hinsicht wirklich gar keine Probleme geben sollte. Besser man redet vorher darüber, was man für Vorstellungen hat.
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Wir freuten uns also insgeheim wie Bolle, verrieten aber noch niemandem etwas bevor ich im 3. Monat war. Das gilt ja gemeinhin als die magische Grenze, von der an eine Schwangerschaft sicher ist.
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Schließlich fingen wir an es allen zu erzählen, Familie, Kollegen, Freunden. Alle waren total überrascht und konnten es erst gar nicht glauben. Langsam gewöhnten wir uns an den Gedanken (das dauerte allerdings Monate), dass nun bald zu dritt sein würden. Manchmal vergas ich "es" auch wieder. Wir fuhren in den Ski!!-Urlaub, wir feierten Weihnachten und bezogen unsere neue Wohnung (wo ich fröhlich auf Leitern herumturnte bis es mir verboten wurde). Endlich waren wir ein richtiges Paar. Schließlich machte mir mein Freund auch noch einen Heiratsantrag. Ich war überrascht, denn damit hatte nicht wirklich gerechnet. Als Ossi-Kind denkt man vielleicht nicht gleich an heiraten? Jedenfalls fand ich es sehr romantisch und es berührte mich sehr!Schließlich ging ich in den Mutterschutz und traf letzte Vorbereitungen für das Kleine - so richtig vorstellen konnte ich es mir allerdings nicht. Ich als Mutter, Mutti, Mama oder was? Sehr komisch.. Ehrlich gesagt bereitete mir diese Vorstellung eher Unbehagen, denn ich konnte und wollte mir nicht vorstellen, dass sich mein Leben nur noch um eine mir fremde Person drehen sollte. Dass ich den ganzen Tag nur noch "dadada" oder "blablabla" trällern und mir darüber wie Bolle freuen sollte. Ich stellte mir schlaflose Nächte, Kackwindeln und auf Babymodus geschaltete Säuselstimmen vor... gruselig!!
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Etwa einen Monat vor der Geburt heirateten wir sogar noch ganz spontan, in kleinem Kreise auf dem Standesamt. Ich war hochschwanger, aber mein Anblick kam mir gar nicht ungewöhnlich vor. Wenn ich heute die Fotos ansehe verstehe ich, warum wir einige aufmerksame Blicke geerntet haben.
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Und dann war es soweit - sehnsüchtig erwartet und doch völlig überraschend - kam unser kleines Baby. Die erste Zeit war stressig und eine gewisse Umstellung, und doch bin ich bis jetzt unheimlich glücklich. Und, wer hätte es gedacht, mein Mann sagt "jetzt lass doch mal deinen Mutterinstinkt." Es stimmt - dieses kleine Wesen hat einen sehr wichtigen Platz in meinem Herzen eingenommen. So etwas kann man sich einfach nicht vorstellen. Ich hätte es mir nie vorstellen können. Wenn du dich über Babykacke freust als wären es Rohdiamanten, dann weisst du, du bist in die verrückte Welt der Eltern eingetreten. Es ist ein großartiges Erlebnis, ein Abenteuer, das ich in meinem Leben sicher nicht missen möchte.
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