Die Copy Cats verbrennen Kohle im Turbo-Modus

Von Klaus Ahrens

Die Aktien des Internet-Inkubators der Gebrüder Samwer kennen nur noch eine Richtung: steil abwärts. Wer zum Börsengang vor einem halben Jahr eingestiegen ist, dessen Geld ist schon zur Hälfte verbrannt – ein Ende des Kursrutsches ist nicht in Sicht.

Wir haben im letzten Herbst hier schon vor dem Börsengang vor genau dieser Entwicklung gewarnt. Die auch als Copy Cats bekannten Brüder aus Köln sind im Grunde nichts als Plagiatoren.

Sie schauen sich um, was irgendwo in der Welt gut läuft und kopieren das dann ohne Hemmungen – das ist meines Erachtens auch dann nicht korrekt, wenn der gesetzliche Schutz lückenhaft ist.

Illegal ist das zwar nicht, aber es hat schon ein derbes Gschmäckle. Mal ehrlich: wollen Sie Partner oder gar Geldgeber solcher Menschen sein?

Wer beim Börsengang der „glorreichen Halunken“ (Wirtschaftswoche) letzten Oktober geldgeil genug war, Aktien dieser Raubkopierschmiede zu kaufen, hat jetzt bald Klopapier für die nächsten paar Jahre – je nach Größe seines Engagements.

Schon zur Hauptversammlung im vorletzten Monat musste der Vorstandsvorsitzende Oliver Samwer einen Verlust von satten 46 Millionen Euro bekannt geben und begründete das mit den Kosten des Börsenganges und damit, dass 2014 keine nennenswerten Firmenverkäufe gelungen waren…

Bild: Rocket Internet