Die andere Seite der Medaille: Gnadenloser Kapitalismus oder das Geschäft mit den Flüchtlingen?

Von Gerd Bewersdorff @derallrounder

Hat sie schon genug bezahlt? Bild pixabay

Während sich die Politik weiter darüber streitet, wie die Flüchtlinge gerecht verteilt werden sollen, sahnen einige Firmen kräftig ab. Für sie ist der Flüchtlingsstrom vor allem eins: Ein Geschäft.
Wir reden hier nicht von Schlepperbanden, Schlauchboot-Verkäufer am Mittelmeer oder Not-Prostitution der Frauen, um die Flucht finanzieren zu können. Nein!? Denn wenn sie im "geheiligten" Europa endlich ankommen, erwacht die Industrie in Deutschland erst richtig. Ein Land, wo Milch und Honig fliesst? Da freuen sich wohl mehr die richtigen Geldgeier: Wohncontainer, Hotels, Security, zweifelhafte Absteigen, Vermieter, Matratzenhersteller und so weiter und so fort. Alle sahnen natürlich mächtig ab: Faire Preise? Warum denn? Es herrscht jetzt das Gesetz des Wachstums in gewissen Branchen! Also richtige Goldgräberstimmung, wie einst beim "Wiedereingliedern" der DDR. Fehlt jetzt nur noch eine Treuhandanstalt für Menschen aus aller Welt ...

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Es geht im Prinzip nur um Geld, Geld, Geld ...
Die kommunalen Unterkünfte platzen aus allen Nähten. Viele Städte wissen kaum noch, wie sie die vielen Asylsuchenden derzeit unterbringen sollen. Knapp 220.000 Flüchtlinge sind im Oktober in Europa angekommen. Das sind so viele Menschen wie im ganzen letzten Jahr zuvor. Gut ist das für einige Branchen, die an dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland mitverdienen.

Der Staat ist ein guter Gast?

Bauunternehmen, Makler oder auch Privatpersonen, die ihre Wohnungen vermieten, können mit den Kommunen gute Geschäfte machen. In Rheinland-Pfalz etwa wurden Holzhäuser für Flüchtlinge gebaut - den Auftrag ausgeführt hat eine lokale Holzbau-Firma. Weil Container knapp sind, werden Flüchtlinge auch in Hotels untergebracht - und der Staat ist ein guter Gast, der pünktlich zahlt.
Manche Firmen oder Privatleute nutzen die Notsituation der Kommunen auch aus: Indem sie zum Beispiel mehr Geld als üblich für ihre Wohnungen verlangen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat in Berlin vor zwei Jahren drei Makler bezahlt, die geeigneten Unterkünfte für Flüchtlinge finden sollten. 185.000 Euro hat das die Stadt Berlin gekostet.

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Und auch die Möbelindustrie freut sich, weil viele Wohnungen neu errichtet und für die Flüchtlinge eingerichtet werden müssen.
Die deutsche Möbelindustrie erwartet einen höheren Umsatz bei Betten, Sofas oder Küchenmöbeln. Das liegt daran, dass viele Flüchtlinge von Erstaufnahmeeinrichtungen in neue oder renovierte Unterkünfte ziehen.
Schon in diesem Jahr ist der Matratzen-Handel besonders gut gelaufen: Die Verkaufszahlen sind um 22 Prozent gestiegen. Und noch eine Branche ist zur Zeit gut im Geschäft: Wachfirmen, die von den Kommunen gebraucht werden, um die Flüchtlingsheime zu bewachen.
Allerdings nutzen einige Firmen oder auch Privatleute die Notsituation der Kommunen aus, um mehr Geld als üblich zu verlangen.
Quelle teilweise dradiowissen.de
Das "Produkt" Mensch zählt, nicht der Mensch als Individium. Politiker denken jetzt schon an die nächst Wahlen, Aldi, Lidl und Co rechnen bereits die Umsatzsprünge hoch. Die Unternehmen freuen sich über zukünftige billige Arbeitskräfte. Die Bauindustrie hechelt nach Aufträgen vom "Hochziehen" der "Ausländer-Ghettos" am Rande der Großstädte - siehe Frankreich. Ora et labora - bete und arbeite? So weit zur Willkommens-Kultur in Old Germany - und die ehrenamtlichen Helfer, Kommunen und Gemeinden, reißen sich den Arsch für umme auf ...