DGHS-Zeitschrift informiert, wie Ärzte künftig anders geloben

Auf den eigentlichen Heftschwerpunkt geht DGHS-Präsident Prof. Dr. Dieter Birnbacher gleich in seinem „Editorial" ein, wenn er schreibt:   „Der Grundsatz der Respektierung der Selbstbestimmung des Patienten gilt als der höchste Grundsatz der modernen Medizinethik. Im Oktober dieses Jahres ist er endlich auch Teil des weltweit geltenden Genfer Ärztegelöbnisses geworden. Die zunehmende Anerkennung des Grundsatzes der Patientenautonomie kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die praktische Umsetzung dieses Grundsatzes weiterhin mangelhaft ist." (S. 3)   „Warum der Weltärztebund das 'Genfer Gelöbnis' veränderte" - dazu führte der Präsident ein ausführliches Interview mit dem Scientific Advisor der Arbeitsgruppe des Weltärztebunds, dem Tübinger Medizinethiker Professor Dr. med. Dr. phil. Urban Wiesing, nachzulesen auf den Seiten 32 und 33.   Auf diese „Neufassung des ärztlichen Gelöbnisses" geht auf der nachfolgenden Seite 34 auch Dr. Diethard Mai, DGHS-Delegierter aus Freiburg (Breisgau), ein. Er betont, daß nunmehr das Wohlbefinden und die Autonomie des Patienten im Mittelpunkt ärztlichen Handelns stehen sollen: Noch entscheidender sei aber die Neuaufnahme eines weiteren Abschnitts: „Ich werde die Autonomie und Würde meiner Patientin oder meines Patienten respektieren."   Damit seien jetzt zwei zentrale Forderungen für die Ärzteschaft moralisch bindend, die die DGHS seit Jahrzehnten als Bürgerrechtsbewegung unterstützt habe und an deren Umsetzung sie im Alltag arbeite. Der Respekt vor der Würde und die Akzeptanz der Selbstbestimmung, also der Autonomie, von Patienten könne nunmehr auch mit Hinweis auf das 'Genfer Gelöbnis' von Medizinern eingefordert werden.   Zu diesem Komplex gehören noch die Artikel von Professor Birnbacher „Warum existiert keine EU-weite Regelung der Sterbehilfe? - Erläuterungen zur unterschiedlichen Praxis ärztlicher Hilfe am Lebensende." (S. 4-5) und von Rechtsanwalt Dr. Oliver Kautz „Freispruch für den Suizidbegleiter Dr. Johann F. Spittler" (S. 14-15).   Kautz geht hierzu sehr detailliert auf Sachverhalt, Prozessverlauf und Urteil ein. Er schließt seinen Beitrag mit einem Ausblick, in dem es u.a. heißt:   „Das Jahr 2018 wird somit grundlegende Entscheidungen über die Sterbehilfe bringen: Das BVerfG muss über die Verfassungsmäßigkeit des § 217 StGB entscheiden,der BGH imVerfahren Dr. Spittler über die Straflosigkeit der Suizidbegleitung. Es ist verfehlt anzunehmen, dass durch § 217 StGB die anstehende Entscheidung des BGH für künftige Fälle der Suizidbegleitung ohne Bedeutung sei. (...) Nahestehende Personen und Ärzte müssen künftig frei verantwortliche und selbst bestimmte Suizidenten bis zuletzt begleiten dürfen. Das unwürdige Versteckspiel am Lebensende sollte derVergangenheit angehören. Dies ist nicht nur rechtlich geboten, sondern auch eine ethische Notwendigkeit unserer verfassungsrechtlichen Grundordnung."   Der nominelle Heft-Schwerpunkt spiegelt sich in den Beiträgen „Ein Wiedersehen im großen Kreis - 'DGHS-Forum' für ehrenamtliche in Bad Neuenahr abgehalten" (S. 6) von Wega Wetzel, „Alle Jahre wieder...? - Außerordentliche Delegiertenversammlung 2017" (S. 7) von Claudia Wiedenmann und im Interview „Der neue Zahlmeister ist eine Frau", das Wega Wetzel mit der neugewählten Schatzmeisterin Evelyne Gläß führte (S. 7).   Wissenswertes über das, was in einem Trauerfall so alles auf einen zukommt („Zur Vorsorge für das Lebensende gehört auch die Bestattungsvorsorge."), vermittelt ein Artikel von Wega Wetzel auf den Seiten 8 bis 10 - verbunden mit einem Hinweis auf die DGHS-Broschüre „Testament und Erbe: Was bleibt, wenn ich gehe?".   Einen wissenswerten Beitrag hat auch Manuela Hauptmann verfaßt: „Die Deutschen werden immer älter - Woran es liegt, daß die Lebenserwartung immer stärker steigt." (S. 12-13).   Das Vereinsleben, die Angebote und Leistungen der DGHS spiegeln sich in mehreren Beiträgen: „Machen auch Sie mit bei der Bevollmächtigten-Börse! - Weitere Teilnehmer für Service-Leistung des Vereins willkommen." (S. 11) und den Nachrichten „Aus den Regionen" - u.a. über Veranstaltungen in Bad Neuenahr, Weimar, Freiburg, Berlin und Koblenz.   Nicht fehlen dürfen in der HLS die Rubriken „Veranstaltungskalender Januar bis März" (u.a. mit Hinweis auf den Weimarer Gesprächskreis am 22.03), „Blick über die Grenzen", „Leserbriefe" oder „Blick in die Medien" (u.a. zu einer Sendung von „Radio Lotte Weimar") und „Ausstellungstips".   Besonders umfangreich fällt in diesem Heft die Rubrik mit Besprechungen von Filmen und Büchern aus, überwiegend aus der Feder von Wega Wetzel. Von den vier besprochenen Büchern soll insbesondere Harald Mergels „Sterben ja... aber in Würde!" aus dem Logos-Verlag erwähnt werden; Rezensentin ist hier Präsidiumsmitglied Sonja Schmid.   Alles in allem: Eine interessante und gewinnbringende Lektüre nicht nur für Mitglieder der DGHS!     Mehr Informationen zur DGHS und ihrer Zeitschrift sind auf deren Homepage zu finden.     Siegfried R. Krebs

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