Deutschsprachiger Horror #2 | „Anatomie“ (2000)

Franka Potente war das deutsche Horror-Girl der frühen 2000er Jahre. Sie war “unsere” Neve Campbell, “unsere” Jennifer Love Hewitt, “unser” Versuch mit jungen, aufstrebenden Stars ein deutsches Horror-Genre zu schaffen. And along comes Anatomie von Regisseur Stefan Ruzowitzky, der in 2003 auch noch die dazugehörige Fortsetzung drehte.

Neben Potente spielen Benno Fürmann und Anna Loos, die mit ihrem Titelsong “My Truth” auch gleich noch ein äußerst eingängiges Lied zum Film beitragen durfte.

In dem Film geht es um die Medizinstudentin Paula (Potente), die auf dem Weg zur Uni Heidelberg einen jungen Mann kennenlernt, der wenig später schon vor ihr auf dem Seziertisch liegt. Paula beginnt die mysteriösen Umstände seines Todes aufzudecken und stößt dabei auf die Machenschaften einer dubiosen Geheimorganisation.

Deutschsprachiger Horror #2 | „Anatomie“ (2000)

Anatomie

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Franka Potente (rechts) und Anna Loos (links) in „Anatomie“

Willkommen in einer Welt des gruseligen Overactings. Wenn die US-Teen-Slasherfilme der 1990er Jahre schon mit erkennbaren Stereotypen und einem Schauspiel am Rande des “gerade noch so zu ertragen” aufwarten konnten, dann kommen einem die Performances in Anatomie schon fast wie Verarschen eben jener Filme vor. Man möchte fast schon von einem Spoof-Movie sprechen, weiß allerdings, dass das nicht beabsichtigt ist.

Hierzu nimmt sich Anatomie auch viel zu ernst, lässt gar keinen Humor zu. Immerhin jenes Rezept, dass Scream zu einem der Top-Vertreter des Teen-Horrors hat werden lassen.

Die Idee ist allerdings gut gemeint. Es werden geheime Schnibbel-Arbeiten an Menschen gemacht, um der ohnehin renommierten Ärzte-Uni in Heidelberg noch ein wenig mehr Ehre und Ruhm zu verschaffen. Leider verzichtet Regisseur Ruzowitzky darauf, uns in die Atmosphäre der Hochschule eintauchen zu lassen. Die Bilder sind viel zu beschränkt, kein Hochschul-Feeling, kein Campus. Der Film bleibt an der deutschen Kammerspiel- und Theaterbeschränkung haften.

Dafür scheint Anatomie als doppeldeutiger Name für den Horror des Films, als auch für die ewige dämlichen Turteleien und Sexspiele der Studierenden funktionieren zu wollen. Wer großartig bescheuerte Anmachsprüche braucht, wird in Anatomie eine sehr lehrreiche Filmstudie vorfinden.

Deutschsprachiger Horror #2 | „Anatomie“ (2000)

Anatomie

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Franka Potente schnibbelt herum.

Beim Horror-Aspekt wird ebenso auf Atmosphäre verzichtet. Der Horror soll durch ein paar lebende, aufgeschnittene Menschen übertragen werden. Sicherlich nett anzusehen, aber nicht unbedingt ausreichend um eine Gänsehaut zu erzeugen. Hier hätte Anatomie einen größeren Fokus legen können, statt sich immer wieder als Sex-Klamotte zu outen, wo ein Killer dem Opfer dann auch mal einen “Ständer für die Ewigkeit” versprechen darf.

Man möchte in ein Argumentationsmuster verfallen, in dem es denn heißt, dass man sich glücklich schätzen kann, das aus deutschen Landen nicht nur Kriegsdramen oder furchtbare Komödien kommen. Dann aber wäre das zu nett gedacht um Anatomie zu beschreiben.

Während in Hollywood im Jahre 2000 Filme wie Gladiator, Memento oder der erste X-Men-Film entstanden sind (oder um im Horrorgenre zu bleiben: der erste Teil der Final Destination-Reihe), wurde mit Anatomie hierzulande ein Film wie aus den 80er Jahren abgeliefert. So herum gedacht ist es dann einfach nur noch peinlich.


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