Mit anderen Worten: Nicht jedes Kind, das geistig behindert ist oder sein Leben im Rollstuhl verbringen muss, ist das Opfer eines natürlichen Defekts oder der Giftmischerindustrie.
Viele Menschen wurden wörtlich in den Rollstuhl geprügelt und das fast immer von den eigenen Eltern.
Den Medien, denen man eigenwerbewirksam Sensationsgier nachsagt, kann man selbige hier nicht bestätigen. Allenfalls wird über auserwählte Fälle wie dem der Jessica berichtet.
Vielleicht nur, um dadurch den Schein einer gesellschaftlichen Ausnahme zu bewahren. Um vom gesellschaftlichen Alltag ablenken zu können. Die Jagd nach Quote scheidet jedenfalls als Grund aus.
Lesenswert bedeutet nicht, dass ich dieses Werk unkritisch empfehlen mag.
Der sehr einfach gehaltene und an der BLÖD ausgerichtete Schreibstil des Buches mag dem Interesse an ein möglichst großes Publikum geschuldet sein, der Ernsthaftigkeit des Themas ist er es deshalb noch lange nicht.
Meiner Ansicht nach lenkt das von allen anderen möglichen Ursachen ab und muss dadurch zwangsläufig in die Irre führen. Zum Beispiel erwähnten die Autoren mit keinem Wort die gesellschaftliche Kälte, die Amerikanisierung unserer Gesellschaft. Die alltägliche Verrohung made in Hollywood und die geistige Abstumpfung durch den mißbräuchlichen Konsum von sog. "Killerspielen" und Drogen kann jedenfalls nicht ignoriert werden, wenn man wirklich an der Lösung dieses Gesellschaftsproblems interessiert ist.
Ich hoffe, dass die Autoren so etwas nicht beabsichtigt haben.