"Deutschland 83"

"Bürger, was Sie wollen, steht im Zentralorgan unserer Partei! Da sind die Losungen für die 1. Mai Demonstration sogar abgedruckt. Da dürfen sie sich eine aussuchen, auf ein Schild malen. Das Schild dürfen sie dann am Politbüro vorbei tragen. Das ist effizient, da weiß der Genosse Honecker gleich, was das Volk will".
WDR Zeitzeichen, 9. Oktober 1989 (Link)
Ich habe schon gestaunt, als ich DAS im WDR hörte. Eine Kritik am Unrechtsstaat DDR im Haussender der NRW SPD. Oder gingen die davon aus, dass niemand auf die Idee käme, einen Vergleich zu heute zu ziehen..?
Laut einiger ostdeutscher Ministerpräsidenten war die DDR doch kein Unrechtsstaat. Denn dann würden wir "die Biographien vieler früherer DDR-Bürger entwerten". Ja nee, ist klar. Immer schon die Bürger als Geiseln nehmen. Kritik an sich selbst immer schön auf die Geiseln ablenken. Hättet Ihr gerne, die Bürger wieder als Geiseln zu nehmen für Eure Unterdrückungs- und verklemmten Rachephantasien. Ihr seid ja auch schon dabei und viele lassen sich wieder als Geiseln nehmen. Geiseln Eurer verkommenen Doppelmoral. Aber die andere Hälfte ist gerade dabei einfach vom Brett zu springen.
Man muss sich nur mal wieder klar machen, wie klein das Lebensrisiko heute ist gegenüber bereits überstandenen Herausforderungen.
In diesen Wochen tauche ich öfter ab in die 80er. Die Audio CD über Jürgen Fuchs hatte ich schon erwähnt. Aber auch einige Filme und Serien stehen auf dem Wochenendprogramm.
Sehr empfehlenswert z. B. ist die RTL-Produktion (sic!) "Deutschland 83". Handelt von einem jungen DDR Soldaten, der für Spionageeinsätze bei der Bundeswehr ausgesucht wird. Der Einblicke in beide Seiten bekommt, während Andropov und Reagan SS20 und Pershings auffahren. Parallel hat der Junge auch ein bisschen Privatleben und gerät in die eine oder andere verfängliche Situation. Und im Hintergrund passt die Stasi auf und haut ihn immer wieder raus. Ein Mord hier, ein Anschlag dort. Was für eine wahnsinnige, mörderische Zeit. Und im Soundtrack laufen The Police, Tears for Fears, NENA.

Wir gucken DVDs über unseren alten Beamer auf einem Bettlaken, das wir über ein Filmplakat hängen. Da kommt Kinoatmosphäre auf. Und ich tauche da immer völlig ab in den Film. Und hier tauchte ich mehrmals dermaßen ab, dass ich mich in den DVD Wechselpausen mehrmals in den Arm kneifen musste, dass ich inzwischen tatsächlich "im Osten" lebe. Das hätte mir -uns- mal 1983 einer voraussagen sollten.
Was mir auch zum ersten Mal ins Bewusstsein drang am Wochenende: Ich habe mit meinem Wehrdienst 1988/89 tatsächlich einen winzigen Beitrag dazu geliefert, gegen den Kommunismus zu halten. Heute glaube ich, dass die Stalinisten aufs Ganze gegangen wären, wenn wir uns nicht bald unterworfen hätten. Wer sich einen Unrechtsstaat mit Folter- und Mörderknechten wie die Stasi hält, der hätte gerne auch auf den roten Knopf gedrückt.
Der Film vermittelt auch die Rolle technologischer Überlegenheit. Die damals aufkommenden Homecomputer waren ja nur ein Nebeneffekt der damaligen Prozessorforschung und Entwicklung. Aber Rechenpower für die Entschlüsselung, für die Steuerung von Raketen und Flugkörpern, war wirklich kriegsentscheidend. Alles was wir heute in Konsumentenelektronik und in der Industrie verbauen, es nahm seinen Anfang in den 80ern.
Diese Serie war anders als mancher Retrofilm über die 80er oder Produktion aus den 80ern. Hier hat sich ein Team wirklich überlegt, wie es sein Publikum noch einmal packen kann. Durch Detailtreue, durch Wiederherstellung des damaligen Lebensgefühls.
Meine Empfehlung.

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