"Deutschenfeindlichkeit" und Rassismus. Eine Frage


Huiuiui! Ich hätte so viele Fragen an Frau Schröder. Schlimm ist, dass sie den Blödsinn, den sie sich aus der Nase ziehen lässt auch noch ernst meint, verbreitet und mit Freude reproduziert. Vielleicht liest das hier ja jemand, der sie persönlich kennt. Kannste ihr ja ma von berichten... 
Gut. Wenn ich ein etwas übertriebenes Szenario malen dürfte:
Thema "Deutschenfeindlichkeit":
Dieses Unwort basiert auf der Idee, welche besagt, Rassismus sei die Diskriminierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft und die dadurch transportierten Ressentiments. Klingt erstmal toll und ermöglicht eine schnelle Bestimmung der Sachlage; entweder 1 oder 0, Rassist oder nicht. Schnappen wir uns doch mal Frau Schröder und kauen das Ganze durch.
Also, Frau Schröder, stellen wir uns vor wir nehmen eine Kollage verschiedener tatsächlich existierender Menschen. Folgen Sie mir: Sagen wir, der Afrodeutsche Gerson Liebl, der 18 Jahre lang gegen seine Abschiebung kämpfen musste und verlor; Enkel von Fritz Liebl aus Straubing, der 1908 nach Togo emigrierte, während das Kaiserreich Deutschland seine Kolonien plünderte, die ersten zwei Völkermorde des 20.Jhdt beging, und die Welt in primitiv und kultiviert einteilte, dieser Gernot Liebl wäre, sagen wir mal, wie Oury Jalloh Opfer eines grausigen Verbrechens in einer Dessauer Gefängniszelle geworden, während seine Frau, sagen wir mal wie Marwa El-Sherbini in einem Dresdener Gerichtssaal von einem NPDler erstochen wurde und deren Kinder, sagen wir mal, wie die beiden 8-jährigen Zwillinge aus Österreich, in Handschellen und vorgehaltener Waffe in Abschiebehaft gebracht wurden, nachdem ihnen in Schule und Fernsehen beigebracht wurde, dass sie eh "anders" sind als die "normalen" Kinder  -  sagen wir mal diese Kinder würden irgendwann poltern: "Scheißdeutsche! Mit denen wollen wir nichts mehr zu tun haben. Die kommen uns nicht ins Haus!"- wäre die Aussage dieser Kinder dann, Frau Schröder, in gleichem Maße "rassistisch" wie die Taten der Kolonialherren, der Polizisten, der NPDler, der unreflektierten Grundschullehrer und Medienfuzzies in dieser Geschichte?
Oder kann es nicht sein, dass Rassismus vielleicht etwas vollkommen anderes ist? Etwas, das in einen gesellschaftlichen und historischen Kontext eingebettet ist? Etwas, das mit herrschenden Machtstrukturen zu tun hat? Das Konstruieren und Klassifizieren "menschlicher Rassen" oder in Neudeutsch auch "Kulturen", das Belegen dieser mit stereotypen Attributen? Die Hierarchisierung dieser "Rassen"/Kulturen und die gesellschaftliche Reproduktion und Manifestierung dieser Hierarchie? Vielleicht eine Form, die weltweit sehr ähnlich ist? Durch alle Gesellschaftsschichten hindurch? In denen Nationalität nur ein periphärer Marker ist? Hmmmm...? Na...?
Ich weiß, ich habe weit ausgeholt. Ich gebe allen etwas Zeit zum Denken. Und Frau Schröder kann ja noch mal ihren Mann fragen.


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