Deutsche geben fast 65 Milliarden Euro für ihren Urlaub vor Reiseantritt aus

Urlaub genießt bei den Deutschen höchste Priorität bei den privaten Konsumausgaben – das belegt die jetzt vom Deutschen Reiseverband (DRV) vorgelegte Bilanz des Reisejahres 2017: Für ihre Urlaubs- und Privatreisen gaben die Deutschen im vergangenen Jahr insgesamt rund 90,9 Milliarden Euro aus – einschließlich der Ausgaben vor Ort im Urlaubsland. Von dieser Gesamtsumme wurden Reiseleistungen in Höhe von 64,7 Milliarden Euro vor Reiseantritt in Deutschland gebucht – ein Plus von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so die aktuellen Auswertungen des Marktforschungsunternehmens GfK für den DRV. In dieser Summe sind alle Ausgaben der Deutschen für pauschal und individuell gebuchte Reisen ab einer Übernachtung enthalten.

Der für die deutsche Reisewirtschaft relevante Markt von 65 Milliarden Euro teilt sich in die Segmente Veranstalterreise, Leistungsträger und Produktportale. Aufgefächert auf diese drei Bereiche ergeben sich folgende Umsatzanteile und Entwicklungen:

1. Über die Hälfte der Ausgaben von fast 65 Milliarden Euro entfallen mit 33,7 Milliarden Euro auf die organisierte Reise – also die Pauschal- und Bausteinangebote der Reiseveranstalter. Der Umsatz im Veranstaltermarkt ist dementsprechend im vergangenen Jahr von 31,2 Milliarden Euro um 8 Prozent gewachsen. Damit macht die Veranstaltereise mit einem Anteil von 52,1 Prozent unverändert den Großteil der Reiseausgaben aus. „Es zeigt sich eindeutig, dass die deutschen Urlauber in Zeiten der Unsicherheit auf die Sicherheit der organisierten Reise setzen“, fasst Norbert Fiebig, Präsident des DRV, zusammen.

2. 36,8 Prozent der Gesamtausgaben von fast 65 Milliarden Euro und damit 23,8 Milliarden Euro (Vorjahr 21,7 Milliarden Euro) werden direkt bei Fluggesellschaften, Bahn-, Hotel und Mietwagenanbietern gebucht – den sogenannten Leistungsträgern. Zwei Drittel – und damit der Löwenanteil – dieses Umsatzes entfällt auf Hotelbuchungen.

3. 11,1 Prozent der Gesamtreiseausgaben also 7,2 Milliarden Euro werden auf Produktportalen gebucht. Das sind Hotel-, Flug-, Mietwagen-Webseiten, auf denen jeweils nur eine Produktart gekauft werden kann. Dieser Bereich weist für die vergangenen drei Jahre das höchste prozentuale Wachstum auf – und zwar um 10,4 Prozent pro Jahr.

Bei der Betrachtung, wie die Deutschen ihren Urlaub buchen, zeigt sich in den vergangenen drei Jahren eindeutig eine Verlagerung auf digitale Medien. Der Anteil von online gebuchten Reiseleistungen ist von 35,5 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. Dementsprechend werden von den rund 65 Milliarden Euro Reiseausgaben 60 Prozent – und damit 38,8 Milliarden Euro – über Offline-Kanäle gebucht. Zu diesen zählen Reisebüros, Call Center und die Buchungen direkt bei einem Leistungsträger. Betrachtet man nur die Offline-Kanäle bleiben Reisebüros mit 29 Prozent Buchungsanteil größtes Segment, verlieren aber in den vergangenen drei Jahren um 3,5 Prozentpunkte. Betrachtet man nur die Online-Kanäle, zeigt sich, dass 42 Prozent aller Online-Buchungen auf Direktbuchungen bei Leistungsträgern entfallen.

Der Umsatz im deutschen Reisevertrieb ist nach Auswertungen des Deutschen Reiseverbandes 2017 sehr deutlich gestiegen – im Urlaubs-Segment um 5 Prozent und im Geschäftsreisebereich um 4 Prozent – auf nunmehr insgesamt 26,4 Milliarden Euro (Vorjahr 25,2 Milliarden Euro). Mit diesem wachsenden Gesamtumsatz ergibt sich eine überaus positive Nachricht: In den vergangenen Jahren stieg der durchschnittliche Umsatz je Reisebüro um rund 5 Prozent pro Jahr. Dies ermöglicht es den Reisebüros insgesamt wirtschaftlicher zu arbeiten. Auch das DRV-Reisebürobarometer zeigt im Jahresvergleich leicht steigende Erlösrenditen in allen Betriebsgrößen.

Der deutsche Reisevertriebsmarkt hat sich in jüngster Zeit zunehmend verändert und insbesondere stärker spezialisiert. Die Eingruppierung in einzelne Arten von Reisebüros und sonstige Buchungsstellen anhand der Anzahl abgeschlossener Agenturverträge – wie bisher – ist aufgrund dieser Veränderungen und der Konzentration des Vertriebs auf einzelne Segmente oder Veranstalter nicht mehr zielführend. Vor diesem Hintergrund wird die Betrachtung nunmehr auf die Gesamtzahl aller Reisevertriebsstellen insgesamt umgestellt – eine Unterteilung in einzelne Reisebüroarten wird nicht mehr vorgenommen. Dementsprechend gibt es in Deutschland aktuell 11.116 Vertriebsstellen, in denen Reisen gebucht werden können. Hierzu zählen die Vollsortiment-Agenturen, die auf Touristik spezialisierten und die auf Business Travel ausgerichteten Agenturen sowie die Vertriebsbüros, die sich auf einen Veranstalter oder einen bestimmten Ausschnitt des Reiseangebots konzentrieren. Basierend auf der neuen Grundlage zeigte sich im Jahresverlauf 2017 ein leichter Rückgang um etwas mehr als zwei Prozent.

Bundesweit gibt es 12,6 Reisebürovertriebsstellen pro 100.000 Einwohner. Die höchste Reisebürodichte – Anzahl Reisevertriebsstellen je 100.000 Einwohner – ergibt sich weiterhin in Thüringen und Sachsen, die niedrigste Dichte haben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Die meisten Reisebüros in den Großstädten (über 100.000 Einwohner) sind in Berlin, gefolgt von Hamburg, München, Köln und Düsseldorf zu finden.

Ob stationäre Reisebüros zu einer Reisebürokette, einem Franchisesystem oder einer Reisebürokooperation gehören, hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen. Inzwischen hat sich der Anteil dieses sogenannten systemgebundenen Vertriebs auf über 95 Prozent erhöht. Zum Vergleich: 1990 waren es lediglich 30 Prozent.

Positiv hat sich im vergangenen Jahr zudem die Beschäftigtenanzahl bei Reiseveranstaltern und Reisebüros entwickelt: Sie stieg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit von 68.846 im Jahr 2016 auf aktuell 70.176 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Quellenangaben: Die Umsatzangaben zu den Reiseveranstaltern und Reisevermittlern wurden 2017 auf eine neue Datenquelle umgestellt: auf „GfK Mobility“ vom Marktforschungsunternehmen GfK. „Mobility“ ist ein Panel von 19.000 Haushalten mit ca. 38.000 Befragten, die während des Jahres alle Reisen ab 50 Kilometer Entfernung dokumentieren. Daten zu den Reisevertriebsstellen werden seit 1998 von Projekt M aus Lüneburg in der DRV-Vertriebsdatenbank ermittelt.


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