Detlev Buck: «Tut mir leid, ich bin betrunken»

Regisseur Detlev Buck ist ein Orkan. Und entsprechend sind auch Interviews mit ihm. Im Berlin Hotel de Rome werden die Journalisten in einen Raum geführt, um mit ihm über seinen neuen Film Rubbeldiekatz (Kinostart 15. Dezember 2011) zu sprechen. Buck sitzt da nicht etwa brav am Tisch und wartet auf seine Gesprächspartner, sondern stürmt durch den Raum, reißt ein Fenster auf, geht mit Riesenschritten zur Bar, das blond gefärbte Haar kommt nicht so schnell mit und flattert. Er wartet auch nicht, bis er etwas gefragt wird, sondern poltert gleich los.

Buck: Gibt es hier mal en Aspirin? Ich bekomm’ Kopfschmerzen. Ich hab’ mich hier den ganzen Tag mit Dingen beschäftigt… haha, nix gegen Euch hier, tut mir leid, aber, puh, da heißt es dann immer: Erzähl doch mal ne Anekdote, was war denn besonders lustig bei dem Film? Warum heißt der Film Rubbeldiekatz? Aaargh. Fangt damit nicht an.

Versuchen wir es mal damit: Im Film gibt es eine Schlägerei auf der «Cinema for Fun»-Gala. Haben Sie da irgendwelche nicht ausgelebten Bedürfnisse verfilmt?

Buck: Ja.

Wie ist es für Sie, wenn Sie auf solchen Galas unterwegs sind?

Buck: Da kann man froh sein, dass ich mich noch nicht wie Jürgen im Film verhalten habe. Da war eigentlich eine Massenschlägerei geplant, aber das war dann doch zu dicke. Es ist nicht so, dass ich zur Gewalttätigkeit tendiere, aber in der Branche gibt es ja eine bestimmte Art von Gesabbel und das nervt einfach.

Wie retten Sie sich dann durch so einen Abend, wenn Sie keine Schlägerei anzetteln?

Buck: Entweder geh ich gar nicht erst hin oder ich verkrümel’ mich in eine Ecke, in der ich nicht so auffalle. Man kann auch in einem Gespräch mit guten Leuten versinken, das ist ja immer super. Ich finde selbst Premierenfeiern schwierig. Die meisten Menschen wollen dann ja irgendwas loswerden. Entweder wollen sie einem mitteilen, was sie an dem Film nicht so gut finden oder einen mit Liebe überschütten. All diesen Emotionen kann man ja gar nicht gerecht werden. Eigentlich kannste nur sagen: «Tut mir leid, ich bin betrunken.»

Wie wäre denn eine Premierenparty nach Ihrem Geschmack?

Buck: Das Schönste war die Premiere von Knallhart. Das war in Neukölln, da kam dann kaum einer hin. Wir waren in einem leeren Kaufhaus und es war kaum ein Promi da, weil die alle gedacht haben: «Neukölln tu ich mir nicht an». Ha! (lacht schallend) Das war zauberhaft. Da haben dann zwar auch welche ‘ne Hauerei angefangen, aber wir hatten unseren Spaß – das mochte ich sehr.

Gab es auch mal Pannen?

Buck: Ja, bei Liebe deine Nächste bin ich auf meiner eigenen Premierenparty nicht reingekommen. Ich hab gesagt: «Ich bin der Regisseur.» Und der Sicherheitsdienst sagt: «Das kann ja jeder sagen, du Arsch.» Da stand ich dann draußen. So was Blödes. Was sollte ich da auch sagen? Natürlich hatte ich keine Einladungskarte, warum sollte ich die auch mitnehmen? Also, Premierenparties, boah. (lacht)

Tja, da müssen Sie jetzt ja für Rubbeldiekatz wieder durch…

Buck: Ja, ich hab schon ‘ne SMS von einer Freundin bekommen, die ich vergessen hatte einzuladen. Ich hab da ja schon ne Liste mit Vergessenen. Vielleicht können die dann für die noch irgendein Kino aufsperren, ein «Überlaufkino», da könnte ich mich dann ja auch reinsetzen.

Sie könnten ja auch inkognito als Frau verkleidet erscheinen.

Buck: Ach, das ist dann doch eher Aufmerksamkeitheischerei. Ich finde, der Film sollte für sich sprechen. Ich weiß nicht was Matthias Schweighöfer versprochen hat, wenn der Film jetzt gut läuft, ob der dann als Weihnachtsmann rummacht. Also, ich hab über so was noch nicht nachgedacht. Tja, times are changing.

Lesen Sie hier das Interview mit dem Hauptdarsteller von Rubbeldiekatz, Matthias Schweighöfer.

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Detlev Buck – «Tut mir leid, ich bin betrunken»