Der Unglücksbringer der Familie Lambert

Von Hotnewsblogger @hotnewsblogbywg
Gibt es Gegenstände, die ihren Besitzern nur Unglück bringen? Sind sie wirklich verwünscht oder bringen sie Unglück, weil wir daran glauben? In folgender Geschichte erzähle ich dir von einem Ehepaar, das überhaupt nicht an solche Dinge wie Unglücksbringer glaubte - doch sie sollten eines besseren belehrt werden... Der Unglücksbringer der Familie Lambert.

In Kobe fing es 1928 ganz harmlos an...


Es war im Jahre 1928 in der Stadt Kobe in Japan. Ein englisches Ehepaar mittleren Alters stand vor dem Schaufenster eines Trödelladens. "Das hätte ich gern", sagte Marie Lambert und zeigte dabei auf die kleine Statuette eines halbnackten, fetten Männleins, das lachend auf einem Kissen sass. Sie erkannten in ihm Ho-Tei, einen japanischen Glücksgott.
"Lass uns mal fragen, was er kostet", meinte ihr Mann, und sie traten in den Laden. Und obwohl das Figürchen aus Elfenbein geschnitzt war, war es billig und die Lamberts freuten sich darüber.
Nach dem Kauf untersuchten sie die Figur genauer. Es hatte die cremefarbene Tönung alten Elfenbeins und war wunderschön geschnitzt. 
Der einzige kleine Fehler war ein Löchlein im Boden, das mit einem Elfenbeinpfropfen verschlossen war. Möglicherweise hatte der Schnitzer das dicke Ende eines Elefantenzahns verwendet, und das kleine Loch war der Durchgangskanal für den Nerv.
Doch alles in allem schien diese Statue ein Mitbringsel zu sein, von denen Touristen träumen. Die Lamberts hofften, dass Ihnen der "Lachende Buddha" wie Ho-Tei manchmal genannt wird, für den Rest ihrer Reise Glück bringen würde. Sie sollten sich irren... >>>weiterlesen
Ho-Tei lebte vor etwa über tausend Jahren und war ein buddhistischer Mönch, der sein Leben den Armen widmete, besonders aber der Sorge um die Kinder. Statuen von Ho-Tei, der später zum Gott erhoben wurde, zeigen ihn, in seiner rechten Hand eine Perlenkette oder einen Fächer haltend und in seiner Linken einen Sack. 
Manchmal hängt ein kleines Kind auf seinem Rücken oder sitzt auf seiner Schulter. Dies spielt auf die Sage an, dass er einmal ein Kind durch einen gefährlichen Fluss in Sicherheit brachte. Die Legende vom heiligen Christopherus, der auf vielen Glücksbringern im Westen als Schutzpatron der Reisenden angebracht ist, soll eine christianisierte Version dieser Geschichte von Ho-Tei sein.

Marie Lambert packte die kleine Statue in einen Koffer. Am zweiten Tag auf See, bekam sie schreckliche Zahnschmerzen. Der Schiffsarzt verschrieb ihr schmerzstillende Tabletten, aber sie halfen nicht. In Manila angekommen, wurden beide Ehepartner von einem schmerzhaften Fieber befallen, dessen Hauptsymptome Schmerzen in allen Gelenken waren. 
Mrs. Lambert musste ihren Besuch beim Zahnarzt aufschieben. Als sie schliesslich zu ihm ging, rutschte dessen Bohrer aus und verletzte den Nerv des Zahnes, so dass ihre Schmerzen anstatt besser nur noch schlimmer wurden.

Auf der nächsten Etappe ihrer Reise nach Australien wurde Mr. Lambert von lähmenden Zahnschmerzen befallen. Als sie Cairns angelaufen hatten, ging er zu einem Zahnarzt. Doch der erklärte ihm, mit seinen Zähnen sei alles in Ordnung. Tatsächlich hatte der Schmerz aufgehört, als er beim Zahnarzt war. 
Zwei Tage später ging er zu einem anderen Zahnarzt, und das gleiche geschah. Schliesslich bat er einen Zahnarzt in Brisbane verzweifelt, so viele Zähne zu reissen, bis die Schmerzen aufhörten. Nachdem der erste Zahn gezogen war, hörten sie auf. Doch wieder auf dem Schiff, begannen sie wieder. Niemand brachte den Hoi-Tei im Koffer mit den Zahnschmerzen in Verbindung.
In Sydney gaben die Lamberts ihr Gepäck zur Aufbewahrung auf und die Zahnschmerzen verschwanden. Als sie auf der Reise nach Neuseeland das Gepäck nur einmal in ihrer Kabine hatten zum Umpacken, begannen die Schmerzen sofort wieder. In Neuseeland hatten sie keine Schmerzen mehr, aber auf der Fahrt nach Chile, als das Gepäck wieder in ihrer Kabine war, überfielen diese sie sofort wieder.

In den Vereinigten Staaten besuchte das Paar Lamberts Mutter, die von vom Ho-Tei so begeistert war, dass die beiden ihn ihr schenkten. Als die bisher kerngesunden Zähne der alten Mrs. Lambert kurz darauf zu schmerzen begannen, gab sie das Geschenk zurück und sagte, sie habe das Gefühl, dass der Ho-Tei verzaubert sei. 
Trotz dieses Hinweises auf die üble Wirkung der Figur auf ihre Besitzer, brachten die Lamberts sie noch immer nicht mit ihren Zahnschmerzen in Verbindung. Als sie auf der Fahrt durch den Atlantik nach England waren, borgte sich eine befreundete Mitreisende, die an Elfenbein interessiert war, die Figur über Nacht aus, um sie ihren Mann zu zeigen.
Am nächsten Morgen erzählte sie, dass auch sie und ihr Mann beide in den Nacht von Zahnschmerzen gequält wurden. Da erinnerten sich die Lamberts, dass auch ihre Schmerzen immer dann anfingen, wenn die kleine Figur in ihrer Kabine war. Mrs. Lambert wollte sie sofort über Bord werfen, doch ihr Mann hinderte sie daran. Er fürchtete, der Gott werde sich rächen und all ihre Zähne verfaulen lassen. So nahmen sie Ho-Tei mit nach London.
Dort brachte er die Figur in einen Laden für ostasiatische Kunst und zeigte sie dem japanischen Geschäftsführer. Dieser erklärte sich sofort bereit, sie zu kaufen. Doch Mr. Lambert wollte kein Geld dafür und berichtete von den Schwierigkeiten. Der Geschäftsführer liess daraufhin einen alten Japaner kommen, und die beiden Männer untersuchten die Statue sorgfältig. 

Von dem, was sie Mr. Lambert erzählten, verstand er nur, dass sein Ho-Tei ein Tempelgott gewesen sei. Im Fernen Osten gibt man solchen Göttern manchmal eine "Seele", indem man besonders kleine Medaillons in ihnen versteckt. Das erklärte wahrscheinlich auch den Elfenbeinstöpsel am Boden der Figur. 
Der alte Japaner setzte den Ho-Tei in einen Schrein hinten im Laden und zündete Räucherstäbchen an. Dann komplementierte er mit einem Ausdruck von Ehrfurcht Mr. Lambert hinaus.
Das einzig Erfreuliche an diesem Abenteuer war, dass Mr. Lambert diese Geschichte in "Enigmas and Mysteries" aufschrieb und doch noch Gewinn daraus zog. Aber nichts hätte ihn je bewegen können, den Laden, in dem er Ho-Tei gelassen hatte, nochmals aufzusuchen...