Der Reibach mit dem Regen

Wenn die nasse Jahreszeit beginnt, sorgen rund um die Welt Regenschirme aus Niederbayern für trockene Füße.
Simbach am Inn (obx - internet-zeitung) - Ostbayern ist eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands - und trotzdem Sitz des größten Regenschirm-Vertriebs Europas. Wo immer auf dem Kontinent jetzt im Herbst bei Regen und Nieselwetter die Schirme aufgespannt werden: Ein großer Teil kommt aus dem niederbayerischen Simbach am Inn. Dort werden seit fast 25 Jahren Schirme für Marken wie Esprit, Pierre Cardin oder United Colors Of Benetton produziert. Rund 16 Millionen Regenschirme werden allein im laufenden Jahr aus Niederbayern in die ganze Welt verkauft.

Wenn für die Menschen in Mitteleuropa die trübe Jahreszeit beginnt, bedeutet das für den niederbayerischen Regenschirm-Produzenten "happy rain Würflingsdobler GmbH" - sonnige Geschäftsaussichten. Denn die Konjunktur im Schirm-Business ist vor allem wetterabhängig. Derzeit laufen die Geschäfte gut: Die Mitarbeiter in Simbach am Inn machen täglich Überstunden und müssen sogar samstags ran, um der weltweiten Nachfrage nach stabilem Regenschutz gerecht zu werden.
Ob Drogerie-Ketten wie DM, Rossmann und Douglas, Schuhhändler wie Deichmann und Salamander oder Kaufhäuser wie Karstadt und C&A - sie alle beziehen Schirme aus Niederbayern. Rund 300 Modelle in unzähligen Variationen werden jedes Jahr in Simbach am Inn und in Partnerfirmen in Fernost produziert: von 14 Zentimeter kurzen Mini-Schirmen über Schirmstöcke in Kastanienholz bis zu Modellen mit integrierten Taschenlampen und Regenschirmen in Tierform ist alles dabei.
"happy rain"-Geschäftsführer Klaus Würflingsdobler ist mit dem Regenschutz groß geworden. Er kommt aus einer echten Schirm-Dynastie. Schon sein Großvater war Regenschirm-Produzent, und er selbst hat das Geschäft von der Pike auf gelernt. Würflingsdobler und sein Bruder managen heute zwei der letzten vier großen Schirmhersteller in Deutschland. Als die Firma "happy rain" vor knapp 25 Jahren gestartet ist, hatte sie noch über 15 größere Konkurrenten in der Bundesrepublik.
Im rund 10.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum des Schirm-Giganten in Simbach am Inn lagern jederzeit mindestens zwei Millionen Regenschirme. Produziert werden in Niederbayern ausschließlich hochpreisige Qualitätsschirme für bis zu 60 Euro, das untere Preissegment ab knapp drei Euro wird überwiegend in China gefertigt. Der größte Absatzmarkt ist immer noch Deutschland.
Und auch wenn der Klimawandel den "Regenschirm-Königen" aus Niederbayern in Zukunft das Geschäft verhageln könnte - bis dahin freut man sich in Simbach am Inn über jeden verregneten Sommer.

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