Der Nächste bitte ...

Von Kuechenschabe
... der nächste Apfelkuchen nämlich. Hier auf meinem Blog inzwischen der sechste. Und nicht der schlechteste, obwohl ich beim Durchlesen des Rezeptes von Nigel Slater ein bisschen skeptisch  war. Nichts Außergewöhnliches drin in der Füllung - mehr oder weniger nur Äpfel.
Der Kuchen (der natürlich noch warm angeschnitten wurde) war dann sowas von gut: der Teig schön knusprig, die Äpfel mit einem feinen Butter-Karamell-Geschmack. Da möchte ich gar nichts anderes dabei haben: keinen Zimt, keine Rosinen, keine Vanille, nur Äpfel pur!
Den guten Geschmack verdankt der Kuchen natürlich vor allem der richtigen Apfelsorte. Nigel Slater nimmt Bramley-Äpfel. Die bekomme ich hier nicht. Ich würde Boskoop oder Topaz vorschlagen, auf jeden Fall einen säuerlich-würzigen Apfel.
Und außerdem ist der Kuchen total einfach in der Herstellung. Große Empfehlung für die Nachkochlisten ...
Beim Backen des Kuchens habe ich mich genau an Slaters Anweisungen gehalten. Er verwendet eine Pie-Form aus Metall: Durchmesser unten 18 Zentimeter, oben 24 Zentimeter mit breitem Rand. Diese Form stellt er ins vorgeheizte Backrohr auf ein heißes Backblech, damit der Kuchen auf der Unterseite durch die vielen Äpfel nicht total matschig wird.
Die einzige Pie-Form, die diese Voraussetzungen erfüllt, ist ein ganz altes Familienerbstück. Sie gehörte der Großmutter des Mitkochs, die im vorigen Jahrhundert in Kanada lebte und dort für den Erhalt der Familie unter anderem durch Eichhörnchen-von-den-Bäumen-schießen sorgte. Die Form ist nicht mehr sehr schön, wird aber bei uns hoch in Ehren gehalten (eignet sich auch sehr gut für die Zitronentarte).
Apfelkuchen mit Deckel
150 g weiche Butter
150 g Backzucker
250 g Weizenmehl glatt, Typ 480
1 TL Backpulver
1 Ei
1 kg säuerlich-würzige Äpfel
50 g Butter
1 gehäufter EL Backzucker
Butter für die Form
etwas Milch und Zucker fürs Finish
Butter und Zucker schaumig schlagen. Das Ei unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und ebenfalls kurz unterrühren. Dann den Teig auf eine stark bemehlte Arbeitsfläche kippen und einige Minuten kneten, bis er glatt und seidig ist. Die Pie-Form mit Butter einfetten. Den Teig halbieren. Eine Hälfte im Kühlschrank kühl stellen. Die anderen Hälfte etwas größer als die Pie-Form ausrollen, in die Form legen und an der Kante abschneiden.
Backrohr auf 180 Grad vorheizen und ein Backblech in die Mitte geben. Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und die Viertel nochmals halbieren. In einer beschichteten Pfanne die Butter zerlassen. Äpfel reingeben und durch mehrmaliges Wenden rundherum mit Butter überziehen. Sie sollen etwas weich werden aber keinesfalls zerfallen. Jetzt streut man den Zucker drüber und wendet die Äpfel noch ein paar Mal. Sobald die Mischung zu schäumen beginnt weg von der heißen Herdplatte. Mit einem Backpinsel etwas von der entstandenen karamelligen Flüssigkeit auf den breiten, mit Teig belegten Rand streichen.
Alle Äpfel samt der restlichen Flüssigkeit in die Pie-Form kippen, wobei die Äpfel in der Mitte ruhig einen kleinen Berg bilden sollen. Die zweite Teighälfte aus dem Kühlschrank holen und ausrollen. Um den Nudelwalker wickeln und über dem Apfelberg abrollen. Überstehende Ränder abschneiden und am bepinselten Rand festdrücken. Auch in der Mitte etwas andrücken - aber vorsichtig, damit die Äpfel nicht durchkommen! Mit etwas Milch einstreichen, mit etwas Backzucker bestreuen und ungefähr 40 Minuten goldbraun backen. Rausnehmen und kurz überkühlen lassen, aber lauwarm servieren!
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