Der meistgereiste Mann Deutschlands: Sascha Grabow im Interview

Von Planetbackpack @planet_backpack
Ein Rucksack, sehr wenig Geld, wandern, trampen, oft draußen schlafen, morgens aufwachen ohne eine Ahnung, was abends sein wird.

Das ist Sascha Grabow – der meistgereiste Mann Deutschlands.

Sascha Grabow ist ehemaliger Tennisprofi und bereist seit 25 Jahren die Welt. In mehr als 180 Ländern und auf 600 Inseln war er schon und er denkt auch nicht ans aufhören: Sein Ziel ist es alle Länder der Welt zu bereisen. Und das nicht einfach so:

Er zog mit Nomaden durch die Wüste, schlief in Afghanistan auf dem Dach eines Hauses nach Art der Einheimischen in einen schweren Teppich gerollt. Er lief nachts durch den Sudan, weil es tagsüber zu heiß war, immer in der Hoffnung, nicht auf Wolfsrudel zu treffen. Er ging zu Fuß durch den Kongo, nahm in Pickups neben erlegten Gürteltieren Platz, badete im 1 Grad kalten Wasser in der Antarktis. (Quelle)

Momentan schreibt die Autorin und Biografin Edda Klepp ein Buch über ihn, und war mit ihm eine Zeit lang unterwegs um von Kanada nach Australien zu reisen.

Und auch ich durfte Sascha mit ein paar Fragen löchern:

1. Wie hast du mit dem Reisen angefangen?

Ich hatte immer in den Ferien am meisten Spass, im Winter Skifahren, oder im Sommer Kroatien, Mittelmeer etc. Als 17-Jähriger wollte ich nach Süditalien trampen, um da das ganze Jahr draussen Tennis trainieren zu koennen (Indoor bei uns sehr teuer & kalt!).

2. Wie lange warst du mal an einem Stück unterwegs ohne Fuß auf deutschen Boden zu setzen?

20 Monate / 606 Tage

3. Welche Jobs hast du schon auf Reisen gemacht?

Reiseführer, Fitness Coach, Flugkurier, Fotograf, Motivationsguru, Statist (Ägypten), Autor, Barkeeper, (Fuerteventura), Soldat, Matrose (Karibik), Autozulieferer (Richtung Kazakhstan), Segler, Englischlehrer (Uzbekistan), Campmanager & Konvoyführer in Flüchtlingsrücksiedlung (Sierra Leone), Sozialarbeiter (Mission Mutter Theresa, Kalkutta), Koch (Faroe Inseln), Tellerwäscher im Krankenhaus, Professioneller Tennisspieler ATP, Tennis-Reisecoach, Tennislehrer (Deutschland, Spanien, China, USA), Animateur – GO, Tänzer/Show/Theater, Skilehrer and Türsteher (Dallas).

4. Was fasziniert dich so sehr am Reisen?

Je andersartiger, desto interessanter und auch horizont-erweiternder. Trying to escape modern life & capitalism.

5. Wie finanzierst du dir deine Reisen?

Budget herunterschrauben auf 100 Euro pro Monat, Fotos verkaufen, Tennis Trainerstunden & Schreibjobs/ Buchprojekt.

6. Ist Reisen für dich noch eine Herausforderung?

Es ist immer das Gegenteil von Langeweile. Da alles immer teurer wird, ist schon das parallel zum hinzugewonnen ‘Reise können’ das Equivalent sozusagen. Selbst wenn man versucht, die ganzen ‘schwierigen’ Länder in jungen Jahren zu schaffen, bleiben am Ende doch immer viele schwierige übrig (Somalia, Iraq, Algerien …etc) – also definitiv keine Zum-Einschlafen-Länder 

7. Was ist dein Reisestil?

Trampen, essen, lesen, schwimmen, wandern, Leute kennenlernen oder draussen schlafen, Hotels wenn bis maximal 3-4 Dollar teuer (Indonesien, Thailand, Bolivien, Afrika…)

8. Was kostet es so zu reisen wie du?

2000 bis 2500 Euro pro Jahr (letztes Jahr in Afrika 1500!!), und das konstant seit mehr als 20 Jahren.

9. Hast du Tipps wie man auf Reisen Geld sparen kann?

Im Supermarkt einkaufen, essen was die Locals essen, im Westen nur mit Couchsurfing reisen (der Westen ist sowieso nicht SOO interessant!!), Flüge oder Schiffe bei saschagrabow.com/travelagency buchen! Zeit haben, sich Zeit lassen, Nebensaison timen, da dann weniger Touristen, interessanter und billiger. Die Wohnung zuhause aufgeben, und das Auto verkaufen!

10. Hast du Pläne dich irgendwann mal “dauerhafter” nieder zu lassen?

Immer da wo die Liebe einen hintriebt !!  Man liebt ein Land normalerweise nicht wegen den Monumenten bzw. Sehenswürdigkeiten, sondern wegen den Menschen, die man dort kennenlernt!

11. Was kannst du Planet Backpacker Leser empfehlen, die gerne Reisen zu ihrem Leben machen möchten bzw. in deine Fußstapfen treten wollen?

Mach es einfach! Man lebt nur einmal. Wer abwartet, der wird nur feststellen, dass er später im Leben eher MEHR als weniger Einwände findet (und Ängste/Hemmungen), obwohl er vielleicht gedacht hatte, wenn er/sie nur dieses eine Ding noch hinkriegt, dann wäre er/sie endlich ‘ready-to-travel’. Es werden immer diejenigen wirklich grosse Traveler, die sich dem Reisen total widmen, die am fanatischsten sind und die es am meisten wollen. Man muss schon einige Dinge opfern, aber ich kann euch sagen … so Prozac-abhängig wie bald 50% der älteren Bevölkerung im Westen … das zu werden, da braucht man absolut keine Angst vor haben!!

Sascha Grabow’s Webseite

Sascha Grabow auf Facebook (mit ausführlicher Reisetimeline!)