Der Kulturbanause, Teil XVI


Es war der 2.Februar 1992 als ich Wolfgang Menges "Motzki" im Fernsehen sah. Spätestens nach zwei Minuten ahnte ich, dass ich diese Serie weiterverfolgen würde. Die Tränen liefen mir übers Gesicht und der Bauch schmerzte bereits vor lauter Lachen.
Menge war kein Unbekannter, schon mit seinem "Ekel Alfred" war ihm gelungen, dem deutschen Spießbürgertum den Spiegel vor das Gesicht zu halten.
Und zwar so ausgezeichnet, dass es sogar von einflußreicher Seite Proteste hagelte und die Sendung fortan von den Sendern wie ein unliebsames Stiefkind behandelt wurde. Erst geraume Zeit später, als die Sendung erneut ausgestrahlt wurde und nun der nötige zeitliche Abstand erreicht war, wurde "Ein Herz und eine Seele" zur Kultsendung.
Mit Motzki gelang Menge ein weiteres Husarenstück. Der erste Teil wurde noch um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt, alle weiteren Teile wurden aber ins Nischenprogramm des NDR verbannt.
Menges manchmal zynischer Humor ließ wieder die sprichwörtlichen Hunde bellen. Ihr Einfluß war damals groß genug, um die Ausstrahlung ins Dritte abzuschieben und heute ist er groß genug, um eine Zweitausstrahlung zu verhindern. Nicht etwa, weil die Serie in Vergessenheit geraten wäre, denn sonst hätte die ARD sie wohl kaum auf DVD veröffentlicht.
Ich bin sicher, dass inzwischen genügend Wasser den Rhein und die Elbe hinuntergeflossen ist und "Motzki" den gleichen Kultstatus wie "Alfred" erlangen würde. Kennt jemand zufällig den Programmdirektor der ARD?
Hier geht es zu Teil XV.

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