Der katholische Herr Bischof kann’s einfach nicht lassen

Der katholische Herr Bischof kann’s einfach nicht lassenvon Siegfried R. Krebs

Die Homepage des katholischen Bistums Erfurt hat jetzt den Text einer Rede von Bischof Dr. Joachim Wanke veröffentlicht, die dieser bereits im Januar bei einem Treffen mit seinen evangelischen Amtsbrüdern gehalten hat. Wanke geht darin der Frage nach, ob Katholiken am Reformationsjubiläum 2017 etwas zu feiern haben.

Was der Katholik zu innerchristlichen Problemstellungen zu sagen hat, sollen die Vertreter der Konfessionen unter sich ausmachen. Aber Wanke kann’s einfach nicht lassen, aggressiv und feindselig auch Themen anzuschneiden, die die Bevölkerungsmehrheit im Freistaat Thüringen betrifft. Und der geistliche Herr straft mit seinen Worten all diejenigen Lügen, die da meinen, seine Kirche stehe für Toleranz und Meinungsfreiheit ein, sei ein Streiter für Menschenrechte etc. Doch betrachten wir uns einige seiner Thesen mal genauer:

So äußert er sich im Punkt I. 4. “Reformationsgedenken inmitten einer christentumsfernen Gesellschaft” folgendermaßen:

„(…) Schließlich weise ich auf die auch anderswo anstehende Aufgabe hin, in Thüringen und in Sachsen-Anhalt, im Lande Luthers eine neue missionarische Präsenz der christlichen Kirchen in der Gesellschaft zu gewinnen. Ich erinnere an die eindrucksvolle Rede von Eberhard Jüngel zum Missionsthema vor der EKD-Synode 1999 in Leipzig. (…)”

Ja, das ist ein ungebrochenes Bekenntnis zu missionarischem Eifer. Und das vor allem im Kinder- und Jugendbereich, denn der Bischof kennt den alten Spruch „Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmer!” Deshalb eben MUSS Religionsunterricht (als Glaubensunterweisung) an staatlichen Schulen sein und sogar noch forciert werden. Deshalb müssen immer mehr bis dahin staatliche Schulen und kommunale Kindergärten in kirchliche Hände kommen. Und eben deshalb gab und gibt es die Missionierungssendungen im öffentlich-rechtlichen Kinderkanal KiKa, der in Erfurt beheimatet ist.

Bekräftigt wird das in Punkt II. 4. “Die Dekade als Impuls zu einer Intensivierung einer öffentlichen missionarischen Präsenz, auch aus dem Geist der Stellvertretung heraus ‘für die vielen’”:

Ich wünschte mir, dass die Dekade weniger von Luther, sondern mehr von dem reden würde, was ihn bewegte: vom Evangelium unseres Herrn. Überlassen wir es anderen, zu Fackelträgern des Fortschritts und einer fragwürdigen menschlichen Freiheit zu werden. (…)”

Na, diese Absage an Menschen- und Bürgerrechte, an Aufklärung, Demokratie und Wissenschaft, diese Verunglimpfung menschlichen Strebens nach wissenschaftlichen Kenntnissen und Erkenntnissen ist ja nun kaum noch zu überbieten.

Weiter heißt es in diesem Punkt: „Ich schaue auf unsere armselige kirchliche Wirklichkeit in Thüringen. Nicht die kleiner werdenden Zahlen ängstigen mich. Was wir brauchen, ist das “demütige Selbstbewusstsein”, als Kirche eine Aufgabe zu haben, in der wir von anderen nicht vertreten werden können. Christen stehen dafür ein, dass in Thüringen und anderswo “der Dank (an Gott) vervielfacht” wird (…) Den Menschen hierzulande den Gotteshorizont eröffnen, ihnen sagen und bezeugen, dass sie sich “verdankt” wissen dürfen, das wäre für mich eine Kurzformel, mit der ich mich in den kommenden Dekadejahren durchaus auf Martin Luther berufen werde – auch als katholischer Bischof. (…)”

Kommentar überflüssig…

Wenn man Wankes Auslassungen zum Thema Reformationsjubiläum liest, sollte man sich auch vor Augen führen, was im Porträt über den promovierten Bischof auf der Bistumsseite mitgeteilt wird:

Schon zu Zeiten der DDR bewegte Bischof Wanke die Frage, wie Christen in einer weitgehend nichtchristlichen Umgebung leben und wie sie das Evangelium den Menschen in eben dieser Umgebung weitersagen können. Einladende und auskunftsfähige Kirche werden, ermuntert Wanke immer wieder seine Katholiken. Denn, so zeigt er sich überzeugt, ‘die Menschen werden nicht als Atheisten geboren‘, und als Atheist bewusst zu leben sei auch nicht einfach angesichts der immer noch drängenden Fragen der Menschheit nach ihrem Woher und Wohin. ‘Christen können Antwort geben und sie wissen, dass unser Leben 80 Jahre und dann eine Ewigkeit dauern kann’, macht der Bischof Lebens- und Bekennermut.

Da hat er wohl recht, Menschen werden nicht als Atheisten geboren. Aber er vergißt hinzufügen, daß Menschen auch nicht als Christen, egal ob als Katholiken oder Protestanten, und auch nicht als Mitglied jedweder anderen Religionsgemeinschaften geboren werden.

Wobei das Bekenntnis zum Atheismus im Normalfall die freie Entscheidung mündiger Bürger ist, während man in der Regel durch die Taufe im Baby-Alter zum Christen gemacht wird…

Abschließend: In den 2000 Jahren Christentum hat noch kein einziger Mensch, keine einzige wissenschaftliche Forschung nachweisen können, daß es ein Leben nach dem Tode gibt… Und niemand hat es je aus dem sogenannten Jenseits heraus bezeugen können.

[Erstveröffentlichung: Freigeist Weimar]


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