Der Kalif und der Sultan

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Das Kalifat der IS entstand scheinbar aus dem Nichts. Eine wilde Horde von einigen Zehntausend jungen Männern erobert Stadt um Stadt und niemand scheint in der Lage, sie aufhalten zu können. Noch verwunderlicher: niemand hatte ihr Auftreten vorausgesehen, nicht einmal der allwissende NSA? Eine Geschichte wie aus tausendundeiner Nacht.

Der Kalif dehnt sein Reich immer weiter aus, sein Ziel ist ein Staat, der alle muslimischen Länder umfasst. Die Vereinigung alle Muslime unter einer einzigen Fahne. Streng nach Koran und Scharia.

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Wir Westler finden das schrecklich. Vor allem das Morden, Köpfen und die Sklaverei. Dabei war das vor relativ kurzer Zeit bei uns auch Standard. Heute sind unsere Methoden etwas subtiler geworden.

Viele Muslime bewundern jedoch das Kalifat, zumindest heimlich, und die Mutigen und Unerschrockenen ziehen mit ihm in den heiligen Krieg.

Das sollte uns nicht verwundern. Über Jahrzehnte wurden die Mohammedaner vom Westen gedemütigt und ihre Länder mit Krieg überzogen. Um die Ölschätze problemlos ausbeuten zu können, wurden dem Westen genehme und zugeneigte Regimes installiert. Immer haben sie aufs Dach bekommen und den Kürzeren gezogen. Und nun ist da plötzlich ein Kalif, der dem verhassten Westen Kontra gibt!

Wenn ich ein junger Muslim wäre, wer weiss, ob ich mich nicht dem Kalifat anschliessen würde. Doch ich bin ein alter Agnostiker, und stehe somit auf der Kopf-ab-Liste des Kalifats.

Doch zwischen uns und dem Kalifen ist da noch ein anderer „Muselmann“. Ein Sultan, der ebenfalls von einem grossen muslimischen Reich träumt. Zurzeit scheint sich Erdogan mit dem IS zu arrangieren. Obwohl auch er sich gerne ein Stück aus dem irakisch-syrischen Kuchen schneiden möchte, um sein Reich zu vergrössern. Natürlich weiss der Sultan, dass sich der Kalif auch sein Reich einverleiben möchte. Versperrt es doch zurzeit den Weg in den Balkan und nach Wien.

Dummerweise sitzt dem Sultan noch ein Stachel im Fleisch: Die Kurden. Umso grösser ist die Freude, wenn sich das Kalifat mit den Kurden balgt. Wenn sich beide gegenseitig aufreiben würden, wäre das für den Sultan der Idealfall.

Allerdings gibt es da noch einen dritten Mitspieler. Und der will weder ein Kalifat noch ein Sultanat, sondern erstens das Öl und zweitens den kleinen und den grossen Erzfeind kujonieren. Der kleine Erzfeind sind die Perser, der grosse heisst Russland. Natürlich gibt es noch ein paar andere, die mehr oder weniger freiwillig mitmischen. Aber im Grunde sind diese bedeutungslos. Nur die USA haben die Macht, etwas zu bewegen. Aber…

Die USA wollen immer die Guten sein, sie möchten von der Welt geliebt und bewundert werden und ein Happyend wie in Hollywood. Sie, die unentbehrliche und von Gott gewählte Nation verstehen sich als Sheriff von Globalistan.

Wieso eigentlich nicht? Aus meiner Sicht besser als unter einem russischen oder chinesischen Imperium zu leben. Worst Case wäre wohl eine deutsche Weltherrschaft. Das haben glücklicherweise die Amerikaner beim letzten Anlauf verhindert.

Doch meistens vermasseln sie es. Was bleibt ist Chaos und ein neuer militärischer Stützpunkt. Das wird auch jetzt nicht anders sein. Denn die Cowboys haben zwar gute Ansätze, aber keine Strategie. Sie denken die Dinge nicht vom Ende her.

So wird es kommen, wie es kommen muss. Im nahen Osten wird es erst Ruhe geben, wenn der erste Atompilz in der Wüste spriesst.

Traumperlentaucher



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